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460 – Das Texting und das Sexting

28. Oktober 2018

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  • Liebe
  • Sex

Liebe Frauen,

Männer sind ja grundsätzlich eher maulfaul.

Aber gottseidank müssen sie ja heutzutage auch gar nicht mehr reden, denn wir haben Handys. Und mit denen lässt es sich vortrefflichst mit geschlossenen Lippen kommunizieren.

Wie? Was? Das ersetzt nicht das Reden? Wer sagt denn das schon wieder? Sicher eine Frau.

460 - das Texting und das Sexting | Adam sprichtFreundschaft

Texten, whatsappen, chatten, alles geht so schnell und einfach nebenher. Wir sitzen beim Frühstück und tippen los. Wir sitzen im Bus und tippen los. Wir sitzen auf der Arbeit und tippen los. Wir sitzen am Klo und tippen los. Wir sitzen im Bett und tippen los. Und statt ewig lange Reden zu schwingen, reduzieren wir die Worte auf das, was es braucht. Effizienz nennt man das. Wir sind schließlich alle mit den auf 160 Zeichen beschränkten SMS große geworden. Na gut, nicht alle, nur die alten Säcke unter uns. Aber da war man gezwungen, sich kurz zu fassen. Ach, was sag ich, damit fing es nicht an, es fing an mit dem Telegramm. Kind geboren, Stopp, Sohn, Stopp, gesund, Stopp. Oder so. Kein Kino, Stopp, Durchfall, Stopp. Es hat keinen Sinn, ich mache Schluss mit dir. Stopp.

Und dann heißt es auf einmal, nach Jahrhunderten der erwünschten Reduktion, dass das der zwischenmenschlichen Kommunikation schadet. Dass man zu wenig sagt. Dass so manches auf der Strecke bleibt. Die Zwischentöne. Wenn man sich sieht, geht es um mehr, als nur den gesagten Inhalt, man sieht sich, man spürt sich, auch der Tonfall ist ein anderer. Da können Emojis einfach nicht mithalten.

Und ist es nicht genau das, was es ausmacht, dass man den einen Menschen mehr mag als den anderen? Ihm mehr vertraut? Ihn als Freund bezeichnet?

Eben.

Und es stimmt: Wenn man mit Freunden nur mehr textet, bleibt so einiges auf der Strecke. Und es gibt Studien (natürlich gibt es Studien, es gibt immer Studien), die besagen, dass je mehr man Freundschaften rein aufs Texting aufbaut, desto weniger tief gehen sie. Desto weniger sind es im Grunde Freundschaften. Man tauscht sich halt aus, irgendwie, über das Nötige.

Liebe

Wie soll denn das bloß sein, wenn man auch in einer Liebesbeziehung ständig textet?

Besser.

Weil man sich kennt. Zumindest so lange wir eine Liebesbeziehung klassisch definieren: Zwei Menschen, die tatsächlich physisch zusammen sind. Sich sehen. Sich anfassen. Miteinander ihr Leben verbringen. Wenn die nun miteinander texten, – sie auf Arbeit, er zuhause, oder umgekehrt, oder beide auf Arbeit, oder unterwegs, oder wie auch immer, – dann ist das Texten an sich zwar ebenfalls reduziert, es löst aber in der Phantasie die Bilder und Klänge aus, die beide in echt kennen. Wenn sie „hihi“ tippt, weiß er, wie ihr Lächeln ausschaut, wie ihr „hihi“ klingt. Und wenn sie ein „wow“-Emoji sendet, dann sieht er nicht einen gelben Kreis mit aufgerissenen Augen, er sieht ihr Gesicht. Mit eventuell gar nicht mal aufgerissenen Augen.

Die besagten Studien bestätigen: Texting innerhalb der Beziehungen ist gut für die Beziehungen. Weil man sich, egal was man grad schreibt, damit zu jeder Zeit vor allem eins mitteilt: Ich denk an dich. Und heißt das nicht: Ich liebe dich?

Also textet weiter.

Sex

Und schließlich bietet Texting ungeahnte Möglichkeiten der Beziehungsführung, die weit darüber hinausgehen, dass man sich mitteilt, dass Butter fehlt oder der Bus spät dran ist. Weil man im Supermarkt stehen oder an der Bushaltestelle sitzen und Dinge formulieren kann, die man an diesen Orten in echt ganz sicher nicht aussprechen könnte. Wie zum Beispiel: Ich möchte deinen Körper komplett mit Honig einschmieren und dann ablecken. Oder: Ich würde mich jetzt gerne mit dir in hintere Reihe im Bus setzen und meine Hand in deine Hose gleiten lassen, meine Finger durch dein Schamhaar, mit der Fingerspitze zu deiner Klitoris …

Gut, muss man als Mann nur drauf achten, keine allzu engen Hosen anzuhaben, denn sonst könnte die brave Hausfrau, die gerade ihren Einkaufstrolley in den Bus hievt, was sehen, was nicht für ihre Augen bestimmt ist. Aber wer weiß, vielleicht textet ja auch sie, sobald sie sitzt und der Trolley sicher verankert ist, an ihren werten Gatten: Sprühsahne gekauft, mach dich nackig.

Und dass der Mann in seinen engen Hosen eben das nicht weiß, macht das Sexting doch auch spannend, nicht?

Euer Adam

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