Adam spricht es aus

was sich Frauen nicht zu fragen und Männer nicht zu sagen trauen

74 – Der Sex im Dunkeln

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Liebe Frauen,

Licht an oder Licht aus?

Egal wie übersättigt wir durch die ständige zur-Schau-Stellung nackter Haut in Werbung und Internet und so weiter sind, bleibt die Frage, ob man es im Dunkeln oder im Licht miteinander treibt.

Oder eher: Gerade weil wir dermaßen zugeschüttet werden mit perfekten Körpern, die nichts verstecken und auch nichts zu verstecken haben, haben wir Hemmungen, unsere eigenen nicht ganz so perfekten Körper zu zeigen. Und unsere Erziehung spielt, wie immer, eine wichtige Rolle. Nackt ist pfui. Man muss sich immer schön brav bedeckt halten, nichts zeigen, nicht zu viel, schon gar nicht Menschen des anderen Geschlechts, wo kämen wir denn da hin?

Wo kämen wir denn da hin?

Wir kämen da hin, dass wir merken, dass der andere Mensch genau so wenig perfekt ist, wie wir selber. Wir kämen da hin, dass wir merken, dass es vollkommen wurscht ist, wenn sich die eine oder andere Speckrolle an den Hüften zeigt oder wir keinen meterlangen Schwanz haben, der auf Anschlag steht, respektive die Brüste kleiner/größer/hängender/was auch immer sind, als die der Models und Pornodarsteller und –innen. Wir kämen da hin, dass wir einfach nur ficken. Wir genießen den Körper des anderen und unseren eigenen. Wir sehen, wie zwei Körper sich aneinander freuen, und, wie ich bereits zum Thema „Das erste Mal“ geschrieben habe, wie sie ineinander übergehen. Gibt es was Unglaublicheres und zugleich Natürlicheres als ein Schwanz, der in einer Vagina steckt, eine Vagina, die einen Schwanz umschließt? Sex und Erotik haben doch nicht nur was damit zu tun, dass man miteinander schläft. Man spürt, man riecht und… man sieht. Das Auge des Menschen ist im Vergleich zu dem der meisten anderen Säugetiere sehr gut ausgebildet. Warum sollen wir uns also gerade dieses Sinnesorgans berauben? Porno schauen und dann das Licht abdrehen, wenn man’s selber macht? Absurd.

Oh, natürlich kann es auch ganz reizvoll sein, es mal im Dunkeln zu tun, die Optik auszuschalten, um gerade den anderen Sinnen mehr Fokus zu geben, ja, spannend, prickelnd, erotisierend. Aber dann ist der Grund, das Licht beim Sex auszuschalten, doch ein ganz anderer. Meistens geht es aber doch nur darum, dass man nicht gesehen werden will. Beim Sex. Gerade beim Sex. Nein, nicht jeder muss darauf stehen, Sex in der Öffentlichkeit zu haben, aber von dem Menschen, mit dem ich Sex habe, will ich gesehen werden. Und ich will ihn sehen.

Schaut Euch an, Ihr Menschen, wenn Ihr miteinader schlaft, und findet gut, was Ihr seht.

Nur achtet darauf, dass nicht gerade im Schlafzimmer eine Neonröhre oder eine dieser hässlich bläulichen Sparlampen leuchtet, denn in einem solchen Licht geht irgendwie gar nichts. Nicht einmal im Porno. Dann schon lieber den Klassiker mit Kerzen fahren.

Euer Adam

Bild: Mihàly Zichy

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2 Kommentare

  1. ich mags gar nicht im Dunkeln – außer wie beschrieben ganz bewusst, um die anderen Sinne veschärft zu genießen. Aber im Darkroom würde ich nicht mal mich selbst finden, also bitte mindestens eine oder besser zwei Kerzen ;-)

  2. dem kann ich mich nur anschließen, lieber Raoul.

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© Raoul Biltgen

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