Adam spricht

über alles, was sich Frauen nicht zu fragen und Männer nicht zu sagen trauen

251 – Das Verleumden

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Liebe Frauen,

am Anfang einer Beziehung ist es doch so: Man ist dermaßen glücklich, dass man alle an seinem Glück teilheben lassen will.

Bild: John William Godward

Und das geht so: Man postet auf facebook, dass man in einer Beziehung ist, man smst der besten Freundin oder dem besten Freund, dass es wen Neuen gibt, man lässt in jeder x-beliebigen Unterhaltung „mein Freund“, „meine Freundin“ fallen und grinst sich einen weg.

Doch das hört auf.

Auf facebook rutscht die Meldung langsam aber sicher in der timeline nach unten, alle besten und nicht ganz besten Freunde wissen längst, dass es wen gibt, und sie kennen ihn oder sie und sie kennen ihre oder seine Macken auch. Und dann ist man unterwegs, redet mit einem Menschen, und was tut man? Eben, man dreht und wendet nicht die ganze Zeit das Thema so hin, dass man die Liebste oder den Liebsten unterbringt.

Und dann redet man … Na gut, ich rede mal von Mann … Dann redet Mann mit einer Frau und die Frau gefällt dem Mann und der Mann übersieht den Zeitpunkt, an dem es ein Leichtes gewesen wäre, einen Satz mit „meine Freundin“ zu beginnen oder „wir“ statt ich zu sagen oder „unsere Wohnung“, „unser letzter Urlaub“ und so weiter. Und das ist wohl der Zeitpunkt, an dem Ihr, liebe Frauen, anfangt, skeptisch zu werden. Und misstrauisch. Und die Fäuste werden auch schon geballt. Ein wenig halt. Die Frage ist: Gibt es Grund dazu? Gibt es schon Grund dazu? Gibt es ausreichend Grund dazu? Wann gilt es, sich als Mann als vergeben zu outen? Oder wann tut man das als Mensch, denn ich nehme einfach mal an, dass das nicht nur etwas rein Männliches ist.

Klar ist, dass eine Grenze überschritten wurde, wenn aus dem Verschweigen einer Angetrauten das Verleumden derselben wird, sprich: „Neinnein, allein“, und der Hahn kräht dreimal und zuhause durchzuckt es sehr zurecht eine Frau durch Mark und Bein, denn das tut man nur, wenn man es drauf anlegt, dass es von Bedeutung ist, dass es da niemanden gibt.

Was das Verschwiegen anbelangt … Ich kann es nicht mit Bestimmtheit sagen. Ist das Verschwiegen bereits Unterlassenssünde? Wie seh ist man dazu verpflichtet, aktiv den Beziehungsstatus bekanntwerden zu lassen? Außerhalb von facebook. Meine Name ist Adam und ich bin in einer festen Beziehung mit Eva. Wir haben zwei Söhne, und einer davon ist ein missratener Fratz. So läuft es doch auch nicht. Aber nun irgendwelche Sätze von wegen Zusammenhang und Situation und so weiter vom Stapel zu lassen, das bringt doch auch nichts, oder?

Nein.

Aber.

Sollte mensch zu einem bestimmten Augenblick im Leben selber feststellen: Soeben habe ich verschwiegen, dass ich nicht single bin, obwohl nicht nur die Gelegenheit günstig, sondern es auch angebracht gewesen wäre, es zu tun, sollten die inneren Alarmglocken läuten. Und man sollte sich die Frage stellen: Würde ich verleugnen auch? Wenn ja: Sich Gedanken über die Beziehung machen. Wenn nicht: Die nächste Gelegenheit wahrnehmen, das Verschweigen zu beenden. Und eine solche Gelegenheit ergibt sich immer, siehe Anfang einer Beziehung.

Euer Adam

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© Raoul Biltgen

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