Adam spricht

über alles, was sich Frauen nicht zu fragen und Männer nicht zu sagen trauen

264 – Der kleine Unterschied

| 7 Kommentare

Liebe Frauen,

was ist der kleine Unterschied zwischen Mann und Frau?

Bild: Franz von Bayros

Genau: der Schniedel.

Nur dürft Ihr das keinem Mann sagen, denn der hofft natürlich, dass es ein großer Unterschied ist, den er da zwischen seinen Neinen hat, dass er den größten Unterschied vorzuweisen hat, den Ihr jemals zu Gesicht bekommen habt, dass es aber ein gewaltiger Unterschied ist, jaha.

Aber ob dieser Unterschied nun so groß ist oder nicht, ist im Grunde nicht wirklich ausschlaggebend. Denn es kommt nicht auf die Größe an. Sondern auf die Anzahl. Nein, nicht der Penisse, sondern der Unterschiede, die es so gibt zwischen Männlein und Weiblein, denn es gibt viele, sehr viele, und also zwischen Partner und Partnerin auch. Was verwundern mag, scheint es doch ein erstrebenswertes Ziel in einer Beziehung zu sein, ohne großen Unterschiede auszukommen. Gleich und gleich gesellt sich gern, und damit ist gemeint, dass man zusammen Canyoning machen will oder amerikanische hard-boiled Krimis mag, weichgekochte Eier zum Frühstück einem Knäckebrot vorzieht, CSI nicht mehr gut findet, seit Grissom weg ist, Hunde mit Bart lustig findet, Rechtspopulisten am liebsten in den Arsch treten würde. Oder oder oder.

Oder es heißt, dass man auf die gleichen Dinge im Bett steht.

Sprich: Man steht beide auf Blümchensex, oder man mag beide sich dabei mit unflätigen Ausdrucken benennen (Mehlwurm zum Beispiel), oder man steht beide auf Swingerclubbesuche. Und das leuchtet doch ein: Mag er swingen, doch sie lieber ihn für sich allein bei smoothem Pop, dann kommen die Leut nicht zusammen. Oder sie mag ihn würgen, während er auf sie pinkelt, wenn sie als Püppchen verkleidet ihn reitet, und er sie von hinten nimmt, und sie auf keinen Fall seinen Penis in den Mund nehmen will und …

Mit anderen Worten: Wir wollen mit Menschen Sex haben, die so sind wir wir. Wir wollen mit uns selber Sex haben.

Und da fängt es dann an, absurd zu klingen, denn Sex mit uns selber kennen wir schon, wir kennen es alle, und wir praktizieren ihn im Grunde vor allem dann, wenn wir eben nicht Sex mit wem anderen haben (können).

Nein, Unterschiede sind nicht nur okay, sie sind wichtig, wir brauchen die Unterschiede, ohne Unterschiede langweilen wir uns zu Tode. Wir müssen uns allerdings die Frage stellen: Können wir mit den Unterschieden leben? Können wir sie akzeptieren? Können wir akzeptieren, dass wir nicht in allem immer gleich denken und fühlen? Und wie gehen wir damit um? Trotzdem mal mitmachen? Selber auf etwas verzichten? Oder: Wollen wir gewisse Dinge einfach lieber nicht wissen?

Jeder muss für sich entscheiden, wie er oder sie mit solchen Unterschieden, egal wie harmlos oder überwältigend sie sind, umgehen will, aber ich denke, allein das Gefühl, in einer Beziehung zu sein, in der es möglich ist, zuzugeben, wenn ich darauf stehe, in Windeln durch die Wohnung zu rennen (nur als Beispiel und nicht aus dem eigenen Leben gegriffen), muss erhebend sein. Und zwar vollkommen unabhängig, ob der Mensch, dem ich solches Vertrauen entgegenbringen kann, nun sagt: Yay, geil, ich auch, oder aber: Okay … aber ohne mich.

Euer Adam

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7 Kommentare

  1. Seit der Emanzipation wird oft den Frauen eingeredet, Frauen und Männer seien gleich. Glaube ich – noch nicht. Aber ich glaube, dass es deshalb oft Streit in der Ehe gibt.

    • Frauen und Männer sind nicht gleich. Die einen sind Frauen, die anderen sind Männer. Aber nur weil sie unterschiedlichen Geschlechts sind, sollten auf keinen Fall die einen oder anderen deswegen bevorzugt oder benachteiligt werden.

      • Es hat sich bei den Frauen in meinem langen Leben viel getan, sehr viel. Sehr wichtig ist, dass die Eltern dem Mädchen nicht mehr sagen, du heiratest und bekommst Kinder.
        Mädchen sind schon ab der Grundschule fleißiger als Jungen. Sie verkaufen aber ihre Arbeitskraft noch zu schlecht und deshalb werden sie schlechter bezahlt. Auch stürzen sich viele auf wenige Berufe. Und Angebot und Nachfrage regeln den Preis (der Arbeitskraft).
        Auch wenn mich jetzt die Frauen schlagen, sage ich meine Erfahrung: sie zeigen oft weniger Initiative. Vielleicht weil immer noch in “Hinterstübchen” der Mann der Ernährer ist. Wird sich aber auch ändern. Aber die Quotenregelung schlägt auf die Frauen zurück (Quotentussi)

        • “Wird sich aber auch ändern.” Es wird sich nicht ändern, es muss geändert werden. Mit anderen Worten: von selber geht da gar nix. Weil es eben sehr tief in unseren Köpfen verankert ist. Und es muss von Frauen und Männern geändert werden. Und ganz ehrlich, ich denke, es gibt mehr Frauen, die bereit sind (oder wären), in sogenannten Männerberufen zu arbeiten, als umgekehrt. Ein derzeitiger Bundespräsidentschaftsanwärter in Österreich in etwa so: Ich bin für Gleichberechtigung, ich tu auch Frauensachen, Bügeln zum Beispiel. So lange Bügeln eine “Frauensache” ist, die halt auch von Männern gemacht wird, ändert sich nichts. Wenn Bügeln aber Haushaltssache ist, die von einem der beiden Haushaltsbeteiligten erledigt wird, dann schon.

          • Hallo Adam,
            ich bin fast 70. Folglich haben wir noch die alte Rollenverteilung. Das liegt aber an unser beider Ausbildung. Ich verdiene wesentlich mehr als meine Frau.

            Dazu kommt, dass ich schon als Jugendlicher mind. 2 Kinder (habe ich) haben wollte (ich bin Einzelkind). Diese Verteilung und die Kinder wollte auch meine Frau. Wir sind damit glücklich.

            Es liegt auch an den Männern. Die Männer machen selten Service. Wo gibt es noch dt. Kellner? Ich habe oft Kinder gewickelt und den Kinderwagen durchs Dorf gefahren. Ich glaube das ist jetzt normal.

            So wie du zu diesen Themen schreibst, wohnst du wahrscheinlich in der Stadt in einer Mietwohnung. Wir im Dorf im eigenen Haus mit Grundstück (1100 qm). Das heißt, dass ich keine Zeit für Hausarbeit hatte. Das ist fast bei allen Bekannten im Dorf so.
            Ich hatte mal auf der Terrasse gebügelt, in Badehosen. Wer Übung hat, dem gelingen die Arbeiten besser und schneller. Meiner Frau die Hausarbeit und ich kann fast alles in und am Haus (als Beamter).

            Ich habe in der Verwaltung gelernt. Wir waren 5 Lehrlinge mit 1 Mädchen. 5 Anlehrlinge (1 Jahr) waren alles Mädchen. Das hat sich total verändert.

            Versteh mich richtig: Ich für gleiche Rechte, aber auch gleiche Pflichten. Ich bin gegen Vorrechte für eine bestimmte Gruppe, weil es den Betroffenen oft ins Gesicht schlägt. Was nutzt dem 55-jährigen der tolle Kündigungsschutz, wenn er ab 50 keine Arbeit findet?
            Oder: Arbeitsplatz für Schwangere ist toll. Hat schon mal jemand an die Frauen gedacht, die jahrelang als Vertreter auf einem Sprungbrett sitzen? In einer kleinen Gemeinde gab es genau so viele aktive Kindergärtnerinnen wie passive in Mutterzeit. Aber ich will es trotzdem nicht abschaffen.

          • es geht um Aufteilung. Diese Aufteilung kann natürlich auch “klassisch” sein. Nur sollte der Grund nicht sein, “weil es halt so ist und immer so war”, sondern weil es sinnvoll ist, aus welchem Grund auch immer. Weil genau dann ist auch alles andere möglich. Meistens sind es wohl eher die Männer, die die Hausarbeiten machen (können), während die Frauen die Haushaltsarbeiten machen. Das ist aber nicht unbedingt angeboren, sondern vor allem Erziehung. Sind beide Beteiligten zufrieden, ist alles gut. Aber wird übersehen, dass die Frau vielleicht keinen Bock hat, zu bügeln, aber ein Talent für ganz etwas anderes hätte, oder muss der Mann alle Nägel einschlagen, obwohl er zwei linke Hände und einen besonders hohen Pflasterverbrauch hat, obwohl er vielleicht Spaß daran hätte, sich um die Wäsche zu kümmern, dann haben alle Beteiligten ein Problem.
            Davon abgesehen wäre es wichtig, auch mehr Kindergärtner zu haben, weil Kinder auch männliche Bezugspersonen brauchen. Und die Arbeit der Menschen (ob Mutter oder Vater), die sich zu Hause um die Kinder kümmern, sollte auch endlich mal Anerkennung finden.

  2. Ach, aber manchmal darf es gerne auch auf die Anzahl ankommen 8|

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© Raoul Biltgen

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