Adam spricht

über alles, was sich Frauen nicht zu fragen und Männer nicht zu sagen trauen

248 – Der lustige Spruch

| 4 Kommentare

Liebe Frauen,

folgenden Spruch habe ich heute im Internet gelesen: „Liebe Schwiegermama, Bitte spar Dir Deine Ratschläge zur Kindererziehung. Ich hab eins Deiner Kinder daheim … Und ganz ehrlich: Du hast versagt!“

Bild: Félicien Rops

Der Spruch wurde ins Netz gestellt von einem Radiosender – und ist also nichts anderes als Werbung – und wurde fleißig gepostet von einer Frau. Und fleißig geliked natürlich auch. Und fleißig mit Lach-smileys versehen. Und fleißig kommentiert: „So ist es“,“Gut so“, „Mehr muss man dazu wohl nicht sagen“.

Tutleid, aber doch, dazu muss man mehr sagen. Denn ich finde diesen Spruch und die Reaktionen darauf abgrundtief traurig.

Und die angesprochene Schwiegermutter ist mir dabei vollkommen wurscht, ich meine, ganz ehrlich, da wird doch nur ein uraltes Klischee hervorgekramt, um Menschen auf einer möglichst tiefen Ebene zu erwischen, um Werbung für einen Radiosender zu machen.

Nein, ich mache mir Gedanken über die Frau, die diesen Spruch von sich gibt. Denn: Diese Frau lebt also mit einem Mann zusammen, der auch noch Vater des gemeinsamen Kindes ist, bei dessen Erziehung versagt wurde. Warum? Oder: Woran ist das zu erkennen? Und was bedeutet das? Und warum, um himmelswillen, lebt diese Frau mit diesem Kerl zusammen?

Ja, ich kann nachvollziehen, dass eine Mutter nicht will, dass irgendwer ihr in die Kindererziehung reinquatscht. Und ich kann nachvollziehen, dass eine Frau der Meinung ist, dass eine andere Frau ihr Kind nicht gut erzogen hat. Aber wie vernichtend ist dieses Urteil doch im Grunde gegen den Mann. Und sie, die liebe Frau, sagt auch noch über sich selbst, dass sie eine zumindest zu hinterfragende Menschenkenntnis besitzt, sich einen solchen angelacht zu haben. Oder es ist ein Hinweis auf ihre mangelnde Konsequenz, einen Mann nach erfolgter Erkenntnis über seine Unerzogenheit wieder loszuwerden. Oder aber, sie will ihren Mann erziehen, da seine Mutter dies ja wohl nicht hingekriegt hat. Jaja, auch eine Möglichkeit, eine Beziehung zu führen.

Oder ist es wirklich so, dass zurecht so viele abwertende Witze über Ehepartner gemacht werden, weil die meisten Beziehungen im Grunde scheiße sind? Und ich sage sehr wohl Ehepartner, nicht Ehemänner, denn ich muss Euch, liebe Frauen, wohl nicht erzählen, dass es genügend ehefrauenfeindliche Witze gibt, worin die Angetrauten grundsätzlih als Drachen der ewig einengenden Art beschrieben werden.

Aber sind all diese Witze tatsächlich Tatsachen beschreibend? Sind sie, wie so oft bei Witzen, Ausdruck der Verarbeitung unangenehmer Lebenssituationen? Weil man halt sonst nicht damit fertig wird, muss man eben drüber lachen? Besser als drüber zu weinen?

Armes armes Liebesleben.

Davon abgesehen: Glaubt Ihr nicht, dass wenn Ihr nur oft genug darüber lacht, was für einen Loser Ihr als Mann an Land gezogen habt, dass er am Ende nichts anderes sein kann als eben dieser Loser?

Euer Adam

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4 Kommentare

  1. Eine super Analyse, die ich gerade meiner Frau zum Lesen gegeben habe
    In meiner Anwesenheit hat mal eine Frau gesagt: Ich würde nie mein Kind von meiner Mutter erziehen lassen.
    Ich habe geantwortet: Dann muss ich davon ausgehen, dass du schlecht erzogen bist!
    (Ich kann auch böse sein)

  2. Dem ist wirklich nichts mehr hinzuzufügen, sehr gut!

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© Raoul Biltgen

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