Adam spricht

über alles, was sich Frauen nicht zu fragen und Männer nicht zu sagen trauen

219 – Der dumme Mann

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Liebe Frauen,

Bild: Félicien Rops

ich weiß und Ihr wisst, ich tendiere doch immer mal wieder dazu, den Mann an sich als eher tumb, simpel, unbedarft darzustellen, als ein Wesen, welches seinen urmenschlichen Ursprüngen noch recht nahe steht, ein der Evolution hinterherhinkendes Etwas, welches eher mit dem Schwanz denn mit dem Hirn denkt, und dessen Gedanken zudem noch aus 3-Wort-Sätzen bestehen, weshalb die heimlichen männlichen Mitleser an dieser Stelle längst ausgestiegen sind.

Aber ich hoffe, Ihr erkennt mein Augenzwinkern dabei. Und ebenfalls dass ich – da wir ja nun unter uns sind – dem heimlichen männlichen Mitleser damit bewusst auf die Zehen steigen will, damit er zurecht sagen kann: Ich doch nicht. Und wie um den Beweis anzutreten, wird er sich vielleicht vielleicht vielleicht ein wenig mehr Mühe geben das nächste Mal, wenn es darum geht, wie er es mit Euch Frauen verscherzen kann. Respektive eben nicht.

Und dann schaue ich mal wieder fern und sehe mal wieder Werbung und ich denke mir: Warum tu ich das alles, wenn mir die Werbung doch nur in den Arsch tritt? Und dass gerade Werbung meinungsbildend ist, liegt auf der Hand, denn so funktioniert sie ja, sie bildet die Meinung, dass irgendwer den ganzen Scheiß braucht, der da beworben wird. Aber es werden rund um das unnütze Zeug auch noch andere Dinge vermittelt, unter anderem Menschenbilder. So gibt es derzeit eine Werbung für eine Süßigkeit. Die Frau kommt nach einem offensichtlich etwas ausgedehnteren Fernbleiben nach Hause und sieht zu ihrem eigenen Erstaunen, dass das Haus, das ja nun in den verantwortungsvollen Händen ihres Ehemannes hinterlassen worden war, keineswegs in Schutt und Asche liegt, wie es doch zu erwarten gewesen wäre, sondern sich schön sauber und aufgeräumt präsentiert. Hat der Ehemann etwa Haushalt und Kinder vollkommen im Griff? Aber nein, wo denkt Ihr hin, in der Rückblende wird uns offenbart, dass er sehr wohl überfordert war mit dem, was sonst die Hausfrau mit links erledigt. Da kann dann die liebende Gattin milde lächeln und ihm eine nach einem in der Antarktis lebenden schwimmunfähigen Vogel benannte Süßigkeit offerieren.

Oder der bärige Mann räumt nach einer Party, bei welcher viel Geschirr angefallen ist, die Spülmaschine ein. Natürlich viel zu voll. Doch er versichert, dass alles sauber wird. Die wohlwollende Frau muss jedoch eingreifen und ihm die richtigen Tabs reichen. Und siehe da, das Geschirr ist blitzeblank. Und der Mann ist stolz auf seine Leistung. Und die Frau lässt ihn in dem Glauben, dass es sein Verdienst ist, und nimmt ihn milde lächelnd in den Arm.

Oder die Frau bereitet ein Weihnachtsessen vor. Und der Mann soll seinen Beitrag leisten und einkaufen gehen. Genervt und sichtlich überfordert schreibt er alles auf, was sie ihm ansagt. Wo soll er das bitteschön nur alles herbekommen? Die Frau weiß Rat: Im Supermarkt mit Hausverstand.

Worauf ich hinauswill? Genau, der Mann ist unfähig, er ist einfach dumm. Zumindest in diesen Dingen, welche den Haushalt betreffen. Er tut, ja, er gibt sich Mühe, aber er kann es einfach nicht. Er ist wie ein Kind, das man an der Hand nehmen muss, ihm alles zeigen muss, und er macht es brav nach. Weil? Ja, weil er nunmal ein Mann ist, nicht?, und die Frau eine Frau. Und der Mann ist nunmal nicht für den Haushalt gemacht, das kann eben nur die Frau. Und der Mann weiß, dass diese seltsame moderne Gesellschaft von ihm erwartet, dass er mithilft und sich einbringt, aber was soll er denn tun, wenn er einfach keine Begabung dafür hat? Dann kann er sich nur auf das Wohlwollen von Euch verlassen, dass Ihr ihm da durchhelft, und es nicht so genau nehmt, wenn es nicht wirklich perfekt ist, was er macht, denn es ist doch der Wille der zählt, nicht? Dochdoch.

Und es gibt ein Königreich, in dem sind alle Töpfe schmutzig. Und niemand schafft es, die Töpfe sauber zu machen. Doch dann taucht er auf, der Ritter in der schillernden Rüstung, und er zückt das supertolle Spülmittel und schon glänzt alles wie nie zuvor, Danke lieber Ritter, du hast uns gerettet. Nur was ist das? Da nimmt der Ritter den Helm ab und darunter verbirgt sich eine Frau. Hurra, hurra, da hatten wir doch fast schon Angst, dass unsere Welt auf den Kopf gestellt worden wäre und ein Mann hätte uns vor dem drohenden Überschmutz bewahrt. Aber nein, die Frau, sie putzt und sorgt dafür, dass alles ist, wie es sein soll, und morgen früh legt sie uns die frisch gewaschenen Unterhosen raus, die nach Blümchen riechen, mmmh, so gut, da würden wir uns die Unterwäsche doch am liebsten über den Kopf stülpen, jawoll.

Euer Adam

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2 Kommentare

  1. Hallo Adam

    wäre ich bei facebook, würde ich Dich liken. Wäre ich bei Google angemeldet , würde ich Dich öffentlich empfehlen, könnte ich Twittern, wär ich dabei, Sharen tue ich Deinen genialen Blog nur mit meinem Liebsten. Aber eins kann ich Dir sagen:
    DANKE und MERCI für die Freude, die Du mir jeden Montag mit Deinen Beiträgen bereitest. Du bringst die Sachen einfach immer ganz elegant auf den Punkt, sodaß man immer rufen möchte: genauso ist es!!!. Keep on blogging! Ich freue mich jede Woche drauf.
    Barbara
    P.S.: wann gibt`s den Blog mal als Buch?

    • Liebe Barbara,
      vielen vielen Dank für deine Rückmeldung, freut mich sehr. Und mit dem Liebsten sharen ist eh viel schöner als alles andere teilen und liken und posten usw ;-) Was das Buch angeht: Ich bin dran. Ich bin schon lange dran, aber ich geb auch nicht auf. Nur habe ich derzeit leider in dieser Hinsicht noch nix Konkretes zu verkünden.

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© Raoul Biltgen

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