Zum Hauptmenü Zum Inhalt

431 – Die Sabotage (Der Ehebauch Teil 2)

8. April 2018

4 Kommentare

  • Körper
  • Liebe

Liebe Frauen,

Ihr seid mir mal wieder auf die Schliche gekommen, ich war eigennützig, ich gebe es zu, ich bin halt auch nur ein Mann.

Ich bin ein Mensch, das wollen wir doch mal festhalten, denn nein, nicht nur Männer denken nur an sich.

Manchmal.

Also ja, weil sich bei mir ein Bauch bemerkbar macht und ich damit als Mann nicht alleine da stehe, habe ich letzte Woche ganz ganz fies Euch, liebe Frauen, so zu manipulieren versucht, dass Ihr das auch noch gut findet, weil es ja im Grunde ein Kompliment an Euch ist, weil er sich so dermaßen saumäßig wohl bei Euch fühlt, statt uns immer wieder zu sagen: Na, bist schwanger, haha? Und damit sagen zu wollen: So langsam reicht’s, abspecken musst, und zwar pronto, Schluss mit Bier und Schoko.

431 - die Sabotage | Adam spricht

Aber ich muss zugeben, dass nicht jeder Mann, der in einer Beziehung mehr wird, dies aus Gründen der Zufriedenheit tut. Denn manchmal ist es auch das Gegenteil. Manchmal fressen sich auch Männer den Frust von der Leber. Vermeintlich. Was ja sonst nur so gerne den Frauen angedichtet wird. Is ja eh scho wurscht. Und je mehr es auf den Rippen wird, desto eh scho wurschter ist es. Eine schöne Spirale setzt sich in Gang, die darin mündet, dass man sich mit einem Kran aus dem Fenster hieven lassen muss. Ist ja auch ein ganz netter Schutzpanzer, so ein Bauch, wenn man mal wieder das Gefühl hat, die Angriffe fliegen tief.

Aber auch diese Erklärung ist mir noch zu simpel. Für manchen Fall zumindest.

Frust und Flucht

Ich glaube, man frisst nicht nur aus Frust, sondern auch zur Flucht. Und manchmal ist es die Flucht vor dem Frust. Man wird dicker und dicker und dicker, um raus zu kommen aus dem, was man einfach nicht mehr mag. In diesem Fall die Beziehung. Weil man weiß, dass der Partner es nicht gut findet, dass man sich derart gehen lässt, nicht mehr auf sich achtet, nicht mehr auf den anderen achtet, alles missachtet, was ein respektvolles menschliches Miteinander möglich macht. Dazu gehört auch, dass man auf die Figur achtet? Bis zu einem gewissen Grad schon. Wenn man es nämlich – bewusst oder unbewusst – darauf anlegt, aus der Beziehung geschmissen zu werden. Wenn der andere ein bestimmtes Maß an Wert darauf legt, dass man eben nicht zunimmt. Wenn man dieses Maß vielleicht für übertrieben hält. Aber sich nicht zu sagen traut. Manchmal ist es eben einfacher, dick zu werden, als zu sagen: Nimm mich, wie ich bin. Nimm mich, wie ich werde. Ich fühle mich gut, so wie ich bin. Und sein werde. Das nennt man dann passiv-aggressiv. Bis es dem anderen reicht. Juhu.

Manchmal ist es aber auch reine Selbstsabotage. Manchmal geht es einem einfach nur zu gut. Und manchmal kann man genau das nicht ertragen. Weil man sowas vielleicht noch nie vorher erlebt hat, dass es einem einfach nur gut geht, dass man sich wohl fühlt, dass man liebt und geliebt wird. Manchmal gibt es irgendwo so ein kleines grünes Männchen mit gelben Zähnchen und Fischatem, das flüstert einem ständig ins Ohr: Das hast du dir nicht verdient, das ist nicht echt, das geht vorbei. Und das kann dazu führen, dass man beginnt, genau dies herbeizuführen. Weil es immer schon so war. Nicht echt und nicht für immer. Und noch weniger verdient. Dann beginnt man Streit, wo es nicht nötig wäre, man wird ungerecht, wo man selber Schuld hat, man frisst sich in die absolute Unattraktivität. Und zwar nicht nur körperlich. Bis man sich selber nicht mehr leiden kann. Weil dann kann es der andere bestimmt auch nicht mehr. Und dann springt das ekelhafte grüne Männchen vor Freude auf und ab und sagt: Ich hab es ja gesagt. Und dann ist man wieder allein allein und denkt sich: Ich hab es ja geahnt.

Aber manchmal ist es eben wirklich so, dass man sich in einer glücklichen Beziehung einfach nur deshalb einen Ehebauch anfuttert, weil er Ausdruck der absoluten Zufriedenheit ist.

Die Schwierigkeit besteht nun darin, den Unterschied zwischen dem einen und dem anderen Bauch zu erkennen. Als Außenstehender. Und selbst.

Euer Adam

Dir gefällt mein Artikel? Dann sag's bitte weiter:


4 Kommentare zu "431 – Die Sabotage (Der Ehebauch Teil 2)"

Kontaktformular

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*
*