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413 – Der Schweiß

3. Dezember 2017

5 Kommentare

  • Körper
  • Sex

Liebe Frauen!

Allein das Wort Schweiß löst doch schon Ekelanregungen aus, oder nicht?

Wäh.

Was ist Euch an Bildern in den Sinn gekommen? Dickbäuchige Männer, denen die Soße über den nackten Oberkörper rinnt? Durchs an der Haut klebende Bauchfell? Entlang der strähnigen Rückenhaare? Oder seht Ihr an den Achseln schweißfleckige Oberhemden vor Euch? Oder ist es eher der Geruch, der Euch vor Entsetzen vom Bildschirm hat zurückspringen lassen, dieser penetrante, beißende Gestank, der einem das Gefühl vermittelt, dass er überall ist, wenn man ihn einmal wahrgenommen hat. Der einen selbst den geliebtesten Menschen zu einer Person verkommen lässt, von der man so weit wie möglich entfernt sein will.

413 - der Schweiß | Adam sprichtKeine Angst, ich argumentiere jetzt gar nicht damit, dass Schwitzen eine überlebenswichtige Funktion des Körpers ist und so weiter, denn all das macht den Vorgang nicht unbedingt angenehmer.

Aber ich könnte mir vorstellen, dass der eine oder die andere dann doch auch noch an was anderes gedacht hat. Denn wir schwitzen schließlich auch bei angenehmen Dingen. Und wer mich kennt, weiß, dass ich an Sex denke, ich Schweinigel, ich. Ja, zwei Körper ergeben sich ihrer Lust, nackte Haut an nackter Haut, aneinander, ineinander, sie verschmelzen zu einem, sie sind heiß, im wahrsten Sinne des Wortes. Und der Schweiß der sexuellen Erregung rinnt an ihnen hinab, vermengt sich mit dem des anderen, und der Mondschein glänzt auf wie geölt schimmernden Körpern, welche in dem Moment nichts weniger als die volle Pracht der Menschheit darstellen.

Ja, dann hat der Schweiß plötzlich ganz was anderes.

Meistens.

Nicht immer.

Und was tun wir? Wenn wir fertig sind?

Richtig, wir wechseln die Laken.

Denn selbst wenn wir uns in unserer vollkommenen Hingabe nicht am Schweiß des anderen stören, im Gegenteil, so sind tags darauf all die schönen Assoziationen leider nicht mehr stark genug, um darüber hinwegzusehen, dass wir Schweiß eigentlich nicht haben wollen. Und klar, frischer Schweiß stinkt noch nicht, alter hingegen … Eben.

Aber es liegt nicht nur an der Frische. Schließlich ekeln wir uns auch dann, wenn wir ein frisch durchschwitztes Hemd anfassen müssen. Selbst wenn es vom Menschen stammt, dem wir noch am gleichen Abend in Ekstase den Schweiß von der Brust lecken.

Doch zu behaupten, es habe ausschließlich damit zu tun, in welcher Situation wir uns befinden, stimmt auch wieder nicht. Oder was würdet Ihr dazu sagen, wenn in vollster Leidenschaft plötzlich der Geruch einer verschwitzten Socke, die neben dem Bett gelandet ist, in Eure Nase steigt? Ja, könnte dann doch dem ganzen Unternehmen ein wenig Richtung Trübung verhelfen.

Und dann heißt es immer, der Geruch des anderen, der ja auch durch den Schweiß in andere Nasen übertragen wird, ist das, worauf es ankommt. Ob wir jemanden riechen können. Und dabei wird auch gleich die genetische Kompatibilität überprüft. Hormone sag ich nur.

Hormone hin oder her, manchmal stinkt’s.

Und Leidenschaft und Natur und weiß der Geier hin oder her, Schweiflecken sind nichts Schönes.

Aber Schweißflecken sind leider ein Problem, mit dem wir leben müssen. Entweder, weil wir selber welche bekommen, sobald das Thermometer über fünf Grad Celsius anzeigt, oder die Nervosität zuschlägt, oder weil die anderen welche bekommen, und wir müssen sie sehen. Und wir müssen mit all dem zurechtkommen, was sich dann schlagartig in unseren Köpfen auftut. Gedanken an Geruchsbelästigung der besonderen Art. Gedanken an Sex. Und zweitere sind nicht in jeder Situation die angenehmeren.

Euer Adam

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5 Kommentare zu "413 – Der Schweiß"

  • Ich war mal in Kur. Eine junge Frau machte die Wassergymnastik und hatte eine furchtbare Erkältung. Im Spaß sagte ich zu ihr: „Sie müssen mal auf nackter Menschenhaut schwitzen!“
    Am nächsten Tag war ihre Erkältung fast weg. Da habe ich sie gefragt, ob sie meinen Rat befolgt habe. Ihre Antwort: „Ich habe gebetet, das hat auch geholfen.“
    Da war ich sprachlos!

  • naja, interessantes thema, aber ich denke, man sollte sich schon riechen können und nicht jeder sondert denselben geruch in extremsituationen ab. genau wie wir geneigt sind, über gewisse problemzonen des anderen, ob psychisch oder physisch, hinwegzusehen, würden wir uns doch wohl vorzugsweise mit jemandem verbinden, den wir auch „riechen“ können. es gibt in jeder lebenslage gerüche, die wir ertragen müssen. es ist nicht nur der schweißgeruch, der unter den achseln hervorkriecht. wenn ich jemanden liebe, will ich ihm einfach auch nur einen kuss auf die stirn geben können. wenn dort schweißperlen hängen, hindert mich das kein stück daran. ja, sicher riecht es in dem moment noch nicht, aber wenn ich wirklich liebe, liebe ich alles und dann nehme ich nicht nur einfach hin. könnte ich den geruch des partners in gewissen situationen nicht ertragen, würde ich nicht lieben und wäre am falschen ort. bye bye baby;)

    • Du hast Recht. Man muss sich riechen können. Es gibt Situationen in denen man Mundgeruch hat. Der Betroffene merkt es nicht. Deshalb kann man das sagen. Nein, man muss es sagen, damit der Betroffene etwas tun kann.
      Kontakt mit einer Raucherin wäre für mich unmöglikch. Niemals! Raucher behaupten zwar sie würden sich die Zähne putzen, aber der Geruch kommt aus der Lunge.

      • erst nachdem ich aufgehört habe zu rauchen, habe ist festgestellt, wie stark Raucher danach riechen. Ich also auch. Im Nachhinein kann ich es nicht nachvollziehen, wie eine Nichtraucherin mit mir zusammen sein wollte.

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