Adam spricht

über alles, was sich Frauen nicht zu fragen und Männer nicht zu sagen trauen

237 – Das zuschauen Lassen

| 2 Kommentare

Liebe Frauen,

letzte Woche habe ich Euch ein wenig über jenen Gesichtsausdruck geschrieben, den man beim Orgasmus an den Tag legt. Und zur Veranschaulichung habe ich Euch noch einen link und zwei Videos hinzugefügt, wo es eben solche Orgasmus-Gesichter zu sehen gibt.

Das hat mich auf einen weiterführenden Gedanken gebracht, dem ich heute nachgehen möchte.

Wichsen ist das, was man alleine macht. Oder? Klar. Egal, wie man es nennt, masturbieren, onanieren, sich selbst befriedigen, sich streicheln, sich liebkosen, sich etwas Gutes tun, sich einen runterhobeln, sich selbst verwöhnen und so weiter. Und man tut es, weil man es gerne tut oder weil man gerade keine andere Möglichkeit hat oder weil man sehr wohl auch andere Möglichkeiten hat, aber man es trotzdem gerne tut oder weil man es einfach tut und aus.

Wenn man aber zu zweit ist, und ich meine jetzt dort, wo man Sex haben will, tut man es nicht. Weil man ja zu zweit ist, und alleine geht immer, zu zweit eben nicht. Und dann legt man los, auf welche Art und Weise auch immer, da gibt es ja genügend Auswahlmöglichkeiten. Und eine davon ist zum Beispiel jene, bei der man vielleicht gar nicht penetriert respektive sich penetrieren lässt, sondern sich gegenseitig händisch befriedigt. Man tut also bei dem anderen, was der oder die normal alleine tut. Handjob. Fingering. Wie auch immer man das wieder nennen will.

Was aber, wenn man, obwohl man zu zweit ist, selber Hand anlegt? Und nicht etwa, um dem anderen zu verstehen zu geben, was man gerade mag oder nicht mag. Was also, wenn man, gerade weil man zu zweit ist, sich selbst befriedigt?

Wozu soll das gut sein?, fragt Ihr jetzt.

Na eben. Was, wenn man masturbiert, während der andere zuschaut und dabei masturbiert, während man ihm dabei zuschaut?

Tatsächlich tut sich hier ein Grad der Intimität auf, den man gar nicht erwartet hätte, wo man sich doch nur selber berührt, sich aber nicht berühren lässt. Das Intime und damit Spannende daran aber ist, dass man sich ja selber berührt, wie man es sonst nur ganz alleine macht, wenn niemand zuschaut, wenn man machen kann, was man will. Wenn man mit sich machen kann, was man will. Und man kennt sich ja, man weiß ja, wie man sich selber am besten verwöhnt. Was einem was bringt. Man verrät im Grunde die allertiefsten Geheimnisse seiner selbst, indem man sie dem anderen zeigt. Während man sie sich zeigen lässt.

Und vom damit verbundenen Orgasmus-Gesicht muss ich gar nicht reden. Das kommt als Sahnehäubchen noch hinzu.

Und da wir ja gewohnt sind, uns immer zu berühren, wenn wir miteinander Sex haben, ist auch dies ein Zusatz, der besonders prickelnd sein kann: Man muss den Drang unterdrücken, Hand beim anderen anzulegen. Dann bleibt einem nur, diese dadurch erzeugte innere Spannung aufzulösen, indem man sie an sich selber auslässt. Was vielleicht das Masturbieren wiederum in Sphären bringt, die beim alleinigen Wichsen außer Reichweite sind. Das Wissen darum, wie sehr man sich gerade preisgibt noch dazugerechnet, ist diese Variante, Sex zu haben, eine, die wahrscheinlich, zumindest in der breiten Allgemeinheit, weit unterschätzt wird.

Und ich sage nicht, dass man es immer so machen soll, neinnein, denn gerade nach einem solchen Experiment, ist wohl die Lust, es auf die herkömmliche Weise zu machen, umso größer.

Winwin.

Euer Adam

Hier ein paar appetizer von der Seite www.beautifulagony.com, die ich Euch bereits letzte Woche ans Herz gelegt habe:

beautifulagony.com
Play FLV - Play MP4 - beautifulagony.com

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2 Kommentare

  1. “Wenn man mit sich machen kann, was man will. Und man kennt sich ja, man weiß ja, wie man sich selber am besten verwöhnt. Was einem was bringt. Man verrät im Grunde die allertiefsten Geheimnisse seiner selbst, indem man sie dem anderen zeigt. ”

    Vermutlich liegt in deinen Fragen die Antwort darauf, warum das so wenig gemacht wird!

    “Wenn man mit sich machen kann, was man will.”

    Es ist ein Fehler, zu glauben, dass es beim Sex miteinander darauf ankäme, dass das Gegenüber genau das macht, “was man will”. Weil eben ein Großteil des Thrills aus der Andersheit des Anderen rüht, aus der Abenteuerlichkeit der Begegnung.

    Bloß um einen Orgasmus zu erleben, ist “Verkehr” mit einem Mitmenschen wie mit Kanonen auf Spatzen schießen – und noch viel mehr als das!

    ” Und man kennt sich ja, man weiß ja, wie man sich selber am besten verwöhnt. ”

    Ich weiß ja nicht, wie es anderen, männlichen und weiblichen und anderen Geschlechts so geht: ich will mich beim DoItYourself nicht “verwöhnen”, sondern nur eine Spannung lösen, ein kurzes Lusterlebnis mit anschließender Entspannung – ein kurzer Break im Alltag. Könnte auch an den Kühlschrank gehen…

    Es wäre also falsch vom Partner, anzunehmen, dass die “Behandlung”, die ich mir selber angedeihen lasse, auch irgendwie genau DAS sei, was ER mit mir machen sollte! Das wäre einfach eine krasse Verarmung.

    “Man verrät im Grunde die allertiefsten Geheimnisse seiner selbst”

    nö. An der händischen Technik, wie frau sich zum Orgasmus bringt, ist nichts “tief” – jedenfalls nicht im psychisch-geistigen Sinn! :-)

    =meine 2%.

    • Liebe ClaudiaBerlin,
      ja, natürlich kommt es beim sex nicht darauf an, dass das Gegenüber ausschließlich das macht, was man selber will, überrascht werden ist super. aber (wie du in deinem kommentar zu “Das Orgasmus-Gesicht” schreibst), manchmal macht der Partner/die Partnerin es einfach nicht “richtig”, sprich so, dass man nicht wirklich was davon hat. Dann gibt es einige möglichkeiten zu reagieren, eine ist es, vorzumachen, wie es “richtig” geht, eben: was man will.
      Ich gebe dir abslout recht, “verkehr” allein hat mit orgsasmus noch nicht so viel zu tun. Oder mit lustbefriedigung, weil die besteht nicht nur aus orgasmus.
      ist “verwöhnen” nicht auch “Spannung lösen, ein kurzes Lusterlebnis mit anschließender Entspannung”? Ich sage: “auch”. Und an den Kühlschrank gehen, kann auch verwöhnen sein. Verwöhnen ist, sich etwas gutes tun. und das kann so verschieden ausfallen.
      na gut, dass die handtechniken wohl nicht die “allertiefsten geheimnisse” sind, muss ich zugeben, da ist es mit mir durchgegangen … und doch hat ja vor jemand anderem sich selber befriedigen sehr oft mit der überwindung von scham zu tun, was dem verrat von ganz persönlichen dingen sehr nah kommt.
      vielen dank auf jeden fall für deine sehr ausführlichen kommentare, über sex schreiben sollte ja auch nicht nur alleine passieren ;-)

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© Raoul Biltgen

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