Adam spricht

über alles, was sich Frauen nicht zu fragen und Männer nicht zu sagen trauen

115 – Die peinliche Stille

| 13 Kommentare

Liebe Frauen,

wir kennen ihn doch alle, diesen Moment, wo man einfach nichts zu sagen hat. Man bemüht sein Hirn, es qualmt schon aus den Ohren und die Hände werden gewrungen, wie wenn man sich da irgendein passendes Thema herausquetschen könnte, doch es fällt einem einfach nichts ein. Und dann sitzt man da und schaut in den Himmel oder die Gegend oder auf den Boden und zählt Steinchen in der Hoffnung, dass der/die andere etwas sagt, dass das Gespräch wieder in Gang bringt.

Peinlich.

Und zwar im wahrsten Sinne des Wortes peinlich, es verursacht Pein, es tut weh, wenn einem das passiert.

Und ganz besonders weh tut es, wenn es passiert, wenn man als Mann gerade mit einer Frau unterwegs ist, die man eigentlich ganz gut findet. Mit der man reden möchte. Und es nicht kann. Und sie genauso wenig.

Ja, das sind die Momente, in denen sich Männer aus ihrer tiefsten Seele heraus erhoffen, dass das gute und alte Klischee über Frauen und Männer stimmt, welches „Ein Mann ein Wort – eine Frau, ein Wörterbuch“ heißt. Raus aus der Verantwortung, soll sie quasseln, was das Zeug hält, nur nicht den Mund zumachen, reden, reden, reden. Und wir Männer können beweisen, was wir nicht für tolle Zuhörer sind. Immer schön beflissentlich „Mhm“ und „jaja“ dazwischenstreuen, dann und wann ein „Ehrlich?“, und die Sache ist geritzt.

Doch Stillen müssen nicht immer peinlich sein, im Gegenteil, es gibt nichts Schöneres als eine nicht peinliche Stille, eine Stille, die sich einfach ergibt zwischen zwei Menschen, weil es in dem Moment nicht nötig ist, dass wer was sagt. Nebeneinandersitzen und schweigen… Das sind natürlich auch die Momente, in denen die Wörterbuchfrauen nerven können, wenn sie zu jenen gehören, die einfach nicht erkennen, dass irgendwann genug gesagt ist, dass irgendwann Wörter nicht nur überflüssig, sondern geradezu störend sind.

Gerne machen Männer Witze darüber, dass es im Grunde wurscht ist, ob eine Frau viel oder wenig redet, denn entweder sie verfahren nach dem Motto „zum einen Ohr rein, zum anderen raus“, oder aber sie legen es eh nicht darauf an, zu reden, wer will schon reden?, reden wird ja vollkommen überbewertet, wenn man doch nur pimpern will.

Ja, haha, lachen wir mal kurz und schmerzlos mit den Männern mit, und dann sagen wir, was Sache ist: Wenn ich nicht mit einer Frau reden kann, dann interessiert mich der Sex mit ihr auch nur mehr mäßig. Sicher, manchmal reicht Sex, aber meistens eben nicht. Und Reden kann man nicht erzwingen, man kann sich nicht zuhause mögliche Themen überlegen, die Gesprächsstoff bieten (Wetter?, die Finanzkrise?, der Nahost-Konflikt?), es muss passieren, es muss genau in dem Moment passieren, dass man ins Quatschen kommt und einfach nicht mehr aufhört. Weil man sich was zu sagen hat. Und weil man sich tatsächlich interessiert für das, was der/die andere zu sagen hat.

Heißt das also: peinliche Stille = vergessen wir die Frau?

Nun…

Ja.

Zumindest so lange ich noch die Hoffnung hege, dass er mir passiert, dieser eine Moment, der nicht mehr aufhört, in dem man die Zeit und sich selber und alle möglichen Konsequenzen vergisst, bis man plötzlich in tiefster Verbundenheit auch schweigen kann, ohne dass es einem peinlich ist.

Euer Adam

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13 Kommentare

  1. Aber … *hmpf*

  2. DOCH! Kann ich auch! ECHT!

  3. Ich? Und damit die peinliche Stille überbrücken? Wollte euch beiden einfach nur weiter zuhören. Oder was meintest du mit Input?

  4. Wie? Seid ihr schon fertig? Schade ….

  5. die momente, in denen man sich eine peinliche stille herbeisehnt, und der andere mensch die klappe einfach nicht zukriegt :-P

  6. aber auch da kann durchaus eine situation entstehen, die man als peinlich bezeichnen könnte …

  7. Dirty Talk, ganz klar – auf keinen Fall überbewertet! ;-)

  8. was mich darauf bringt, dass ich noch nie was zu “dirty talk” geschrieben habe …

  9. “Reden wird ja vollkommen überbewertet, wenn man doch nur pimpern will.” – Genau! ;-)

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© Raoul Biltgen

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