Adam spricht

über alles, was sich Frauen nicht zu fragen und Männer nicht zu sagen trauen

320 – Der Chef, ein Mann

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Liebe Frauen,

na, schon mal in den Chef verliebt?

Bild: Édouard-Henri Avril

Wenn ja: Macht nichts, das ist schon vielen passiert.

Und die Frage ist: Warum?

Und die Antwort ist: Warum nicht? Auch der Chef ist, wenn er ein Mann ist, halt nur ein Mann. Ein Mann, mit dem frau jeden Tag zu tun hat. Ein Mann, der weiß, was er will. Ein Mann, der bekommt, was er will. Ein Mann, der Macht hat. Ein Mann, der mit Macht umzugehen weiß. Ein Mann, wie er im Bilderbuch für Manager steht. Ein Mann, wie er in den feuchtesten Träumen so mancher Frauen rumrennt. Ja, Klischee, ich weiß, aber wenn ich den Frauen so zuhör, die in meiner Gegenwart reden, dann wird mal wieder bestätigt, dass Klischees nicht auf dem Mistplatz wachsen. Und wenn dann dieser Mann auch noch ein wenig Humor hat und gut aussieht, halbwegs, dann ist es sicherlich nicht schwer, dass eine Frau sich in den Chef verliebt. Denn was wäre die Alternative?

Manche Chefs kann man ganz einfach nicht leiden. Weil sie ihre Macht missbrauchen, weil sie nicht mit Menschen umgehen können, sie führen, leiten, motivieren, fördern und fordern, weil sie Arschlöcher sind. Oder weil sie Mundgeruch haben. Oder ihnen die Haare büschelweise aus dem Kragen ragen. In die verliebt man sich nicht.

Oder aber die Chefs sind Lulus, Weicheier und Waschlappen und können nichts und wollen nichts und tun auch nichts. Sie gehören zu jener Kategorie Männer, die frau, wäre er nicht ihr Chef, nicht einmal mit der linken Arschbacke beschauen würde. Auch in die verliebt man sich nicht.

Und mache Chefs sind auch einfach nur ekelig. Sie sind übergriffig und touchy und ihre Hände sind überall, außer auf der PC-Tastatur, und wenn es nicht die Hände sind, dann sind es die Augen. Und sie grinsen immer feist. Und sitzen immer sehr breitbeinig da. Auch in die verliebt man sich lieber mal nicht.

Ja, dann bleiben wirklich nur mehr jene über, die man gut leiden mag. Die Freunde werden könnten. Aber der Chef als Freund? Geht denn das überhaupt? Chef und Angestellte, das ist nicht gleichberechtigt, per definitionem, der eine zahlt das Gehalt der anderen, der eine schafft an, die andere führt aus, es gibt eine Hierarchie. Irgendwie geht das nicht wirklich. Nur sehr selten. In Betrieben, die nicht so viel Wert auf althergebrachte Strukturen legen, ja, vielleicht. Sehr vielleicht vielleicht vielleicht. Und selbst dann.

Dann was?

Dann greifen eben diese beiden Vorkommnisse gleichzeitig: Super Typ, Statusunterschied. Und ja, machen wir uns nichts vor, auch in Beziehungen gibt es Machtverhältnisse. Mal sind diese ausgeprägter, mal weniger, mal variieren sie von einem Thema zum anderen. Und mal schlägt sie zu, unsere Sozialisiation, die uns immer noch sagt, dass Frau sich zu unterwerfen hat, und dann denkt sich die Frau: Ach, so ein Mann … Ist genau das, was der Chef ist.

Zack.

Und soll man dem nachgeben? Soll man was anfangen mit dem Chef?

Nein.

Euer Adam

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© Raoul Biltgen

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