Adam spricht

über alles, was sich Frauen nicht zu fragen und Männer nicht zu sagen trauen

253 – Die Mama im Bett

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Liebe Frauen,

Männer sind die Söhne ihrer Mutter.

Bild: Thomas Rowlandson

Ja, auch ihrer Väter, klar, aber habt Ihr schonmal von einem Vatersöhnchen gehört? Eben.

Nun gibt es jene Männer, die es nie von zuhause, sprich Hotel Mama wegschaffen, die alte Junggesellen werden und ihre Mutti hegen und pflegen, so lange sie dasselbe mit ihnen macht, ihnen kocht und die Wäsche macht und den Po abwischt … Gut, das vielleicht nicht, aber auch nur vielleicht nicht, man weiß es schließlich nicht so genau. Zum Glück aber habt Ihr, liebe Frauen, mit denen nur dann zu tun, wenn Ihr deren Mütter seid. Aber dann fallt Ihr nicht mehr in mein Ressort. Als mögliche Sexual- und Lebenspartner aber tauchen sie nur sehr selten auf dem freien Markt auf, es sei denn, man zählt die altfaderische Konditorei, wo sich Frau Mama mit ihren Freundinnen zu Kaffee und Kuchen trifft, dazu, denn dorthin muss Sohnemann sie das eine oder andere Mal begleiten, wenn eine der Freundinnen auf dem Dachboden so eine alte und staubige, aber durchaus willige Jungfer gefunden hat, die noch vor Ablaufdatum unter die Haube gebracht werden muss. Aber zu denen zählt Ihr ja nicht, nicht wahr?, deswegen ignorieren wir getrost die Schreckensfernsehproduktionen à la „Schwiegertochter gesucht“ und schwenken zu jenen Männern, die es dann doch irgendwann fertiggebracht haben, sich von der Mutter zu lösen und ihren eigenen Weg zu bestreiten.

Haben sie das? Tun sie das? Ist das so?

Ganz ehrlich? Nur in den seltensten Fällen. Denn Männer sind nicht blöder als Frauen. Will sagen: Ein Mann, der sagt, dass er verschiedene Dinge einfach nicht kann, und damit meint: kochen, putzen, waschen …, der lügt. Warum? Weil er doch noch nur ein Muttersöhnchen ist. Und wer macht mit? Wer lässt sich darauf ein? Wer spielt für ihn die Mama? Ihr, liebe Frauen, super. Danke.

Oh, klar, Ihr habt einen Mann, der macht das alles selber, oder er macht zumindest mit, hilft, bringt sich ein, geteilter Haushalt und so weiter. Schön. Doch das ist nicht das Einzige, worin ein Mann sich eine neue Mama suchen kann. Da wäre zum Beispiel: Entscheidungen treffen. Mach du. Sag du. Entscheide du.Ganz wie du willst. Kommt Euch bekannt vor? Klar, hat ja auch sonst sein Leben lang für ihn die Mami entschieden, ob er noch Fernseh schauen darf oder zu den Kumpels zum Spielen.

À propos Kumpels und spielen: Ja, es ist schön, wenn jeder Partner auch außerhalb der Partnerschaft noch ein Leben hat, Freunde trifft, was unternimmt, ohne dass der Partner zuhause sauer ist. Aber es darf nicht zu viel sein, alles mit Augenmaß. Und wenn ausgemacht ist, dass er um elf zuhause ist, dann wehe, wenn er erst um halb zwölf aufkreuzt und womöglich auch noch nach Bier stinkt, dann ist aber Feierabend, da kriegt er aber gleich mal Hausarrest aufgebrummt und Fernsehverbot auch.

Ach nein, wir sprechen doch von einem erwachsenen Mann, der kriegt kein Hausarrest und Fernsehverbot, der wird eingeteilt als Shoppingbegleitung und den Müll muss er auch noch rausbringen und schon ist wieder alles im Lot. Denn wer straft den Burschen am effektivsten, wenn er mal wieder versucht hat, den eigenen sturen Schädel durchzusetzen? Mama. Nein, Ihr. Nein, Mama. Nein …

Und da komm ich doch auch auf einen weiteren Gedanken: Dass nämlich, wie immer, auch zu einer Mutter-Sohn-Beziehung zwei gehören. Er sucht vielleicht eine zweite Mama, auch wenn er es nicht weiß, aber wenn er sich wie ein Kind in der Beziehung aufführt, dann liegt das vielleicht auch daran, dass er eine Frau gefunden hat, die ihm die zweite Mama gibt. Auch wenn sie es nicht weiß. Und wenn beide damit glücklich und zufrieden sind, dann sind beide glücklich und zufrieden. Nur schaudert es mich, ganz leicht nur, aber doch, wenn ich mir die beiden im Bett vorstelle … Aber es gibt ja auch genügend Menschen, die darauf stehen, nicht?

Euer Adam

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© Raoul Biltgen

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