Adam spricht

über alles, was sich Frauen nicht zu fragen und Männer nicht zu sagen trauen

25. Juni 2017
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390 – Der Sexüberfall

Liebe Frauen,

welche Phantasien beschleichen Euch denn so nachts?

Bild: Édouard-Henri Avril

Bild: Édouard-Henri Avril

Bei Männern ist es folgende: Ihr habt Sex mit ihnen.

Na gut, das ist jetzt nicht das originellste aller möglichen Kopfkinoszenarien, aber im Grunde läuft es doch immer darauf hinaus. Und im Grunde spielt sich drumherum nur recht wenig ab. Wenn ich mal von den altbewährten Rollenspielen absehe. Und auch diese sind doch in den meisten Fällen äußerst abgedroschen. Krankenschwestern, Studentinnen. Das war’s. Und was machen die? Richtig, Sex. Aber wenn ich mir so durchlese, was Kolleginnen an Sexphantasien zu Bildschirm bringen, ich spreche von erotic stories, dann wimmelt es da drin zwar auch nur so von Klischees, und daran alleine ist ja nichts auszusetzen, wenn sie anmachen, aber es sind welche, die eindeutig eine weibliche Leserschaft ansprechen. Männer denken sich eher: Kitsch. Und: Wann wird gefickt? Also Schlösser mit romantischen Labyrinthen? Weiterlesen →

18. Juni 2017
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389 – Der Sexdeal

Liebe Frauen,

Orgasmus gegen Orgasmus, so schaut’s aus.

Bild: Achille Devéria

Bild: Achille Devéria

Oder etwa nicht?

Sex ist ein Geben und Nehmen, wie es so schön heißt, und zwar ein beidseitiges. Mit anderen Worten: Ich gebe dir, was du willst, dafür bekomme ich, was ich will. Und was wollen wir? Richtig, Höhepunkte en masse. Wir wollen kommen kommen kommen.

Kommen könnten wir zwar auch alleine, aber das macht dann doch weniger Spaß.

Weil es eben beim Sex um mehr geht, als nur ums Kommen allein. Es geht auch darum, dass man gekommen wird. Klingt blöd, aber ich denke, Ihr wisst, was ich meine. Es geht darum, dass wer anderer dafür sorgt, dass man kommt. Ein Geschenk. Das man nur zu gerne zurück gibt. Weiterlesen →

11. Juni 2017
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388 – Die Biederkeit

Liebe Frauen,

ich will, dass Ihr mich auspeitscht.

Bild: Peter Fendi

Bild: Peter Fendi

Und ich will einen Dreier.

Und ich will swingen.

Und dabei singen.

Ich will Sex mit einem Mann und Polyamorie, zumindest bi, ich will Cockrings und eine Stellung ausprobieren, die noch nicht einmal einen Namen im Kamasutra hat. Ich habe Sex im Freien, im Lift, auf der Achterbahn, im Flugzeug, im Auto, mit Zuschauern. Ich werde meinen Schwanz vergrößern lassen, und wo ich gerade dabei bin, meine Augenlider straffen. Ich werde mich für ein Pornomagazin für Frauen fotografieren lassen, ich werde in einem Porno mitspielen und ihn meiner Frau zum Valentinstag schenken, und sie wird ihn geil finden, weil nicht sie die Frau ist, die ich ficke, sondern eine, die ich gerade mal vor der Kamera hab kennenlernen dürfen. Und wir ficken auf Stroh. Im Keller. Ledermasken tragend. Meine Frau und ich, während wir das gleiche anschauen. Weiterlesen →

4. Juni 2017
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387 – Das Betatschen

Liebe Frauen,

ich weiß, wenn Ihr nur das Wort „Betatschen“ hört, zucken schon Eure Hände gen männliche Wangen.

Bild: Félicien Rops

Bild: Félicien Rops

Und doch möchte ich an dieser Stelle ein Plädoyer fürs Betatschen schreiben.

Aber.

Aber damit meine ich natürlich nicht, dass ich Männern eine Freikarte ausstellen möchte, immer und überall Frauen anzugrabschen, weder schweißnasse Hände auf Pos und Brüste und Hüften oder auch nur Schultern zu legen, noch selbiges mit trockenen zu tun. Denn in solchen Fällen, wenn Männer Frauen ungefragt berühren, dann werden sie sehr zurecht ungefragt zurückberührt, und zwar mit voller Wucht und oben erwähnter Hand mitten im Gesicht.

Umgekehrt (Frauen betatschen Männer) halte ich mich an dieser Stelle mal zurück, denn es gibt sehr viele Männer, die sich nichts sehnlicher wünschen, als von wildfremden Frauen betatscht zu werden. Und zwar überall. Weiterlesen →

28. Mai 2017
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386 – Das Glück des miesen Liebhabers

Liebe Frauen,

Euer Mann ist bringt es nicht?

Bild: Isoda Kôryûsa

Bild: Isoda Kôryûsa

Dann freut Euch des Lebens.

Euer Mann ist also kein besonders guter Liebhaber. Er schafft es höchstens mit Müh und Not und unter Eurer handfesten Anleitung, Euch zum Höhepunkt zu bringen. Er fickt zu schnell und leckt zu lasch, er sagt die falschen Worte zum falschen Zeitpunkt und auch mal gar nichts, er küsst nicht einmal gut, seine Zunge liegt ihm nur so faul im Mund rum, respektive in Eurem, oder er sabbert beim Küssen, oder er küsst zu fest, aber darum geht es nicht, nein, es geht um den Sex, den er einfach nicht draufhat. Er ist ein Langweiler. Herrgott, wie Ihr Euch langweilt, wenn Ihr mit ihm schnackseln wollt. Ihr tut die ganze Zeit nichts Anderes als Gähnen. Oder eher: Ihr tut nichts Anderes, als das Gähnen zu unterdrücken. Weiterlesen →

21. Mai 2017
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385 – Der Sexroboter

Liebe Frauen,

Stay on the scene, like a sex machine.

Bild: DJ Shin

Bild: DJ Shin

Wer hat’s erfunden? Richtig, James Brown. Und der fand das wohl ziemlich geil, eine Sexmaschine zu sein. Klar, Männertraum, immer bereit, immer standhaft, immer der Mann, der man sein möchte.

Und die Männer grölen mit. Stay on the scene, like a sex machine. Und sie verdrehen die Augen und schürzen die Lippen und wackeln mit den Ärschen und sind doch nie auch nur ansatzweise so sexy wie sich James Brown vorgekommen ist.

Interessanterweise lassen sich aber recht wenige Männer Teile in ihre Penisse einbauen, dass sie tatsächlich immer bereit und standhaft und der Mann sind, der sie sein möchten. Halt nur, wenn sonst wirklich gar nichts mehr geht. Aber von wegen Körperoptimierung und wir werden alle Cyborgs? Interessanterweise dann doch nicht. Stattdessen wird aber kräftig an den Sexrobotern gebastelt. Und das sind (nach meinen Recherchen mit einer einzigen Ausnahme, welche sich aber derzeit lediglich in der Planungsphase befindet) weibliche Körper, die den Männern zur Verfügung stehen sollen. Plastikmuschis mit Körper dran. Oh, klar, natürlich heißt es, dass die dann auch mit künstlicher Intelligenz ausgestattet werden und interaktiv sind und zu einem richtigen Gesprächspartner werden können. Genau. Weiterlesen →

14. Mai 2017
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384 – Das schlechte Gewissen

Liebe Frauen,

wir Männer sind schlechte Menschen. Das wissen wir. Darunter leiden wir. Weil Ihr es uns ständig sagt.

Das schlechte GewissenEs beginnt nicht mit dem Wichsen. Schon Kindern wird gerne gesagt, was sie alles falsch machen. Und dass sie sich zu schämen haben. Aber wenn es dann mal losgeht mit der Selbstbefleckung vor dem Herrn, wenn Jungs ihren Spatzi rubbeln und Spaß daran haben, dann geht es erst so richtig ab. Und ich spreche nicht von der Kirche und dem Gebot, nichts Unkeusches tun zu dürfen, neinnein, auch die atheistischsten Familien haben – wie es scheint – ein Problem mit der aufkeimenden Sexualität der Buben.

Aber, gottseidank, scheren sich die Jungs nicht drum und wichsen fröhlich weiter.

Bis sie erwischt werden.

Oh ja, die meisten Männer wissen, wovon ich rede, denn kaum jemandem ist es gelungen, die Pubertät zu verleben, ohne irgendwann mal diesen einen ganz bestimmten Blick auf sich zu spüren, nämlich den der Mutter, wenn sie unverhofft die Tür zum Schlafzimmer aufmacht und ihren Sohnemann da stehen sieht, und das Sperma rinnt ihm durch die Finger und tropft auf das Pornoheft am Tisch. Stille. Und diese Stille als peinliche Stille zu bezeichnen, wäre die Untertreibung des Lebens, nein, da geht es nicht darum, dass das peinlich ist, das ist die Hölle. Und gleichzeitig das Gegenteil der Hölle, denn so eisig können Augen wohl nur in diesem Augenblick schauen. Und dann? Weiterlesen →

© Raoul Biltgen

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