Adam spricht

über alles, was sich Frauen nicht zu fragen und Männer nicht zu sagen trauen

201 – Die hohle Hoffnung

| 6 Kommentare

Liebe Frauen,

Menschen verlieben sich.

Bild: John William Godward

Und das ist gut so. Nicht nur, weil sie damit letztlich für den Fortbestand der Menschheit sorgen, sondern weil es schön ist, sich zu verlieben.

Noch schöner aber ist es, wenn man zurückgeliebt wird.

Und da liegt das Problem. Nicht immer ist das der Fall. Aber wer hat das noch nicht erlebt?

Eben.

Und was macht man da?

Ein saures Gesicht und man wartet ab, bis es vergeht, dieses Gefühl, das man am besten mit „scheiße“ umschreibt.

Oder aber man lässt es gar nicht soweit kommen. Ganz einfach. Dann muss man sich nicht schlecht fühlen. Man erfährt einfach nicht, dass man nicht geliebt wird von dem Menschen, in den man verliebt ist, nach dem man sich sehnt, zu dem alles will, mit Haut und Haar und Vagina. Oder Penis. Je nachdem. Kommt Euch das bekannt vor? Nein? Dann schätzt Euch glücklich. Mit wie vielen Frauen ich in den letzten Jahren geredet habe, die genau das Problem hatten: Verliebt in einen Mann, von dem sie wussten, dass er sie nicht zurückliebt, aber genau das wollten sie nicht wahrhaben, sie wollten es nicht hören, sie wollten es nicht wissen, also wussten sie es nicht, sie ignorierten es, sie zogen sich in ihre Verliebtheit zurück und suhlten sich in ihr und, egal wie alt sie waren, sie benahmen sich wie schwärmende Teenager und schliefen schlecht und seufzten oft und fragten mich, was sie denn tun sollten, ach weh. (Ich rede in diesem Fall bewusst von Frauen, da mir Männer, die sich so benahmen, nur äußerst selten über den Weg gelaufen sind).

Und was habe ich gesagt? Ich habe ihnen angeraten, endlich für Klarheit zu sorgen, hinzugehen und es auf den Punkt bringen. Aussprechen, was auszusprechen seit so langer Zeit anstand.

Mein Fehler war, wie ich in der Zwischenzeit denke, dass ich da aus einer Männersicht heraus geraten habe. Oder aus einer Sicht, die allgemein als die männliche angesehen wird, tatsächlich ist es durchaus nicht immer so. Wie auch immer: Fakten schaffen und danach handeln. Und wenn man weiß, dass das nichts wird, dann kann man den Schmerz ertragen, bis er vergeht, weil dann vergeht er.

Keine der Frauen, denen ich diesen Rat gegeben habe, hat sich daran gehalten. Denn: Was ich nicht bedacht habe, ist, dass sie damit das Einzige kaputtgemacht hätten, das sie so lange am Leben erhalten hatte: Die Hoffnung. Eine leere Hoffnung, ja, aber eine Hoffnung. Eine Hoffnung, die sich nie erfüllen wird, und doch, Hoffnung bleibt Hoffnung. Eine Hoffnung, die einfach nur hohl ist, aber wer stirbt nochmal zuletzt? Genau, die Hoffnung.

Also darf man sie nicht töten.

Also muss man leiden.

Also kann ich auch nichts dran ändern.

Euer Adam

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6 Kommentare

  1. Ganz schlimm aber ist die Schlussfolgerung: Ich verlieben mich nicht mehr, dann werde ich nicht mehr enttäuscht.
    Dann verliere ich aber auch die Hoffnung auf Liebe!!!

  2. Ja, so ist es. Zum Glück hab ich es mittlerweile begriffen und dieses Muster hinter mir gelassen.

  3. Auf den Punkt.
    Genau SO ist es.
    Gerade selbst wiedermal schmerzlich durchlebt…

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© Raoul Biltgen

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