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517 – Das Anpassen

1. Dezember 2019

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  • Liebe

Liebe Frauen,

ach wie oft habt Ihr doch schon von lieben Freundinnen gehört, wenn sie sich gegen Euren eindringlichen Rat doch auf einen Mann eingelassen hat, dem Ihr im besten Fall noch ein „er meint es ja eh nicht so“ zugutehalten würdet, dass er sich doch ändern kann.

Und Ihr habt die Augen verdreht und ob Euren eigenen schmerzlichen Erfahrungen gedacht: Nein, wird er nicht.

Wird er auch nicht. Egal wie viel Mühe sich Eure ach so blauäugige Freundin geben wird.

Wir können jemand anderen nicht ändern.

Nur uns.

Die kleinen und die großen Macken

Männer haben Macken. Das wissen wir. So wie Frauen auch. Das wisst Ihr. Manche davon sind harmlos, andere nicht. Zu zweiteren gehört etwa die Angewohnheit, mit allem in die Kiste zu steigen, was bis zu zwei Beine hat. Und die Frau sagt: Jaja, eh, aber jetzt ist das ganz anders, jetzt hat er ja mich. Oder er säuft sich jeden Tag die Birne weg. Jaja, aber nicht mehr, wenn er weiß, dass er die Verantwortung für ein noch zu zeugendes Kind übernehmen muss. Oder er schmeißt das Geld zum Fenster raus oder er fährt Auto wie Mad Max oder er schlägt manchmal zu oder öfter oder er lässt immer immer immer die Klobrille oben oder … Jaja, aber aber.

Und dann?

Dann machen die Männer weiter wie bisher und Ihr, liebe Frauen, ärgert Euch.

Und passt Euch an.

Ihr passt Euch nicht nur seinen Macken an, sondern auch seinen Wünschen. Weil Ihr damit zeigen wollt, dass es geht, dass man sich ändern kann, weil Ihr wisst doch, dass in einer Beziehung manchmal Kompromisse notwendig sind, und einer muss ja damit anfangen, also seid Ihr das, weil gutes Beispiel und dann …

Dann seid Ihr auf einmal eine komplett andere Person und er macht immer noch so weiter wie eh und je.

Und warum das alles?

Weil Ihr Euch einbildet, dass kleine und große Macken nicht so schlimm sind?

Weil Ihr Euch einbildet, ihn zu lieben?

Weil Ihr Euch einbildet, nur so von ihm geliebt zu werden?

Weil Ihr Euch einbildet, dass er doch auch von Euch geliebt werden will und deswegen irgendwann in fernen blauen Tagen checken wird, was er verliert, wenn er Euch verliert? Also wird er Euch nicht verlieren. Weil Ihr das nicht wollt.

Und es stimmt also: Wir können jemand anderen nicht ändern. Nur uns.

Das fremde Ich

Die Frage ist nur, ob wir dann noch wir sind. Oder ob all das schöne Anpassen in der Hoffnung, dass sich wer anderer anpasst, dazu führt, dass wir wer sind, den wir selbst im Grunde nicht mehr mögen.

Und ich glaube nicht, dass Menschen, die sich der erhofften Liebe wegen verstellen und verbiegen, dafür tatsächlich geliebt werden. Nein, es werden halt diese anderen, verstellten und verbogenen Menschen an ihrer Stelle geliebt. Oder gehasst, dafür dass sie sich verstellen und verbiegen. Vor allem aber: Will ich für etwas geliebt werden, das ich nicht bin?

Liebe Frauen, Eure Männer verändern sich nicht. Und eine Liebe auf die Hoffnung zu bauen, dass sie es doch tun, wird aller Wahrscheinlichkeit nach nicht dahin führen, wo Ihr hin wollt. Deswegen mein Rat: Überlegt Euch sehr genau, ob Ihr mit den kleinen und großen Macken Eurer Männer leben wollt. Wenn nein: Aus. Wenn ja: Dann lebt damit. Dann verändert nichts. Nehmt ihn, so wie er ist. Paradoxerweise ist nämlich dies die einzige Möglichkeit, dass er es vielleicht vielleicht vielleicht doch mal tut, sich verändern. Oh nein, mit diesem Satz habe ich wieder Eure Hoffnung geweckt und alles zunichte gemacht. Dann ende ich anders:

Geht auch andersrum. Auch Männer passen sich an, wenn sie sich liebenswert machen wollen. Weil die Frau es nicht tut, sich an sie anpassen. Resultat bleibt das Gleiche. Deswegen mein obiger Rat auch an die mitlesenden Männer.

Euer Adam

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