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417 – Die Würde

31. Dezember 2017

4 Kommentare

  • Singles

Liebe Frauen,

Würde kann man nicht kaufen.

Schade, denn sonst wären vielleicht nicht ganz so viele Männer ganz so würdelos.

Eher scheint es sogar im Gegenteil so zu sein, dass je mehr Geld Männer am Konto haben, desto mehr sind sie dazu bereit, sich zu entwürdigen.

Vor wem?

Natürlich vor Euch, liebe Frauen, vor wem denn sonst? Weil sie doch nichts anderes wollen als Euch. Um mit Euch zu schlafen, mit Euch zu leben, mit Euch zu reden, reicht manchmal schon. Und dann braten sie Euch an.

Ich gehe mal davon aus, dass das erste Anbraten an sich noch nicht allzu würdelos daherkommt.

417 - die Würde | Adam sprichtNa gut, ich ziehe diesen Satz zurück, ich meine, Ihr kennt sie doch, die Anmachsprüche dieser Welt. Und ist es würdevoll für eine erwachsene Frau, mit einem Spruch, der es nicht einmal in die Auswahl für Glückskekse geschafft hat, von einem erwachsenen Mann angemacht zu werden? Ich denke eher nicht. Hallo, Ihr vom Himmel gefallenen Engel, da müsste es doch bessere Wege geben.

Aber sei‘s drum, der erste Schritt ist der erste Schritt und manchmal muss man sich als Mann nicht zu schade sein, sich die eine oder andere Blöße zu geben, ja, sich ein wenig zu demütigen, wenn es denn das braucht, um über den eigenen und Euren Schatten zu springen.

Nein, wirklich würdelos wird es ab dem Moment, da der Mann eine mehr oder weniger deutlich gezeigte Abfuhr bekommt. Und weitermacht.

Es ist ja ok, wenn man einen Versuch startet und die angesprochene Frau sagt, vielleicht sogar höflich, aber entschieden: Nein Danke.

Ok ist es nicht, wenn dann und nach den nächsten fünf bis dreißig Körben der Mann zum Dackel wird, der sich ins weibliche Wadl festbeißt und einfach ignoriert, dass der Zug längst abgefahren ist. Dann wird es ein Bitten und Betteln. Ein Flehen. Manchmal ein Jammern. Was wollen die erreichen? Mitleid? Dass die Frau aus Mitleid sagt: Ja, stimmt, du hast recht, du bist ein super Typ, dich erhöre ich jetzt?

Kommt so etwas vor?

Ich glaube nicht.

Oder versucht der Mann durch Hartnäckigkeit zu überzeugen?

Nein, der Mann sieht einfach darüber hinweg, dass die Frau nicht will, ihn nicht will, er hört es ganz einfach nicht, weil er es sich einfach nicht vorstellen kann, dass er abgeblitzt ist.

Und dann laufen sie hechelnd hinter nicht einmal dreißigjährigen Frauen her, die über siebzigjährigen Männer. Gestandene Manager schauen mit großen Augen ihre Sekretärinnen an und platzieren ihnen Pralinen am Computer. Starke Jungs lassen sich von ihrer Clique auslachen, weil sie sich schlimmer aufführen als die bestgeschulten Keiler in der Fußgängerzone. Und beim besten Willen, liebe Frauen, ich kann es mir einfach nicht vorstellen, dass Ihr solch würdeloses Verhalten tatsächlich mit Erbarmen, Hingabe gar zu belohnen bereit seid.

Was dazu führt, dass … nicht etwa der dann doch nicht ganz minderbemittelte Mann ein Einsehen hat, sich denkt, dass das jetzt voll peinlich war, sich vielleicht sogar entschuldigt. Nein, er wird wütend. Auf Euch. Er schnaubt, er schimpft, er lässt seine Macht spielen. Weil er doch tatsächlich der Meinung ist, damit seine verlorene Würde wieder einsammeln zu können. Kann er nicht (Könnt Ihr nicht, liebe mitlesende Männer), es wird nur noch schlimmer.

Und längst reden wir nicht mehr nur über würdeloses Verhalten, sondern über gekränkten Narzissmus.

Aber das zuzugeben liegt natürlich weit unter der Würde des ach so lieben Narzissten, nicht wahr?

Euer Adam

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4 Kommentare zu "417 – Die Würde"

  • Ich habe noch nie verstanden, wie sich ein Mann so verbeißen kann. Das ist nicht nur würdelos sondern auch absolut peinlich. Ich als Mann schäme mich fremd für diese Sorte Mensch. Selbst wenn Frau erobert werden möchte und ihr Spiel spielt, muss man als Mann doch so viel Stolz und Würde besitzen, dieses Spiel nicht mitzuspielen. Aber du redest ja von den ganz armen Würstchen.

  • Das wäre natürlich der Idealfall. Nur scheinen einige Männer, aber auch Frauen, immer nur gewinnen zu wollen. Oder anders gesagt: Viele Menschen sind schlechte Verlierer. Und manchmal frage ich mich, wer in so manchem Spiel der größte Verlierer und somit das ärmste Würstchen ist – Stichwort „Wiener Bob der Baumeister Lugner und seine Haserln, Spatzis und so weiter“. Ich würde da sagen: Arme Würste und Würstinnen.

    Zum Idealfall: da fällt mir gerade Hape Kerkeling ein 😉 und im Idealfall kann es natürlich sehr spannend und aufregend sein, solange sich eben jeder an die Spielregeln des anderen hält.

    • Nachtrag: …besser gesagt – solange der eine die Spielregeln bzw. Grenzen des anderen nicht überschreitet oder ausnutzt oder auf eine andere Art und Weise missbraucht, kann es zu einem ernsten Idealfall werden

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