Adam spricht

über alles, was sich Frauen nicht zu fragen und Männer nicht zu sagen trauen

107 – Die Arsch oder Titten-Frage

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Liebe Frauen,

das habt Ihr doch sicher schon mal gehört, in irgendeinem Film oder von irgendwelchen Freunden, dass es diese und jene Männer gibt, diese, die auf Titten stehen, und jene, die auf Ärsche stehen. Und dann habt Ihr gesagt oder zumindest gedacht: Wie beschränkt ist das denn, wie kann man seine Vorlieben nur auf das eine oder andere äußerliche Merkmal reduzieren, das kann’s doch jetzt echt nicht sein?

Oder aber Ihr habt Euch gedacht: Passt, schließlich habe ich super Titten, schaut her, Ihr Brustfetischisten dieser Welt, schaut sie euch an. Und? Sind die nicht übermäßig super geil?

Oder Ihr habt Euch gedacht: Gut, mein Arsch ist nicht der kleinste, aber, Mann, zumindest hab ich einen, schaut euch nur mal die da an, die hat ja überhaupt nix in der Hose, hallo? Ein Arsch darf ruhig prall und rund sein, damit er schön ist, oder wie sieht das aus?

Nun, ich hoffe, Ihr könnt an Euch das eine oder andere Tolle entdecken, so dass es Euch wurscht ist, worauf Männer als erstes schauen, immerhin glotzt etwa die Hälfte der Mannheit auf genau das, was auch Ihr als Euren Hauptvorzug anseht.

Und tatsächlich ist es so, Männer kann man nach Arsch- und Brustliebhabern einteilen.

Und natürlich ist es so, dass niemals nie und unter keinen Umständen irgendwer das auch einer Frau gegenüber zugeben würde, denn mann weiß schließlich nie, ob die Frau, mit der er gerade redet, ihren eigenen Busen oder aber doch eher ihr eigenes Hinterteil unwiderstehlich findet, während sie das jeweils andere eher weniger toll findet (kennt man ja: „meine sind zu klein, meine sind zu groß, meine hängen, meine stehen, meine sind schief, meine sind zu breit, spitz, schmal, was auch immer“. Und das kann alles sowohl auf Brüste wie auf Pobacken zutreffen). Und deswegen sagen Männer: Nein, ich schau aufs Gesicht. Mit den, wenn sie gut drauf sind, Spitzfindigkeiten: die Augen, boah, so richtig tolle Augen, so blau wie der Himmel, so grün wie das Meer, so braun wie die von Bambi; die Lippen (die Vergleiche spar ich mir mal); die Nase (soll’s geben), die Haut, die Augenbrauen, die Haare, die Zähne…

Nein, diese Männer lügen nicht. Nicht unbedingt. Vielleicht schauen sie tatsächlich auf das Gesicht oder eines der erwähnten Merkmale. Aber niemals nur. Glaubt mir. Auch diese gehören entweder zu den Brust- oder aber den Poschauern. Selbst wenn sie es selbst nicht wissen.

Die Frage ist: Ist das schlimm?

Ist es schlimm, wenn ein Mann einer Frau aufs Dékolleté schaut? Oder eben auf den Hintern? Findet Ihr das schlimm? Oder findet Ihr das etwa nur dann schlimm, wenn das gerade Begaffte nicht Euren Vorstellungen von perfekt entspricht?

Oder geht es um die ewige Frage nach dem Machismus, der die Welt beherrscht.

Sicher, ich kann mir vorstellen, dass es nicht immer lustig ist, wenn man Sprüche hört à la „Mann hat die geile Glocken“, „Mann hat die einen fetten Arsch“. Solche Sprüche müssen ja auch nicht sein, ich denke, ich habe mich auch schon das eine oder andere Mal in dieser meiner kleinen Kolumne über die Neanderthaler-Männer ausgelassen. Aber allein die Tatsache, dass auf Brust oder Hintern geschaut wird, finde ich, ist nicht so tragisch. Es sind nunmal rein optische Dinge, die einem Menschen bei einem anderen Menschen ins Auge springen. Und das ist bei Euch Frauen nicht anders. Blind dates gibt es im wahren Leben nur äußerst selten. Und selbst bei arrangierten blind dates kommt es immer mal wieder vor, dass Mann/Frau sich denkt: Ja, die/der passt, und dann, wenn er/sie sie/ihn sieht… Nein, war dann doch ein Schuss ins Leere.

Davon abgesehen sagt die Tatsache, dass Männern das eine oder das andere wichtiger ist, nichts darüber aus, wie dann das eine oder andere beschaffen sein muss. Es ist ein Klischee, dass Brustfetischisten auf dicke Möpse stehen, es gibt auch andere. Auch wenn man kleine Brüste super geil findet, gehört man zu den Tittenliebhabern. Mit den Hintern ist es genau so.

Ach, und noch was: Auch wenn Männer zuerst entweder auf den Hintern oder auf die Brust schauen, das, was sie da sehen und wie sie es bewerten, ist äußerst selten ausschlaggebend für die eventuellen Handlungen, die sie dann setzen, um mit der dazugehörigen Frau in irgend einer Weise in Kontakt zu kommen. Ausgenommen, mal wieder, die bereits erwähnten Neanderthaler.

Bleibt zum Schluss nur noch eine Frage: Sagt es etwas über den Mann aus, ob ihm das eine oder das andere wichtiger ist?

Meingott, ja, vielleicht wurde er als Baby nicht gestillt oder…

Nein. Ganz einfach nein, es sagt nichts aus, außer dass er halt die eine oder die andere Vorliebe hat. Die Lieblingsfarbe mancher Leute ist rot. Und tragen sie deshalb nur rote Klamotten? Nein. Eben.

Euer Adam

Bild: Peter Driben

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© Raoul Biltgen

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