Adam spricht

über alles, was sich Frauen nicht zu fragen und Männer nicht zu sagen trauen

148 – Die geliebte Kröte

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Liebe Frauen,

Hugh Jackman.

Hugh Jackman?

Ja, genau, Hugh Jackman. Den findet Ihr doch gut, oder? Die meisten von Euch. Der sieht gut aus und ist cool und charmant und, ja, auch ein guter Schauspieler, er kann singen und ist witzig und trotzdem ein Held und … Und er ist einer der ganz ganz wenigen Holywood-Männer dieser Art, die seit Jahren und Jahrzehnten bei ein und derselben Frau sind, statt sich ein hübsches Möchtegernsternchen nach dem anderen zu angeln oder die gerade anfallenden Filmpartnerinnen flachzulegen. Und wenn der gute Hugh dann mal seine Frau mitnimmt auf den roten Teppich, dann steht da eine ganz normale Frau, kein Püppchen, nein, eine Frau in seinem Alter, kein Häschen, eine Frau eben, keine Barbie. Sie ist keine Angelina Jolie. Sie ist kein Modell. Sie ist nicht schön.

Oder vielleicht doch?

Naja, im Vergleich zu den anderen eben nicht. Nicht so wirklich. Sie ist eher … Durchschnitt. Normal halt. Sie ist eine wie du und ich. Naja, nicht wie ich, aber eben wie die meisten Frauen sind, denn die wenigsten, seid ehrlich, sind Hollywood-Schönheiten, oder? Genau. Und das macht Hugh Jackman irgendwie noch sympathischer. Weil, und das wird dann immer gleich aus dieser Tatsache geschlossen, weil er seine Frau liebt. Er muss sie lieben, wäre er sonst noch mit ihr zusammen? Nein, denn es gibt wahrlich schönere, geilere, superere. Hugh Jackman liebt seine Frau, egal wie sie aussieht. Toll.

Toll?

Bis jetzt ist mir noch niemand untergekommen, der gemeint hat, der blöde Hugh Jackman, echt, warum bindet er seine Frau nicht mit einer Leine an der Leitplanke an der Autobahn fest und krallt sich die schöne Halle Barry? Es liegt Bewunderung in der Luft. Und doch. Und doch sind es nicht die Frauen, wie seine eine ist, die uns in den Köpfen rumspuken, wenn wir von den sogenannten Traumfrauen reden. Ja, ich rede von den Männern. Aber bei Euch Frauen ist es doch nicht anders. Schön muss sie sein. Oder er. Darum geht es doch. Und dann? Ist das alles? Alles was zählt? Worauf es wirklich ankommt? Wollt Ihr einen George Clooney haben, der Euch nach einem halben Jahr spätestens wieder fallen lässt, um sich eine Pornodarstellerin zu angeln? Oder wollt Ihr … mir fällt keiner ein … doch, wollt Ihr den Schauspieler, der Al Bundy gespielt hat, und Euer Leben mit ihm verbringen?

Und jetzt stellt Euch die Frage nochmal, und stellt Euch vor, dass Ihr Al Bundy wirklich ehrlich und von Herzen liebt. Kommt es dann noch drauf an, dass er keinen Traumkörper hat? Dass er einen ziemlich weit nach hinten verschobenen Haaransatz hat?

Jetzt möchte ich mal was sagen, boah, das habt Ihr sicher noch nie gehört: Es kommt nicht darauf an, wie jemand ausschaut, um ihn (oder sie) zu lieben. Gebt Ihr mir recht? So grundsätzlich mal?

Und doch schauen wir uns nicht nach den Durchschnittsmenschen um, sondern nur nach den schönen. Und ist jemand gar unter Durchschnitt, schüttelt uns die Vorstellung, mit ihm (oder ihr) zusammen zu sein. Und dann denken wir noch einmal kurz an Hugh Jackman und überlegen: Haben wir uns nicht doch schon mal gedacht: Also wirklich, dass der mit einer solchen Frau zusammen ist, der könnte doch jede haben. Ja, könnte er. Und er hat sich genau diese eine ausgesucht. Und dann laufen irgendwelche unglaublich tollen Frauen mit kleinen dicken Männern rum, und wir denken: Naja, der hat halt Geld. Und wenn nicht? Und wir sehen attraktive Männer, die mit einer hässlichen Kröte am Arm spazieren gehen. Da greift nicht einmal mehr die Ausrede mit dem Geld.

Und ich sage: Wenn dieser Mann seine Kröte liebt, dann ist er glücklicher als all die anderen Männer, die eine hübsche hohle Nuss rumschleppen. Und wenn der Frosch sich nicht in einen Prinzen verwandelt, wenn er von einer Prinzessin geküsst wird, und wenn der Frosch dann auch noch kein Gold in seinem tiefen Brunnen versenkt hat, sondern einfach nur ein Frosch ist, der grün ist und schleimt, und sie, die holde Hübsche ihn deshalb gerade nicht an die Wand schmeißt, dann kann das vielleicht eben daran liegen, dass sie ihn liebt. So wie er ist. Weil er ein guter Mensch ist. Weil er das ist, was sie will. Weil sich zwei Menschen gefunden haben, die sich lieben, die sich wohlfühlen miteinander, die mit niemand anderem zusammen sein wollen. Und dann sage ich: Liebe macht vielleicht blind, aber sie macht nicht dumm. Denn nur wer denkt, allein ein hübscher Mensch kann einen anderen glücklich machen, der hat da was nicht ganz verstanden.

Euer Adam

P.S.: Das heißt nicht, dass nicht auch hübsche Menschen wen anderen glücklich machen können, sie haben halt nur nicht das Exklusivrecht dazu.

 

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© Raoul Biltgen

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