Adam spricht

über alles, was sich Frauen nicht zu fragen und Männer nicht zu sagen trauen

328 – Die Selbständigkeit

| 4 Kommentare

Liebe Frauen,

was ist wichtig in einer Beziehung?

Bild: Caldene Clothes

Richtig, dass man man selber bleibt.

Ja, eine Beziehung im Sinne von Liebesbeziehung ist in den meisten Fällen ein Konstrukt aus zwei Menschen. Ist es nur ein Mensch, ist es nicht mehr eine Beziehung. Denn Beziehung beinhaltet Beziehung zu … zum Beispiel eben Beziehung zu einander. Da geht der Einzelne auf in einer Zweisamkeit, die als ersehnt gesehen wird. Da wid davon gesprochen, dass man sich gegenseitig ergänzt, die bessere Hälfte ist, das, was einem gefehlt hat. Gerade noch. Das hat mir gerade noch gefehlt. Zum Glücklichsein. Zum Unglücklichwerden. Denn was passiert?

Irgendwann merkt man, dass man sich verloren hat in dem Ganzen. Dass man selber nicht mehr da ist. Dass man nicht mehr alleine funktioniert. Dass man nicht mehr alleine sein will. Dass man das scheiße findet.

Oder dass man sich selber scheiße findet, wenn man mal alleine ist. Weil man nichts mehr mit sich selber anzufangen weiß. Weil man aufgehört hat, als Individuum zu existieren, die totale Abhängigkeit vom anderen Menschen. Ohne dich? Bin ich nicht.

Schlussfolgerung, welche auf der Hand liegt?

Sich nicht aufgeben. Da bleiben als Person. Als Mensch. Als der Mensch, der liebt und der geliebt wird. Sonst funktioniert das nämlich nicht. Wenn es nicht mehr den Einzelnen gibt, der die Liebe zu einem anderen Einzelnen empfinden kann und der vom anderen Einzelnen geliebt werden kann, dann geht die Liebe verloren. Dann ist man so sehr vereint, dass man den anderen nicht mehr sehen und erkennen kann. Dann kann man ihn auch nicht mehr lieben. Liebe braucht Distanz. Ein wenig zumindest. Dass man immer sieht, wen man liebt, von wem man geliebt wird. Und diese Distanz muss man sich bewahren. Und das muss man, obwohl man sich dagegen wehrt, weil es ja eben gerade diese Liebe ist, die jede noch so kleine Distanz überbrücken will, die aufgehen will in der Liebe des und zum anderen.

Paradoxe Situation.

Oder anders gesagt: Blöd.

Aber wie ich so gern sage: Das macht es spannend.

Spannend ist es, wenn Spannung entsteht. Die Spannung entsteht zwischen dem Drängen und Wollen und Sehnen nach kompletter Symbiose auf der einen und der Notwendigkeit der Wahrung der Eigenständigkeit auf der anderen Seite.

Und wie macht man das?

Indem man nicht im Partnerlook zum Pärchenabend geht.

Euer Adam

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4 Kommentare

  1. Hallo Adam,
    hier beschreibst du eine schwierige Gratwanderung zw. Selbständigkeit und sich arrangieren. Wer seine Selbständigkeit aufgibt, gibt sich auf. Wer sich nicht arrangiert gibt die Verbindung auf.
    Wir beachten auch das Briefgeheimnis.

    • ja, absolut eine Gratwanderung. Die Lösung, die mir vorschwebt, klingt vielleicht paradox: Indem ich nicht auf mich, sondern auf den Partner schau (was manche als “sich arrangieren” ansehen mögen), finde ich letztlich zu mir zurück.

  2. Du sagst es! Ein wenig Distanz muss bleiben und jeder muss sich ein bisschen ICH bewahren. Genau: die Spannung macht es immer wieder spannend, sonst würden wir uns früher oder später doch nur noch anöden, oder? Dann doch lieber neugierig auf den Partner bleiben und all seine Facetten weiterhin wahrnehmen (und selbstredend umgekehrt).

    • leider fällt mir beim besten Willen nicht mehr ein, unter welchen Titel ich das schon mal geschrieben habe: Es ist gut, wenn es Geheimnisse gibt, und wenn man nicht versucht, alle Geheimnisse zu lüften, denn wenn man den Partner in- und auswendig kennt, wird es langweilig

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© Raoul Biltgen

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