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109 – Der zeigefreudige Mann

6. Februar 2012

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  • Männer
  • Penis

Liebe Frauen,

Ihr kennt doch sicherlich dieses Bild eines Mannes im langen Mantel, der in irgendwelchen Parks Frauen auflauert, um, wenn sie vorbeigehen, schnell hinter einem Baum hervorzuspringen, den Mantel aufzureißen und sein Gemächt zu präsentieren? Ja, diese Männer sind arme Würstchen, besonders im Winter, wenn ihnen der Arsch abfriert dabei, wenn einfach keine Frau vorbeikommen will. Andererseits: Berufsrisiko. Oder Hobbyrisiko. Oder: Tja, wenn diese Männer ihren Schniedel im Winter herzeigen, haben sie oft nicht besonders viel zum Herzeigen, denn wir wissen ja alle, Kälte macht klein. Aber ich wollte nicht von diesen klassischen Exhibiotionisten sprechen, sondern von den verkappten. Und das sind die meisten Männer.

109 - der Exhibitionist | Adam sprichtIch habe in der letzten Zeit immer wieder festgestellt, dass Männer allgemein zum Exhibitionismus neigen. Irgendetwas scheint da in ihnen zu schlummern, was sie dazu bringt, ihren Schwanz herzeigen zu wollen. Stolz? Wohl nur in wenigen Fällen, nämlich dann, wenn die betreffenden Mannsbilder auch etwas haben, auf das sie stolz sein können, sprich ein fettes Gehänge. Das haben aber die wenigsten. Und selbst wenn sie es haben, gibt es eigentlich keinen Grund, stolz darauf zu sein, weil sie können ja nichts dafür, da könnten höchstens ihre Eltern stolz drauf sein. Und dann wohl noch am ehesten der Vater. Allerdings ist mir bis jetzt noch kein Papa untergekommen, der rumgelaufen ist und gesagt hat: „Mein Sohn, echt, ich sag es Euch, der hat einen Dödel wie der Unterarm eines Gewichthebers.“ Mit anderen Worten: Auch die Klein- oder Durchschnittsschwänzigen zeigen her, was sie haben.

Nein, das tun sie nicht in der Männerumkleide, da könnte schließlich wer drauf schauen. Also: ein anderer Mann. Und der könnte sich denken: Naja, geht so. Aber Männer gehen in die gemischte Sauna. Nur als Beispiel. Um nackte Frauen zu sehen, ja, aber eben auch, weil sie selber nackt dabei sind. Gibt es getrennte Männersaunen? Nein. Frauensaunen schon. Das sagt doch schon einiges. (Sagt der Bub zum Mädel: „Ich hab etwas, was du nicht hast, und das ist rosa.“)

Lustiger aber tritt diese Neigung zum Exhibitionismus zum Vorschein, seit es Handykameras gibt. Da laufen Männer durch die Gegend und fotografieren sich in allen möglichen und unmöglichen Lebenslagen. Gut, das machen Frauen auch, aber Frauen fotografieren ihr Gesicht, Männer ihr Gemächt. Packen es mitten im Wald aus und knipsen drauf los. Oder im Büroklo. Im Lift. Bei sich zuhaus, bei ihr zuhaus, bei irgendwem zuhaus. Und auf dem Eifelturm, wo wir grad über Phallussymbole sprechen. Und was machen sie mit den Fotos? Sie schicken sie per MMS an ihre jeweiligen Angetrauten. Sofern es solche gibt. Weil sie denken: Ja, wenn die meinen Pimmelmann sieht, wird sie gleich heiß auf ihn und will ihn und mich und… Los geht’s. Oder sie machen es, weil sie hoffen, dass sie ein entsprechendes Foto ihrer Angetrauten zurückbekommen. Was eine Bestätigung wäre dafür, dass ihr Penis so beeindruckend ist, dass sich frau, ihn sehend, nicht mehr beherrschen kann.

Viele Männer aber, besonders jene, die keine Angetraute haben, der sie eine MMS schicken können, laden ihre Schrittfotos auch gerne ins Netz. Plattformen dafür gibt es schließlich mehr als genug. Und ich meine damit nicht nur jene, die auf Pornos spezialisiert sind. In vielen öffentlich zugänglichen Bildarchiven finden sich zig Penisfotos. Und da diese Archive immer sinnvoll und nicht voyeuristisch geordnet sind, sind die Schwänze dieser Welt unter dem Begriff „männliche Anatomie“ zu finden. Sucht mal, es ist so.

Nun stellt Ihr, liebe Frauen, Euch vielleicht die Frage, warum Männer so darauf erpicht sind, ihre Mümmelmänner herzuzeigen?

Ganz ehrlich?

Keine Ahnung.

Weil es sie anmacht zu wissen, dass irgendwer den sieht. Und weil sie die Vorstellung hegen, dass dieser Anblick den Betrachter anmacht. Oder weil sie damit ihre homoerotischen Phantasien ausleben können, weil sie sich und damit den männlichen Körper an sich im Grunde ihres Herzens und Unbewussten derart attraktiv und sexy und erotisch und geil finden, dass sie sich am liebsten selber lieben würden, und wenn nicht sich selber, dann einen anderen Mann an ihrer statt. Aber das würde ja der ordentliche Hetero nie zugeben. Also, nein, so ist es nicht, Männer wissen einfach nur, wie supertoll sie nackt aussehen und schämen sich nicht für ihren Körper und lassen deshalb, aus reinem Altruismus, die ganze Welt an diesem wundervollen Anblick teilhaben.

Na, das ist doch eine nette Geste, nicht?

Euer Adam

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