Adam spricht

über alles, was sich Frauen nicht zu fragen und Männer nicht zu sagen trauen

389 – Der Sexdeal

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Liebe Frauen,

Orgasmus gegen Orgasmus, so schaut’s aus.

Bild: Achille Devéria

Bild: Achille Devéria

Oder etwa nicht?

Sex ist ein Geben und Nehmen, wie es so schön heißt, und zwar ein beidseitiges. Mit anderen Worten: Ich gebe dir, was du willst, dafür bekomme ich, was ich will. Und was wollen wir? Richtig, Höhepunkte en masse. Wir wollen kommen kommen kommen.

Kommen könnten wir zwar auch alleine, aber das macht dann doch weniger Spaß.

Weil es eben beim Sex um mehr geht, als nur ums Kommen allein. Es geht auch darum, dass man gekommen wird. Klingt blöd, aber ich denke, Ihr wisst, was ich meine. Es geht darum, dass wer anderer dafür sorgt, dass man kommt. Ein Geschenk. Das man nur zu gerne zurück gibt.

Und da komme ich. Und zwar ins Stocken. Denn: Geschenk ist nichts, das man zurückgibt. Es ist etwas, das man einfach nur gibt. Sonst ist es kein Geschenk, es ist ein Handel. Der Sexdeal. Wenn du kommst, komme ich auch. Wenn ich komme, kommst du auch. Und der beste Weg, diesen Deal zu begehen, ist, gemeinsam zu kommen. Dann kann man sich nämlich sicher sein, dass auch beide den Deal einhalten, und nicht etwa der eine Handelspartner einen Rückzieher macht, nachdem der andere seinen part erfüllt hat. Mies.

Nein, mies ist es, Sex als Deal zu sehen.

Wir sind doch nicht Trump und die EU, die Spielchen spielen. Und ja, ich hoffe, Euch ist es vergangen, nachdem Ihr einen Vergleich zwischen Sex und Trump vernehmen durftet. Denn Sex könnte auch ein Geschenk sein. Das man also dem anderen macht, ohne dafür etwas zurück zu erwarten. Der Orgasmus gehört ganz alleine dir. Bittesehr. Viel Spaß. Ich hoffe, du kannst ihn genießen.

Und ich?

Ich habe meine Freude daran, wenn ich sehe, dass du ihn genießt.

Und aus.

Schmeißt den Sexdeal, kündigt die Verträge, meinetwegen einseitig, und fangt stattdessen an, Geschenke zu verteilen. Und ja, das geht nicht nur an Euch, liebe Frauen, das geht natürlich auch an die mitlesenden Männer.

Und dann reden wir über Liebe.

Euer Adam

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11 Kommentare

  1. Ein kleiner Artikel zu einer Studie, die genau das besagt, was ich meine (auch wenn es sich da nicht auf Sex bezieht: http://science.orf.at/stories/2854244/

    • Habe vorhin mal in meinen Unterlagen aus der Uniklinik-Zeit gekramt, weil ich meinte, etwas vergleichbares vor etlichen Jahren schon einmal gelesen zu haben (musste damals im Rahmen einer Studie Literaturrecherche betreiben). Harbaugh et al. aus dem Jahr 2007. Da ging es um die Frage, unter welchen Bedingungen “purer Altruismus” entsteht, es wurden ebenfalls die neuronalen Aktivitäten in den zum Belohnungszentrum gehörenden Gehirnarealen per MRI beobachtet. Ist so eine Sache mit den sozialen Präferenzen, gibt ja auch die Form des “impure altruism”. Spannendes Thema auf jeden Fall (William T. Harbaugh et al., Neural Responses to Taxation and Voluntary Giving. Reveal Motives for Charitable Donations. Wurde in Science publiziert). Schönes Wochenende!

      • an ganz anderer Stelle habe ich mal die These aufgestellt, dass es Altruismus im Grunde nicht gibt, dass nämlich selbst dass altruistischste Verhalten im Grunde darauf abzielt, dass man sich selber besser fühlt, nicht schlechter, also “Altruismus aus Egoismus”. Man macht einen andere Freude, weil es einem Freude macht, anderen eine Freude zu machen.

        • Und was ist mit diesem egoistischen Altruismus zwecks Außenwirkung? Man macht anderen nicht deshalb eine Freude, weil es einem selbst Freude macht, sondern weil man dafür wieder ein paar Schulterklopfer erntet (oder sie sich gar selbst gönnt). Besonders miese Form!
          Lies das hier mal, wenn du Zeit hast (reich und reich gesellt sich gern): https://www.heise.de/tp/features/Bill-Gates-zwischen-Schein-und-Sein-3378037.html
          Oder nimm (irgendwie tauchen diese Figuren immer wieder auf) als Beispiel die diversen Kirchen, egal, welche Konfession. Oftmals ist das für sie doch nur ein Deckmäntelchen zur Verschleierung ihrer wahren Absichten, äußerst fragwürdige altruistische Motivation.

          • sieht man alleine daran, dass mit dem “gut Sein” die Medien gefüttert werden, dass da mehr als nur Altruismus dahintersteckt. Und über die Kirchen reden wir lieber mal nicht (schon wieder). Aber im Kleinen: Es sind halt die Menschen, die beleidigt/sauer sind, wenn sich der/die Beschenkte nicht sichtbar freut.

  2. Sexdeal? Ich habe das bis vor ca. 10 Jahren für ein Ammenmärchen gehalten, bis mir eine Frau, die ich sehr anziehend fand, erklärte: “Nur damit das vorab klar ist: wenn du nicht leckst, blase ich nicht.” Die Anziehungskraft hat schlagartig nachgelassen, denn so sollte das sicher nicht ablaufen. Habe mich nur noch gefragt, was wohl die nächste Bedingung sein würde. Sehr schöne Sichtweise mit dem Geschenk!

    • ich glaube ja, dass man nicht nur beim Sex viel öfter Geschenke machen sollte. Und zwar immaterielle.

      • Mir war nicht mehr nach Geschenken. Eine Frau soll und muss ihre Wünsche klar und deutlich äußern, darüber brauchen wir nicht diskutieren. Ich war mal abends ein Bier trinken und hatte sie dort kennengelernt. Wir hatten uns für ein paar Tage später zum Essen verabreded, also unser 1. Date. Nach ungefähr 15 Minuten erhielt ich diese Ansage und zwar im Feldwebelton, sehr herrisch. Sie merkte, dass ich von der Art und Weise, wie sie es sagte, nicht besonders angetan war und erklärte mir daraufhin “mit uns hat das keinen Sinn”, stand auf und ging. Oh ja, gerade immaterielle Geschenke sind sehr schön.

        • “mit uns hat das keinen Sinn” – hat sie ja dann wohl auch aus deiner Sicht sehr richtig erkannt, oder nicht?

          • Ja, hat sie eindeutig. Im Nachhinein betrachtet war es auch die beste Lösung. Immaterielle Geschenke? Mein allerbestes habe ich Jahre später bekommen: meine Frau. Die Liste ließe sich noch erweitern. Durch sie und mit ihr ist mein Haus ein echtes Zuhause geworden und dann kamen im letzten Jahr noch unsere Kinder. Wenn das mal keine supertollen Geschenke sind!

  3. Ich mag das Wort Deal in dem Zusammenhang überhaupt nicht. Sex ist ein Geben und Nehmen ohne Bedingungen oder sollte es zumindest sein. Meine Zustimmung hast du auf jeden Fall. Ist doch auch sehr befriedigend, zu sehen und daran teilzuhaben bzw. mit dafür verantwortlich zu sein, dass Partner/Partnerin befriedigt sind.

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© Raoul Biltgen

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