Adam spricht es aus

was sich Frauen nicht zu fragen und Männer nicht zu sagen trauen

94 – Die Wirkung auf Frauen

| Keine Kommentare

Liebe Frauen,

nein, ich will wirklich nicht sagen, dass Männer überhaupt nicht denken, hin und wieder tun sie das sehr wohl, aber doch gibt es vieles, dass sie einfach zu wissen glauben. Unter anderem wie sie auf Frauen wirken. Dass sie sich dabei doch sehr täuschen können, liegt auf der Hand. Und davon könnt Ihr, liebe Frauen, schätzungsweise einen ganzen mp3-Player voller Lieder singen.

Wenn ich mich so umschau und -hör, habe ich das Gefühl, dass sehr viele Männer wissen, oder zu wissen glauben, dass sie sehr männlich rüber kommen, dass die Frauen sie gut und attraktiv und männlich und für alles bereit finden. Dass sie eh nur auf das Eine aus sind. Und das sind sie auch. Das sind jene Männer, die auf Aufriss gehen und anzüglich lächeln und sich in Pose schmeißen und überzeugt sind, die besten und außergewöhnlichsten und unwiderstehlichsten Sprüche auf Lager zu haben. Sie sind schöner als ihre Konkurrenten, sie sind witziger als ihre Konkurrenten, sie sind Sieger auf der ganzen Linie. Und andere Männer sind, eben, nichts anderes als Konkurrenten, die es auf der ewig andauernden Jagd nach Frischfleisch zu überbieten gilt. Ihr Auftreten ist sicher, und sie wissen, sicheres Auftreten macht sexy. Keine Frau kann ihnen widerstehen. Und das zurecht, denn keine Frau wird eine Nacht mit ihnen jemals wieder vergessen, im Gegenteil. Was diese Männer als ihr einziges Problem ansehen: Die vielen vielen Frauen, die mehr von ihnen wollen als nur eine Nacht, die sie dann aber leider enttäuschen müssen, leider leider, ach, so viele Frauen, die sie auf der Strecke gelassen haben, denen sie weh tun mussten, tja. Aber das ist das Schicksal dieser Männer. Das sie gerne auf sich nehmen.

Und was ist das Verwunderliche daran? Für mich zumindest? Dass sie sehr oft auch noch recht haben, diese Männer. Sie steigen wirklich ständig mit einer anderen in die Kiste, zumindest wenn man ihren Erzählungen glaubt, nein, nicht nur dann, man sieht es ja, ich beobachte es ja, da ist einfach immer wieder irgendeine Neue am Start.

Auf der anderen Seite gibt es die, die das gerne wären. Die aber wissen, dass sie es nicht sind. Vertreter der ersten Kategogrie werfen jetzt ein: Ach, du sprichst über die Loser, die pickelgesichtigen Nerds und die überbraven Scheitelträger, denen eh nichts anderes übrig bleibt, als sich ein Mauerblümchen zu krallen, es zu heiraten und Ehemann zu werden. Nein, die meine ich nicht. Ich meine die Brüder und Onkel. Vielleicht die coolen Brüder und Onkel, aber eben doch die Brüder und Onkel, die von Frauen nicht als potentielle Sexualpartner angesehen werden. Mit ihnen reden, ja, super, mit ihnen Spaß haben, sogar ausgehen, über Sex reden, über Sex mit anderen natürlich, über Beziehungsprobleme und den ganzen Blödsinn, dazu sind die gut. Aber diese Männer wissen, dass Frauen, mit denen sie sich gut verstehen, niemals daran denken, dass auch sie einen Schwanz in der Hose haben. Die Brüder und Onkel sagen gerne von sich selber, dass sie „zu den Guten“ gehören, Frauen respektieren als Menschen und nicht als Objekte der Lustbefriedigung. Dass sie eh viel lieber eine Beziehung haben, dass es ihnen nichts gibt, Schiffe versenken zu spielen: Hier mal reinstechen, da mal reinstechen, und der eine oder andere Treffer ist schon dabei.

Problematisch wird’s aber dann, wenn diese Sicht von sich selber plötzlich in Frage gestellt wird. Wenn der Nette gar nicht nett sein will. Wenn er auch mal zum Zug kommen will. Wenn er einfach nur mal rumficken will, ohne Rücksicht auf Verluste. Dann weiß er ganz einfach nicht, wie er das machen soll. Er geht in eine Disko und quatscht die nächstbeste Tusse an? Peinlich, lächerlich, unvorstellbar. Und deswegen auch unmöglich.

Und der Reißer, der sich aber sowas von verliebt hat? Oder sich verlieben will? Auch der hat’s schwer, denn welche Frau will schon mit ihm, dem Superstecher, den alle Frauen wollen, eine Beziehung haben, da weiß sie doch, dass das nichts werden kann, wie auch, kennt man ja, solche Männer, machen für kurze Zeit auf Heiteitei, und kaum läuft ihnen die nächste vollbusige Schönheit über den Weg, verfallen sie wieder in die alten Muster.

Nein, Männer denken dann nicht darüber nach, wie sie auf Frauen wirken wollen und wie sie tatsächlich auf Frauen wirken. Sie leiden darunter, weil sie ja wissen, zu wissen glauben, wie es ist, selbst wenn sie ganz was anderes wollen.

Und die Braven bleiben brav. Und die Machos bleiben Machos.

Und die Frauen wissen: Also, so wie der grad glaubt, auf mich zu wirken, wirkt er aber sowas von gar nicht.

Liebe Frauen, Ihr solltet den Männern viel öfter sagen, wie sie rüberkommen, denn vielleicht trefft ihr dann auch mal auf einen, den Ihr damit so richtig glücklich machen könnt, der nämlich gar nicht so wirken will, wie er zu wirken glaubt.

Und dann, ja, dann ist alles möglich.

Euer Adam

Bild: Thomas Rowlandson

Dir gefällt das? Dann sag's bitte weiter:

Hinterlasse eine Antwort

Pflichtfelder sind mit * markiert.

*

Captcha Captcha Reload


 

© Raoul Biltgen

Top