Adam spricht

über alles, was sich Frauen nicht zu fragen und Männer nicht zu sagen trauen

277 – Der Sex halt

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Liebe Frauen,

wie ist Sex?

Bild: Michael Zichy

Sex ist groß, Sex ist überwältgend, Sex ist die wichtigste Nebensache der Welt, Sex ist die wichtigste Hauptsache der Welt, Sex regiert die Welt, Sex ist unbeschrieblich, es ist, fuck, es ist, Sex ist einfach, genau, das ist es, Sex ist.

Aha.

Immer?

Eben.

Manchmal, nein, ich sage es gleich: Gar nicht mal so manchmal ist Sex halt auch einfach nur … halt. Sex halt. Man vögelt miteinander und fragt sich nicht, wie es denn war, denn die Antwort wäre: Sex halt. Keine übermäßige Extase, keine unglaubliche Erleuchtungen, kein Beben, das die Welt erschüttert, kein kleiner Tod und schon gar kein großer. Sex halt. Nein, nicht schlecht, wirklich nicht, ich rede nicht davon, dass man was erlebt, was man nie nie nie mehr erleben will, weil es mies war, weil es wehgetan hat, weil es eklig war, weil man es beenden wollte, sofort, nein, wriklich, ich meine nicht den schlechten Sex. Ich meine den Sex, der halt Sex ist, den man dann auch wieder vergisst. Man hatte Sex, man ist gekommen, beide, es war auch in dem Moment sogar gut, aber es war nichts Besonderes. Nicht einmal langweilig muss der Sex sein, neinnein, es ist alles ok, wirklich ehrlich, kein Gähnen und dabei Einschlafen. Aber danach. Weil es nicht noch stundenlang im ganzen Körper kribbelt, weil man Dinge erlebt hat, die man nicht für möglich gehalten hätte. Man wusste schon vorher, dass das, was man erleben wird, möglich ist, weil man es schon das eine oder andere Mal und oft erlebt hat.

Sicherlich ist das Sex, den man eher dann hat, wenn man zumindest regelmäßig Sex hat, denn wenn man nur sehr selten mal zum Zug kommt, dann ist dieses eine Mal von sich aus ein Ereignis. Vielleicht ein enttäuschendes, weil die Erwartungen so enorm hoch geschraubt wurden in der Zeit der Dürre, aber niemals halt nur Sex. Und sicherlich ist der Sex, den ich meine, auch Sex, den man eher mit Menschen hat, mit denen man nicht das erste Mal Sex hat. Obwohl auch das vorkommen kann, wenn es nicht das erste Mal mit einem Menschen das erste Mal Sex war, sondern wenn man das wiederum regelmäßig durchexerziert, one night stands am laufenden Band. Halt.

Sex halt.

Die Frage ist, ob die schon die ganze Zeit mitschwingende negative Stimmung dabei angebracht ist oder nicht.

Die Frage ist: Muss Sex immer unbedingt so sein, wie er noch nie zuvor war? Unvergesslich? Will man wirklich jedes einzelne Mal, das man im Leben gefickt hat, auf ewig im Hirn behalten?

Ach, ich höre schon, wie Ihr schreit: Ja, ja, ja. Weil Ihr ja jedes Mal schreien wollt: Ja, ja, ja.

Oder glaubt Ihr, dass wir Männer nun alle schreien: Ja, ja, ja. Weil wir Männer jedes Mal … Eh scho wissen.

Also. Ich weiß nicht, wie es Euch da geht, wenn Ihr mal ganz ganz ehrlich seid, aber egal wie laut die Männer schreien, ich flüstere Euch im Geheimen zu: Nein. Männer mögen auch mal einfach nur die schnelle und unspektakuläre Nummer. Manchmal muss es nicht einmal eine Nummer sein, ein Nümmerchen reicht. Manchmal ist halt nur Sex halt vollkommen ausreichend. Und wenn ich Euch jetzt dazu auffordere, die zwei Wörter „Sex halt“ statt mit einem verdrießlichen Gesicht mit einem wissend lächelnden zu sagen, „Sex halt“, dann bekommt auch dieses blöde Wörtchen „halt“ eine andere Bedeutung. Sex halt. Was soll man sagen? Hat halt immer was.

Euer Adam

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© Raoul Biltgen

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