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439 – Das Sommerkleidchen

3. Juni 2018

2 Kommentare

  • Körper

Liebe Frauen,

der Sommer ist da, hurra, und Ihr tragt alle Sommerkleidchen.

Habt Ihr gehört? Ihr tragt alle Sommerkleidchen. Jetzt. Loslos, geht, und zieht sie Euch an, die geblümten oder einfärbigen, die langen oder kurzen, die gerüschten oder schlichten Kleider, die Ihr nur dann tragen könnt, wenn die Temperaturen über 25 Grad liegen und die Sonne lacht.

Und nein, Hosen sind keine Alternative.

Und nein, auch kurze Hosen sind keine Alternative.

Und nein, nicht einmal die kürzesten alles Hosen, die nicht nur das ganze Bein, sondern auch den halben Hintern zeigen, sind eine Alternative. Auch wenn sie Hot Pants heißen. Es müssen Kleider sein, im Wind flatternde Sommerkleider, die wir an Euch sehen wollen.

439 - Das Sommerkleidchen | Adam sprichtOh, natürlich geht es auch darum, Eure Beine zu sehen, klar. Aber eben nicht nur.

Die französischen Filme

Ein Sommerkleid bedeutet so viel mehr. Wenn Frauen in Sommerkleidern rumlaufen, dann lungern sicherlich auch irgendwo französische Kameramänner in Ringelshirts und filterlosen Gitanes zwischen den Lippen mit schweren altmodischen Filmkameras auf von Grillen bezirpten Kleinstadthauptplätzen und fangen dieses ganz spezielle Feeling, das an eine Brise von Meer und die Leichtigkeit der Jugend gemahnt, in flirrenden Bildern für die bedauernswerten Stadtbewohner ein, um auch ihnen die Möglichkeit zu geben, einmal, dieses eine Mal sich so zu fühlen, wie es doch mit Sicherheit alle Provenzalen tun. Ständig. Trüffelkauend. Oder meinetwegen Bretonen.

Na gut, vielleicht haben manche Männer auch andere Traumbilder, wenn sie Euch, liebe Frauen, in Euren Sommerkleidchen sehen, und das ist in Ordnung. Aber ich garantiere Euch, auch in deren Köpfen werden Filme rattern, in denen Ihr – wahrscheinlich in Zeitlupe, möglicherweise auf einem Fahrrad sitzend – die Hauptrolle spielt. Weil wir alle solche Sehnsucht nach diesem seltsamen Sommergefühl haben, das wir vielleicht seit den Sommern unserer ach so unbeschwerten und umso ferneren Jugend nicht mehr hatten.

Und was hatten wir noch in dieser Jugend?

Die Jugendphantasien

Wir hatten schwitzige Hände, die unter leichte Sommerkleidchensäume gerutscht sind und rutschen gelassen wurden. Wir hatten zittrige Finger, die die filigranen Knöpfchen von Sommerkleidchen zu öffnen versuchten, vorsichtig, ganz vorsichtig, fast so als wollten wir verhindern, dass die Trägerinnen der Sommerkleidchen es bemerkten, um einen Blick auf einen BH zu erhaschen, oder – welch unfassbares Glück – auf nicht weiter verhüllte Brüste. Und selbst auf Entfernung sahen wir, wie sich der leichte Stoff um die Körper legte, wenn eine Brise gar das Kleidchen hob und ein wenig mehr vom Oberschenkel freigab, ein ganz klein wenig mehr, wenn gar ein Höschen blitzte, unverhofft, plötzlich, und sich unsere Hosen zu sprengen drohten. Und was wäre, wenn Ihr, so wie Ihr auf den BH verzichtet habt, auch ohne Schlüpfer auskommen würdet? Allein die Vorstellung.

Und dann vergeht die Zeit und der Herbst kommt und Hosen werden über kalte Haut gestülpt und das war’s. Und im nächsten Sommer sind wir ernsthafte, ehrbare Männer, die keine Zeit haben, um mit Euch Hand in Hand über Wiesen zu hüpfen und durch Wälder zu streifen und sich hinter Dünen zu verstecken.

Deswegen freuen wir Männer uns auf nichts sehnlicher, als Euch, liebe Frauen, für diese paar Wochen im Jahr in Sommerkleidchen zu sehen, in geblümten oder einfärbigen, langen oder kurzen, gerüschten oder schlichten. Um unserem Schwelgen willen.

Und solltet Ihr, liebe Frauen, einen Mann an Eurer Seite haben, der diesen Text gerade schwer seufzend und heftig nickend über Eure Schulter mitliest, so schenkt ihn ihm, den Moment, den er sich seit Jahren und Jahrzehnten herbeisehnt: Geht mit ihm spazieren, im Sommerkleid (Ihr, nicht er), und tut das, was sich seine jungen Altersgenossinnen doch nie getraut hätten: Lüpft das Kleid im geeigneten Augenblick, um ihm den Blick auf Euch zu gewähren. Und vielleicht auch etwas mehr.

Euer Adam

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2 Kommentare zu "439 – Das Sommerkleidchen"

  • Dafür bekommst Du meine vollumfängliche Zustimmung! Ich habe Glück! Meine Frau trägt zwar sehr gerne Hosen, aber sobald es wärmer wird… werden Kleider aus leichten Stoffen, die sich mit jedem Windhauch bewegen (wenn die Frau darin sich bewegt, schwingen die bekanntermaßen mit), hervorgeholt. Eine Handbreit über den Knien endend (aaaah, nackte Frauenbeine), eine Handbreit unterhalb oder erst am Knöchel, eng anliegend oder lockerer… Egal, ich bin da ganz schlicht gestrickt, Hauptsache Kleid! Weniger Ausschnitt, etwas mehr Ausschnitt, oder, was Susanne so mag, Träger bzw. ganz schulterfrei… Oder die mit vielen vielen Knöpfchen… Männerphantasien tun sich auf. Wenn sie dann noch diese Schuhe rausholt, die nur aus zwei Riemen, Sohle und dünnem Absatz bestehen… Wie gesagt, ich bin ein ganz schlichtes Gemüt!

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