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554 – Das Konzert

16. August 2020

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  • Sex

Liebe Frauen,

ist Euer Mann einer, der Euch das Vorspiel gibt, das Ihr von ihm erwartet?

Wenn ich mich so umhöre, ist es doch so, wie es funktioniert: Die Frau will Vorspiel, der Mann will ficken. Aber weil der Mann auch schon mal durch ein Frauenmagazin geblättert hat, weiß er, dass die Frau Vorspiel will, ehe er ficken darf, also tut er ein wenig an ihren Brüsten rumdrücken, küsst sie einmal in den Nacken und beißt sie dann in die Brustwarze, dass ihr die Lust aufs Vorspiel vergeht. Und dann wird gestopft. Sorry für den Ausdruck.

Oder ist das bei Euch anders?

Die Vorband

Wenn wir auf ein Konzert gehen, gibt es jene Band, die wir sehen wollen. Auf die wir uns freuen. Für die wir 60 Euro hingelegt haben. Oder mehr. 160. Und wir können es kaum erwarten.

Und dann kommt die Vorband. Hat niemand bestellt, will niemand hören, spielt trotzdem. Warum? Der Künstler sagt: Um den Jungen eine Chance zu geben, gehört zu werden. Kennt man ja, die verschiedenen Legenden, die beweisen, dass die Vorband am Ende erfolgreicher war als der Hauptact. Macht sich ja auch gut in diversen Biografien und so.

Die Vorband wird zustimmen. Und hoffen, dass auch sie einstmals diese Legende ihrer Erfolgsgeschichte hinzufügen können.

Der Aufwärmer

Ich glaube aber, wenn wir den Veranstalter fragen, der, der ja auch Geld ausgibt, dass die Vorband spielt, wenn auch nicht viel, dann geht es darum, die Zuschauer aufzuheizen: Wer mal auf einer Bühne stand, weiß, dass die ersten Minuten die schlimmsten sind, weil man dann um die Aufmerksamkeit eines und einer jedes und jeden Einzelnen kämpfen muss. Und dann muss man den Beweis antreten, dass man es wert ist, diese Aufmerksamkeit zu bekommen. Stimmung halten. Stimmung steigern. Dramaturgie bis zum Höhepunkt. Dann wird man abgelöst und der Hauptact legt sich in ein vorgewärmtes Bett und darf abspritzen.

Ich schmeiße grad die Bilder durcheinander. Weil der Vorgang offensichtlich ein recht ähnlicher ist. Nur dass beim Sex wenigstens niemand anderer für mich abstaubt.

Und doch bleibt das Gefühl, dass das Vorspiel halt nur das ist, was der Name sagt: Das, was vor dem Eigentlichen kommt. Und deswegen möglicherweise auch nur vorgespielt wird, weil nicht wirklich Interesse besteht. So wie man ja auch der Vorband brav klatscht und vielleicht sogar ein Uh schenkt, aber doch froh ist, wenn’s vorbei ist.

Der Hauptact

Aber dann, Hurra, haben wir’s überstanden, selbst wenn’s gut war, selbst wenn wir uns vornehmen, die Vorband zu googlen, wenn wir zuhause sind, was wir aber nicht tun werden, denn nach dem Konzert ist nach dem Konzert der Band, für die wir ja gekommen sind. Orgasmus.

Was aber wäre, wenn der Veranstalter die Vorband nicht als Vorband ankündigt, sondern als einen von zwei Acts? Wenn die Hierarchie fällt? Wenn man die eine Band zwar kennt, die andere jedoch nicht, aber beide sind gleichwertig. Wenn Konzerte also Doppelpacks wären. Würden wir dann vielleicht weniger herablassend auf die uns unbekannte Band schauen? Würden wir uns vielleicht sogar drauf freuen? Hey, ich bin schon gespannt, was ich heute Neues entdecken werde?

Könnte funzen.

Vielleicht.

Nur beim Sex?

Dann müsste es auch beim Vorspiel was zu entdecken geben.

Ich befürchte aber, dass beim Vorspiel ebenso oft (oder öfter) Routine abgespult wird.

Rock

Die Lösung wäre vielleicht, dass wir das mit dem Vorspiel lassen.

Nein, ich meine jetzt nicht das, worauf sich ach so viele Männer freuen: Yay, steif, rein, raus, hurra. Nein. Sondern dass das alles eins ist. Dass es schon viel früher beginnt. Und viel später aufhört. Dass es kein Davor mehr gibt, sondern nur ein Währenddessen, und alles ist Teil eines Ganzen.

Ob das klappen kann?

Und dann ist Sex Sex. Mal lang, mal kurz, mal schnell, mal langsam, mal variantenreich, mal nicht. Wie man’s halt gerade will.

Euer Adam

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