Adam spricht

über alles, was sich Frauen nicht zu fragen und Männer nicht zu sagen trauen

106 – Die Wichsphantasien

| 1 Kommentar

Liebe Frauen,

dass Männer wichsen, habe ich wohl schon das eine oder andere Mal erwähnt. Nicht dass Ihr es sonst nicht gewusst hättet, ist klar.

Und dass Frauen das Nämliche tun, also sich selbst befriedigen, davon gehe ich doch mal aus.

Nein, das weiß ich, ich red ja hin und wieder mit Frauen, und bis jetzt ist mir noch keine untergekommen, die gesagt hätte: Ich? Nie!

Und wenn ich mit Frauen rede, wie denn das so ist beim Masturbieren, wird eines klar: Frauen geben sich viel mehr Mühe dabei.

Ihr könnt mir widersprechen, wenn Ihr denkt, dass auch Ihr das eher schnell mal nebenher erledigt, um Druck abzubauen oder weil sich gerade keine andere Gelegenheit zur sexuellen Befriedigung findet, aber ich kenne wenige Männer, die sich extra viel Zeit für sowas nehmen.

Und worauf verwenden Frauen die Mühe und Zeit beim Onanieren? Machen sie es sich gemütlich, schön kuschelig, zünden sie Kerzen an und legen romantische Musik auf? Keine Ahnung, das müsst Ihr schon selber wissen, bin ich eine Frau? Rede ich hier über das, was Frauen so machen? Nein, eben. Aber wenn ich dem Glauben schenke, was ich bisher so mitbekommen habe von Euch fremden Wesen, so doch dies: Ihr lasst Euer Kopfkino rennen, wenn Ihr es Euch selbst besorgt. Egal ob Spielzeug zum Einsatz kommt oder nur die Finger oder der Duschkopf oder… sonstwas, Ihr stellt Euch Dinge vor, die da passieren, die nicht unbedingt dem entsprechen, was tatsächlich gerade abläuft. Ihr stellt Euch Eure Traummänner vor, egal ob der werte Angetraute, der grad auf Geschäftsreise ist, oder George Clooney, der statt Kaffee zu schlürfen, Euch die Klitoris leckt (Schaum auf der Oberlippe inklusive), egal ob es sich an einem weißsandigen Strand in der Karibik oder doch gewagter abläuft (der Spion, der aus der Kälte kam oder ähnliches schwebt mir grad vor), oder ob irgendwelche Pornophantasien bedient werden (Warum liegt denn nun dieses verdammte Stroh da rum?). Vielleicht stellt Ihr Euch auch gar keine Männer vor, sondern Frauen. Oder… Oder was auch immer. Manche Frauen haben mir von recht ausgeklügelten Szenarien erzählt, ganze Drehbücher offenbaren sich, da sind die aberwitzigsten Pornofilme langweilige Kunstfilme dagegen.

Nun, wie auch immer, warum schreibe ich das, Ihr wisst es doch sicher besser, welche Phantasien Euch zum Kochen bringen?

Ganz einfach: Weil es bei Männern da nicht viel zu erzählen gibt. Wir machen das nicht. Gut, vielleicht stellen wir uns schnell mal die nackte Scarlett Johansson, Keira Knightley, Natalie Portman, Angelina Jolie oder Oprah Winfrey (nein, wirklich nicht) vor. Aber da von irgendwelchen großartigen Wichsphantasien zu reden, tut mir leid, das wär wahrlich übertrieben. Im Normalfall wichsen wir einfach nur, fertig aus. Schwanz in die Hand, rubbelrubbelrubbel, spritz, wegwisch, einpack, was wollte ich noch machen? Ah, ja, einkaufen, stimmt, na dann…

Jetzt wo ich das schreib, kommt mir das selber doch sehr enttäuschend vor. Naja, wichsen ist auch meistens eher… enttäuschend, so verglichen mit dem, was sonst noch alles möglich wär, wenn die eine, die ich da letztens gesehen habe, wenn die jetzt klingeln würde, mit nichts auf der Haut als… einem Trenchcoat. Und dann erzählt sie mir was von wegen… ehm…

Also…

Mist, das geht nicht, mir fällt nicht ein, was sie mir erzählen könnte, ich denk höchstens an ihr Gesicht, an ihren Mund, an ihre Brüste, an ihren Körper… Keine Story rundherum.

Tja, Pech gehabt, aber so ist es nunmal.

Euer Adam

Bild: Martin van Maele

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Ein Kommentar

  1. Hm, ich kenne das. Es kommt mir auch das ein oder andere Mal zu Ohren, dass sich Frauen viel mehr Zeit nehmen. Aber ich selbst habe eine gute Freundin, die sich nie viel Zeit dabei nimmt. Finger oder mal nen Dildo. Porno an und das wars. Sorry, das ist auch dort in der weiblichen Welt durchaus zu finden. Obwohl mir persönlich die romantischere Art besser gefällt.

    Ich sollte mir auch mehr Zeit nehmen. Das Blöde (oder Gute?) ist, dass wir unseren Körper besser als kein anderer kennen. Daher kommt man selbst immer viel schneller zum Schuss.

    Gruß
    Daniele

    P.S.: Dein Beitrag ist toll geschrieben und schön zu lesen!

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© Raoul Biltgen

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