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514 – Das Spannen

10. November 2019

2 Kommentare

  • Körper
  • Liebe
  • Sex

Liebe Frauen,

Spanner sind … Spanner. Freaks, Ekelpakete, Arschlöcher. Spanner wollen Einblicke ins Intimste anderer Menschen, um sich daran aufzugeilen, iih. Spanner eben.

Sie hocken in ihren dunklen Wohnzimmern und spähen durch die heruntergelassenen Lamellenrollos in die gegenüberliegenden Wohnungen, in der Hoffnung, dass sich dort die Frauen mit nichts lieber die Zeit vertreiben, als nackig hin und her zu laufen. Zumindest sollen sie in Unterwäsche hin und her laufen. Oder in Unterwäsche fernsehen, ist auch ok. Oder einfach nur fernsehen, reicht, dem Durchschnittspanner reicht das, denn er bekommt ja, was er sich wünscht: Er sieht, was andere Menschen tun, wenn sie sich vollkommen unbeobachtet fühlen, wenn sie alleine sind, wenn sie denken, sie sind sicher. Wenn sie sich also nicht verstellen, sondern wirklich so sind, wie sie sind. Dann haben Spanner das Gefühl, etwas „Echtes“ zu erleben. Und das ganze restliche Leben um sie herum empfinden sie als gestellt, künstlich, unauthentisch. Aber da werden sie auf einmal Teil von etwas Intimen, Persönlichem. Und das macht sie an. Manchmal auch sexuell.

(Manchmal tun sie das auch nicht aus dem eigenen Wohnzimmer heraus, sondern zum Beispiel aus der Nachbarkabine eines öffentlichen Klos.)

Und nicht nur manchmal hoffen sie natürlich, dass all die vielen Pornos dieser Welt recht haben, und die bespannten Frauen haben tatsächlich nichts Besseres zu tun, als sich zwischen Bügeln und vor den Fernseher Fläzen in mannigfaltiger Art und Weise selbst zu befriedigen. Das ist der Grund, warum Hochglanzpornos einpacken können: Weil sich der liebe Spanner lieber selbst belügt und vorgibt, nicht zu erkennen, dass die ganzen lieben Spannervideos gestellt sind. Aber sich selbst belügen kann der Spanner gut. Und die Porno-Industrie im Netz blüht. Weil es sehr viele Spanner gibt, da draußen in der großen weiten Welt. Weil ach so viele Männer Spanner sind.

Na gut, weil so viele Männer im Grunde ihres Herzens Spanner wären, würden sie sich nicht dabei vorkommen wie … Spanner.

Also halten sie sich halbwegs zurück.

Meistens.

Ehemänner

Vor allem, wenn sie nicht Single sind, spannen Männer vielleicht dann doch nicht ganz so viel. Weil sie ja wissen, wie allergisch ihre werten Angetrauten reagieren, wenn sie auf einmal anderen Frauen hinterherstarren. Oder sich Pornos anschauen. Oder vorgeben, von einem Tag auf den anderen zum Kunstliebhaber mutiert zu sein, und die Bilder nackter Damen natürlich nur aus kunsthistorischen Gründen am zu diesem Zweck teuer erworbenen Farbdrucker auszudrucken und die Wände damit vollzukleistern.

Aber Ihr, liebe Frauen, könnt diesen Hang zum Voyeurismus Eures lieben Partners auch nutzen. Und umgekehrt.

Beziehungsspanner

Ach, wie oft kommen mir die Klagen zu Ohren, dass sich Männer nach einer gewissen Weile mit ein und derselben Frau angeödet fühlen. Und damit meinen sie auch deren Körper. Und ach wie noch viel öfter wird geklagt, dass die Männer das Gefühl haben, dass sich ihre Frauen längst nicht mehr für ihre haarigen Körper interessieren. Dabei baumeln sie so gern vor deren Nase mit ihren Gehängen rum. Und die Frauen? Schauen nicht mal hin.

Es ist wichtig, sich in einer Beziehung auch die intimen Momente allein zu gönnen.

Aber man kann auch intime Momente öffnen. Wenn man sie ganz bewusst öffnet. Wenn man ihnen das Schildchen „intim“, „persönlich“, „meins“ nicht wegnimmt, wenn man sie also nicht dem Alltag preisgibt, aber sie nutzt, um das Spannen in die Beziehung zu bringen. Denn das Schöne am Spannen ist, dass es eben nichts Alltägliches ist (außer für die, die sonst nichts haben). Das Spannen hat etwas Frivoles an sich. Und dadurch etwas Spannendes. Es prickelt den Alltag auf.

Also: Schaut einander beim Duschen zu, statt einfach im Bad aneinander vorbeizulaufen: Fertig? Dann mach schnell, ich muss auch noch.

Stellt im Bad einen gemütlichen Sessel auf, in dem Ihr Platz nehmen könnt, um nichts anderes zu tun, als dem anderen beim Duschen zuzuschauen. Und vergesst die ganzen Klischeevorstellungen, die jetzt vielleicht in den einen oder anderen Köpfen (mitlesender Männer) aufpoppen: Uh, ja, Selbstbefriedigung unter der Dusche, das hab ich mir immer schon gedacht, dass die das macht. Nein. Ergötzt Euch am Körper dieses anderen Menschen, wenn er etwas Intimes macht. Und wenn er es zulässt. Und erfreut Euch auf der anderen Seite am Wissen, dass Ihr dabei beobachtet werdet, wenn Ihr etwas Intimes macht.

Das geht übrigens auch beim Ausziehen, beim (nackt) schlafen …

Bespannt Euch.

Euer Adam

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2 Kommentare zu "514 – Das Spannen"

  • Beim Duschen? Was hinterher kommt, ist meist noch deutlich besser: Eincremen mit Bodylotion. Wenn sie leise summt, dabei schöne Frauenhände sanft ein Bein nach dem anderen hoch- und wieder runterstreichen, wenn Brüste eingecremt werden, sich ihre Hände dann Richtung untere Regionen bewegen und du weißt, dass sie dich in dem recht kurzen Moment völlig vergisst… Da fallen einem Mann doch unverzüglich andere Körperteile ein, über die diese schönen Frauenhände streichen könnten… Alter Schwede!

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