Zum Hauptmenü Zum Inhalt

452 – Die fette Hochzeitsfeier

2. September 2018

2 Kommentare

  • Liebe

Liebe Frauen,

ach, ist es nicht Euer aller Traum, die perfekte Hochzeitsfeier zu haben? Wenigstens einmal?

Ja, da fliegen die weißen Tauben auf und ziehen hinter sich seidene Banner mit dem Namen der Braut und des Bräutigams, rote Rosenblüten werden sanft vom Wind über die Wiese geweht, mit weicher Hand von einem hübschest angezogenen, bezopften Mädchen, die Kirche liegt inmitten der schottischen Highlands und gleichzeitig findet die Hochzeit am Strand auf Hawaii statt und alle Freunde sind da, alle alle alle, und als Überraschungsgast kommt noch der leider frühzeitig verstorbene Großvater vorbei und wünscht – ganz Yoda-like – alles Gute mit einem weisen Lächeln. Kinderchöre intonieren „Halleluja“, das von Leonard Cohen, und der liebe, reiche Abenteurer-Onkel, der in harten Zeiten für einen da war (beim frühzeitigen Ableben des Großvaters etwa) spielt Gitarre und singt mit warmer Stimme „The Rose“. Und … und auch das Essen ist gut und es wird getanzt, hurra tralala, es reicht.

452 – Die fette HochzeitsfeierAufhören

Denn: Das alles ist schweineteuer, hallo, ich meine, wer soll denn das bezahlen? Der Vater der Braut? Na, der wird sich bedanken, dass er nach dem überteuerten Mahagoni-Sarg für den Opa jetzt auch noch Eisskulpturen in Amorform berappen soll. Wozu? Damit der Champagner daran entlang in Kristallschalen fließen kann? Herrgott.

Und das Kleid. Das wollt Ihr doch auch noch, oder? Weiß und Rüschen und so. Oder nein, sehr sehr schlicht. Und Ihr wisst, was das bedeutet? Ja, richtig, ein vom Designer des Vertrauens an den extra zur Feier des Lebens erschlankten Körper angepasstes Einzelstück aus handgeknüpftem Brokat.

Und der Mann soll auch noch nach was gleichschauen, Maßanzug, bittesehr. Und Nasen-OP, das geht ja gar nicht, dieser Riesenzinken auf den Hochzeitsfotos. Die vom Starfotografen gemacht werden.

Hu.

Lange Ehe

Und nun komme ich Banause daher, und mach Euch das schlecht.

Ja, so bin ich.

Aber nur, weil ich es gut mit Euch meine.

Ja, so bin ich.

Denn: Es gibt eine hochinteressante Studie, die besagt, dass je billiger die Hochzeit war, desto länger hält die Ehe. Gut nicht? Heiraten in Jeans. Kein Ring, keine Tauben, kein Essen, keine Gäste …

Mist, die Studie besagt auch, dass viele Gäste bei der Hochzeitsfeier eine lange Ehe begünstigen. Picknick im Park, jeder kauft sich sein Würschtel selbst. Dann kann auch der Hund mit, der geht dann in den Teich baden und schreckt Enten vergiftende Opas auf. Das kommt gut auf Handyfotos, kriegt man viele Insta-likes.

Ach, bin ich froh, dass ich Euch die Liebe mal wieder gerettet habe.

Und jetzt auf auf, macht Eurem Liebsten einen Antrag. Der wird sich freuen, wenn Ihr ihm sagt, dass Ihr all das gesparte Geld anschließend auf der Hochzeitsreise zu zweit verprassen könnt. Denn: Die Studie besagt schließlich noch, dass Flitterwochen gut sind für eine lange Ehe.

Euer Adam

P.S.: Wer’s nicht glaubt, hier ist die Studie zu finden: https://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=2501480

Dir gefällt mein Artikel? Dann sag's bitte weiter:


2 Kommentare zu "452 – Die fette Hochzeitsfeier"

  • Lieber Adam ,
    Du hast die Geschenke für die Gäste ((und die besonders aufwändigen für die Trauzeugen) vergessen und den Ehevorbereitungskurs der zwingend notwendig für eine katholischen Trauung ist und die Einladungskarten, die Wahl des Restaurants und das voll eingerichtete und ausgestattete Liebesnest des jungen Paares! (Ich wohne in Süditalien. Ich weiss wovon ich spreche….)
    Dabei würde es reichen wenn das glückliche Paar vor der Trauung seine Wohnung gemeinsam mit selbst zusammengebauten Möbeln eines bekannten schwedischen Herstellers einrichtet. Denn DAS ist der ultimative Härtetest für jede Beziehung. Wer das schafft übersteht alles…

Kontaktformular

Schreibe einen Kommentar zu Monica Antworten abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*
*