Adam spricht

über alles, was sich Frauen nicht zu fragen und Männer nicht zu sagen trauen

30. April 2017
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382 – Die große Angst des kleinen Mannes

Liebe Frauen,

Männer sind Sensibelchen.

Bild: Gaudenzio Marconi

Bild: Gaudenzio Marconi

Und das meine ich nicht nur, wenn es darum geht, einen Schnupfen mit wochenlanger Agonie auf der wohnzimmerlichen Intensivstation auskurieren zu müssen. Der Mann an sich ist ja auch ach so sensibel, wenn seine Männlichkeit infrage gestellt wird. Oder werden könnte. Durch andere Männer zum Beispiel. Oder gar durch Frauen, huch.

Die meisten Männer können durchaus (oder halbwegs) damit umgehen, wenn andere Männer sich als die männlicheren Männer darzustellen versuchen, weil der Stier muss nur einem anderen Stier die Hörner zeigen. Ein Mann also nur einem anderen Mann, wo der Hammer hängt. Und wie groß er ist. In sämtlichen möglichen Sinnen. Ein Mann, der einen Geschlechtsgenossen aber nicht als ebenbürtig ansieht, fühlt sich auch nicht dazu gezwungen, dem Gegenüber zu beweisen, dass er ein Mann ist. Mit anderen Worten: Fordert mich wer heraus, meine Männlichkeit unter Beweis zu stellen, so ist dies bereits mit der Herausforderung getan: Wäre ich nicht männlich, müsste ich es nicht beweisen. Weiterlesen →

23. April 2017
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381 – Der oh Gott

Liebe Frauen,

Ihr seid so nett, ich danke Euch.

Adam spricht Oh GottWofür denn nur, um himmelswillen, wir haben doch gar nichts getan?

Einerseits: Natürlich habt Ihr was getan, ständig tut Ihr was, und alles, was Ihr tut, ist – und nun mögt Ihr staunen – gut. In den Augen der Männer. So mal im Allgemeinen voll pauschal gesagt. Denn die Männer, die meckern sehr sehr gerne rum und machen blöde Witze und sind Machos und zahlen Euch weniger Geld für viel mehr Arbeit, aber während Frauen vielleicht ja wirklich ganz gut ohne Männer auskommen könnten, können Männer nur in Ausnahmefällen ohne Frauen auskommen. Ich rede von heterosexuellen Männern. Und dann können sie so lange sie wollen aus heiserer Kehle gröhlen: „No woman no cry“, und damit etwas ganz anderes meinen, als Herr Marley mit dem Song sagen wollte (Es heißt nämlich: „Nein, Frau, weine nicht.“), die lieben Männer sind im Grunde äußerst dankbar dafür, dass es Euch gibt und dass Ihr so seid, wie Ihr seid, denn sonst hätten sie ein Problem, die Herren Schwanzbehängten. Und weil die Männer das nur selten selber so sehen, und weil sie es noch selber zugeben können, übernehme ich das einfach mal und sage: Dankeschön, liebe Frauen, ich danke Euch. Weiterlesen →

16. April 2017
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380 – Das Abbild Gottes

Liebe Frauen,

wie haltet Ihr es mit der Religion?

Bild: Peter Johann Nepomuk Geiger

Bild: Peter Johann Nepomuk Geiger

Meine Vergangenheit ist stark religiös geprägt, weshalb ich Euch mitteilen kann, dass der Mensch nach dem Abbild Gottes geschaffen ist. Aber das wusstet Ihr doch sicher schon, oder etwa nicht?

Eben.

Und das heißt?

Das heißt: Der Mensch schaut so aus wie sein Erschaffer, Gott.

Das heißt, der Erschaffer des Menschen, Gott, schaut so aus wie sein Werk, der Mensch.

Also ist er höchst selten ein alter Mann mit langem weißen Bart in einem langen weißen Gewand. Weil Gandalf kein Mensch ist. Viel mehr ist Gott einer mit Bierbauch, nicht gerade durchtrainiert, Glatzenansatz, müden Augen, die Fernbedienung in der Hand und die Chips in der Schüssel in Reichweite. Aber das ist noch lange nicht alles: Denn Gott ist dann logischerweise auch eine Frau mit Arsch, den sie zu dick findet, Brüsten, die sie zu hängend findet, Haaren, die sie zu unvoluminös findet, Augen, deren Konturen sie eigentlich dringend mal botoxen lassen sollte, weil das machen die Frauen auch, die sie tagtäglich im Fernsehen sieht, während sie mit der Fernbedienung in der Hand und den Chips in Reichweite da rumsitzt neben ihrem werten Angetrauten Göttergatten. Weiterlesen →

9. April 2017
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379 – Das Schwanztattoo

Liebe Frauen,

tätowierte Männer sind cooler.

Bild: G.A. Farini

Bild: G.A. Farini

Aber das muss ich Euch nicht sagen, das wisst Ihr.

Und Ihr wisst natürlich auch, dass das leider längst nicht mehr stimmt, denn heutzutage ist fast jeder tätowiert, das hat nichts mehr mit cool oder hart oder böse oder Matrose zu tun.

Deswegen kommt es nun nicht mehr darauf an, ob wer tätowiert ist, sondern wie er tätowiert ist. Und wo. Und wieviel. Und was. Und so. Denn wir wissen schon seit einiger Zeit, dass die berühmten Arschgeweihe, seltsame Verschnörkelungen oberhalb des Gesäßes, die keine Bedeutung und noch weniger Schönheitswert haben, zum Beispiel zu jenen Tattoos gehören, die genau das Gegenteil von dem sind, was Tätowierungen einst waren, nämlich cool und hart und so weiter. Aber sowas wird ja nicht mehr gestochen, und die bereits gestochenen werden weggelasert oder gecovert, also etwas Neues drüber, etwas Größeres, etwas Cooleres, Härteres, Schöneres. Japanische Blumenranken. Und Koi-Fische und Einhörner. Und ich frage mich, womit dann die zugekleistert werden, wenn sie aus der Mode gekommen sind. Und genau da ist der Grundgedanke bei sich selber, nämlich am Grund angekommen: Tattoos, die Ausdruck einer Mode sind, sind ganz einfach nicht mehr als nur Mode, auch wenn sie gut gestochen sind. Und weh getan haben. Weshalb wir eher nach jenen Hautbildern suchen sollten, die nicht so gestochen sind, dass ihr Träger sie stolz den vorbeirauschenden Mädels oder vorbeischlendernden Jungs unter die Nase reiben kann. Bei Männern sind das derzeit die sogenannten sleeves, also Armtätowierungen. Weiterlesen →

2. April 2017
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378 – Der Fleischer und sein Blutpenis

Liebe Frauen,

Menschen suchen immer nach Anhaltspunkten, um sich im Vergleich zu anderen einordnen zu können.

Bild: Kitagawa Utamaro

Bild: Kitagawa Utamaro

Das ist normal, das gibt Sicherheit.

Oder Unsicherheit. Wenn man nämlich keine oder die falschen Anhaltspunkte findet. Und wenn man entdeckt, dass man sich selber in so mancher Hinsicht unterhalb der Vergleichspopulation einordnen muss. Also: Mein Auto ist kleiner als das von meinem Chef, mein Verdienst ist kleiner als das meines Mannes, mein Gras ist brauner als das meines Nachbarn.

Aber gottseidank ist der Mensch immer wieder erfinderisch, wenn es ums Vergleichen geht, also vergleicht er sich mit wem anderen. Dem Untergegeben, dem Cousin zweiten Grades, dem Nachbarn auf der Schattseite. Und schon ist die Welt wieder in Ordnung. Weiterlesen →

26. März 2017
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377 – Der Job-Wichser

Liebe Frauen,

Ihr kennt sie sicher auch, die Wichser im Job.

Bild: Franz von Bayros

Bild: Franz von Bayros

Man kann nicht alle Menschen mögen. Und manche Menschen werden von recht wenigen anderen gemocht. Weil sie einfach Wichser sind. Ist so. Kann man aus dem Weg gehen. Manchmal. Manchmal aber auch nicht. Denn wenn sie Kollegen sind, dann hat man unter Umständen ein Problem. Das noch größer ist, wenn es sich unter Umständen auch noch um den Chef handelt

Aber.

Es gibt auch viele Kollegen, die man eigentlich ganz gerne hat. Und trotzdem sind sie Wichser. Ja, und zwar im eigentlichen Sinn. Sie holen sich einen runter. Onanie.

Gut, wer tut das nicht? Und ich inkludiere ganz klar Euch, liebe Frauen. Das gehört dazu, auch wenn wir nicht so gerne drüber sprechen. Es zugeben. Und jeder kann tun und lassen, was er will, wenn er zuhause in seinen eigenen vier Wänden ist und …

Und manche tun es eben nicht nur dort, sondern auch am Arbeitsplatz. Weiterlesen →

19. März 2017
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376 – Das kleine und das große Au

Sie schlug ihn mit der flachen Hand mitten ins Gesicht.

Und dann fragte sie: „Liebst du mich?“

Er war verwirrt.

Das sah man ihm wohl an.

Also schlug sie noch einmal zu.

Das tat weh, es sammelte sich sogar ein wenig Wasser in seinen Augen. Was ihn in eine Zwickmühle brachte: Die Tränen rinnen lassen oder wegwischen? Was machte ihn schwächer? So als Mann? Weil auch wenn boys don’t cry, hat er als moderner Mann doch gelernt, dass es ihn erst dann stark macht, wenn er zu seinen Gefühlen stehen kann. Also rinnen lassen, wenn es rinnen will. Und keine Kinohollywoodschmonzette wird je wieder trockenen Auges von ihm verlassen. Wegwischen hingegen ist eine große Geste, die nichts als Schwäche ausdrückt. Nur sein Problem war, dass er ja wusste, was sie von ihm erwartete. Sich schwach zeigen. Sich untergeben. Ihr. Was war es also, was ihr das geben konnte, was sie wollte? Schließlich hatte er sich bereit erklärt, sich voll und ganz drauf einzulassen, auf ihr Experiment. Weiterlesen →

© Raoul Biltgen

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