Adam spricht

über alles, was sich Frauen nicht zu fragen und Männer nicht zu sagen trauen

271 – Das notwendige Arschloch

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Liebe Frauen,

also, wie ist das?, Ihr braucht Arschlöcher in Eurem Leben, damit Ihr wisst, dass Ihr den richtigen gefunden habt, wenn Ihr ihn gefunden habt?

Bild: Martin van Maele

Zumindest habe ich das so verstanden. Nachdem ich immer wieder von Frauen höre, dass sie sich erstmal auf einige Arschlöcher einlassen müssen, bevor sie dann auf den Mann stoßen, mit dem sie tatsächlich glücklich und zufrieden bis an ihr Lebensende … Und Arschloch heißt: Ja, leidenschaftlich, sicher, denn es wird ordentlich gestritten, es wird ordentlich gelitten, es wird ordentlich geweint und am ordentlichsten Schlüsse gezogen, dass im Grunde alle Männer Arschlöcher sind, und es wäre besser, man würde sich gar nicht auf wen einlassen, dann kann man auch nicht verletzt werden und überhaupt. Dazu gehört auch, dass sie, diese Männer Dinge tun, die gerne als „typisch männlich“ bezeichnet werden, und das heißt, sie sind egoistisch, sie sind Machos, sie saufen zu viel, sie rauchen zu viel, sie kiffen zu viel, sie koksen zu viel, sie verdienen zu viel … Zu viel verdienen? Ja, das habe ich geschrieben, denn dadurch dass sie so viel verdienen, glauben sie, sie können sich alles kaufen, inklusive Eurer Zuneigung, da kommen fette Geschenke und dafür sollt Ihr dann brav sein und sie anbeten und sie blasen, wenn sie es wollen. Oder aber sie verdienen zu wenig, sie sind faule Schmarotzer, die einfach nicht erwachsen werden wollen oder können, die ewig studieren und sich von Mama durchfüttern lassen, oder die sich Künstler nennen und ein besonders innovatives Projekt nach dem anderen einfach nicht umsetzen, sie lassen sich aber nicht sagen, sie sollen sich endlich einen Job suchen, mit dem sie ihre Miete zahlen können, denn sowas sagen nur spießige Frauen, die sie bemuttern wollen, und dann ärgern sie sich, wenn Ihr nicht genau das T-Shirt für sie gewaschen habt, dass sie doch zu diesem Meeting, sprich zu jener Party anziehen wollten, weil sie mit dem lustiglustigen Spruch ihr Rebellentum vor sich hertragen wollten. Oder sie sind ganz einfach nie da. Haben immer was anderes zu tun. Arbeiten einfach viel zu viel. Grundsätzlich geht ihnen so vieles vor, und zwar vor Euch, der Job und das Hobby und die Kumpels und … Und sie schauen ständig Sport. Oder sie sind immer nur mies gelaunt. Oder sie gehen fremd. Oder sie können nicht mit ihren Exen abschließen. Oder sie hören Euch nicht zu, interessieren sich nicht für Euch, für Euer Leben, für Eure Sorgen, für Eure Vorstellungen, für die Beziehung. Oder sie lassen sich nicht scheiden. Oder sie wollen im Grunde nur Sex. Oder sie wollen einfach keinen Sex. Oder sie sind dumm. Oder sie tun auf obergescheit. Oder sie finden Euch dumm. Oder obergescheit. Oder sie sind engstirnig, verbohrt, dieses und jenes, sie sind Arschlöcher eben, Menschen, von denen man nur froh sein kann, wenn man sie von der Backe hat. Von denen Ihr froh seid, wenn Ihr sie von der Backe habt. Ich denke, Ihr wisst, was ich meine.

Die Frage, die sich mir stellt, ist, warum Ihr dann doch immer wieder solche Arschlochfreunde habt?

Weil sie so gutaussehend sind?

Sicher nicht alle.

Oder weil das Arschlöchrige dann doch irgendwie anziehend ist? Weil die jahrhundertelange Erfahrung aller Frauen sagt, dass ein Mann ein Arschloch sein muss.

Ach so, ja, stimmt, weil Ihr ja sonst nicht wisst, was Ihr habt, wenn Ihr nach ein paar solcher Exemplare endlich den gefunden habt, der kein Arschloch ist. Damit Ihr wisst, warum Ihr Euch nun endlich und zurecht in einen solchen verlieben dürft, weil Ihr genau diese Typen ja bis dahin eher als langweilig und unmännlich und Eurer nicht wert abgetan habt.

Gut, wenn Ihr meint.

Nur sollte man dieses System mal den Männern erklären. Damit einerseits die Arschlöcher wissen, dass sie sich keine Sorgen machen müssen, dass sie immer wieder neue Gespielinnen finden, die eine Zeit lang sowas brauchen wie sie. Aber dass sie sich nicht erhoffen dürfen, jemals eine fürs Leben zu finden. Allerdings gehört es zum Arschlochsein dazu, dass man genau das nicht einsieht. Andererseits muss man das den Jungs erklären, die die netten sind und immer schon waren, die die besten Freunde der Klassenkolleginnen waren, aber niemals rangelassen wurden, sondern ihre Schulter zur Verfügung gestellt haben, wenn mal wieder eine von einem der Jung-Arschlöcher verlassen und oder betrogen worden ist. Die Möchtegernmänner also, die irgendwann mal zu den Richtigen werden, denen muss man das erklären, dass sie das wissen, dass am Ende doch sie die Gewinner sein werden, dass sie nur Geduld haben müssen, einfach warten, einfach sich die Frauen an den Arschlöchern abrackern lassen, und dann geht alles von selber und fügt sich wie erhofft. Gebt nicht auf, Jungs, auch Ihr kommt mal dran.

Euer Adam

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5 Kommentare

  1. Wir Frauen sollten zu Arschlöchern werden. Nun meine ich nicht diese tussigen,lange Fingernägel tragenden und mit der Nase viel zu hoch spazierenden Frauen. Hierunter kann ich mir keine Arschlöcher im gewollten Sinne vorstellen. Mir schweben all die verkannten, die ruhigen, die nicht so aufdringlichen Frauen vor. All die, die charmant wie auch humorvoll sind und obendrein noch was auf’n Kast’n haben. Einfach mal Arschloch sein. Einfach mal primitiv und oberflächlich handeln. Einfach mal nicht die Sorge für das Gefühlsleben des Mannes mittragen. Ich möchte glauben, die Männer stehen drauf. Und dann, wenn er sich gerade in uns verliebt und beginnt Vertrauen zu fassen -*zack Abschuss. Natürlich vollziehen wir dies mit all unseren Arschloch-Attitüden (denn bekanntlich erkennt man den Charakter eines Menschen beim Abschied – also schön mies bleiben bis zum Schluss). Warum wir den Mann stehen lassen? Weil er uns langweilt. Außerdem warten wir sowieso auf etwas Besseres, Schöneres, Jüngeres. Melden werden wir uns dennoch ab und zu, denn man hält nicht nur Essen warm. Übrigens; Herzlich willkommen in der Welt der Frauen. In der Welt, in der angeblich alle auf Arschlöcher stehen…weil es schön ist warmgehalten zu werden, weil es sich gut anfühlt respektlos behandelt zu werden, weil das Herz regelmäßig eine Watsch’n braucht.

    • Deinen Satz “Einfach mal nicht die Sorge für das Gefühlsleben des Mannes mittragen” unterschreibe ich voll und ganz, denn darauf kann man schonmal auf die eigenen Gefühle vergessen. Die Frage aber, die ich mir stelle, ist: Warum soll jemand Arschloch sein? Nur, weil es sonst immer die anderen sind? Um mich an den vielen Arschlöchern dieser Welt zu rächen und ihnen zu zeigen, was es heißt, so behandelt zu werden? Was erreiche ich damit? Vor allem aber: Was erreiche ich FÜR MICH damit? Bringt es mich wohin, wo es mir besser geht, wo ich mich wohler fühle, wo ich mehr ich sein kann? Und bitte nicht missverstehen: Ich meine diese Fragen ganz ehrlich. Wenn ich, dadurch dass ich etwas mehr zum Arschloch werde, wohin komme, wo ich glücklicher bin, dann hat der Weg was. Auf der anderen Seite aber gibt es sicherlich sehr viele Wege, nicht nur den des Arschlochs, um glücklich zu werden. Und das meine ich für Männer und Frauen gleichermaßen.

  2. diesen Kommentar habe ich glaub ich schon mal gehört …

  3. Oh, das sind die schlimmsten: da glaubt man/frau, endlich einen netten gefunden zu haben, und dann ist es doch wieder nur ein arschloch …

  4. und ich versuche es mit der Methode “nettes Arschloch” – vermutlich langfristig auch nicht gescheit, oder?

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© Raoul Biltgen

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