Adam spricht es aus

was sich Frauen nicht zu fragen und Männer nicht zu sagen trauen

161 – Die Muschi

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Liebe Frauen,

Bild: Nicolas Tassaert

ach ja, das waren noch Zeiten, als es deutschsprachige Softpornos mit Sascha Hehn auf RTL Plus gab, in denen die Lederhosen gekracht und die Dirndln geplatzt sind. Und als wir uns alle scheckig gelacht haben, wenn die fesche und dralle und naive Bauerntochter den feschen und lasziv blickenden und überhaupt nicht naiven Bauernburschen gefragt hat: „Willst du meine Muschi streicheln“, denn wir wussten, sie hat ihre Katze gemeint, haha, und er nicht, hahaha.

Tja, und was soll ich sagen, kaum betitele ich einen meiner Texte mit „Die Muschi“, glauben alle, dass ich über eben diese schreibe, die Muschi, im Sinne von Möse, Vagina, weibliches Geschlecht. Aber was ist, wenn ich jetzt wirklich über Katzen schreibe? Ha, da schaut Ihr aber.

Oder Ihr fragt Euch so wie ich, was es mit den Katzen und den Muschis und den dazugehörigen Frauen so auf sich hat.

Nicht erst seit es facebook gibt, sind lustige Katzenfotos im trend. Da schauen die Fellviecher dumm aus der Wäsche oder aus dem Fenster oder aus dem Katzenklo, da liegen sie mit gespreitzen Beinen da oder kneifen die Augen seltsam zusammen, sie schauen ganz lieb und ganz hilfsbedürftig und ganz unschuldig oder böse oder fauchen oder kratzen oder … Ich denke, Ihr wisst, was ich meine. Schnell noch einen lustigen Spruch dazugepappt, und schon steht’s auf facebook und alle liken es, die’s sehen, weil’s ach so süß ist.

Alle? Nein, nicht alle. Nur die Frauen. Diese Bilder werden auch nur von Frauen gepostet. Unter Umständen an Männer weitergeleitet. Die’s dann vielleicht doch liken, aber nur, weil sie sich moralisch dazu verpflichtet fühlen. Oder sexuell, denn die Frau, von der sie es haben, ist eine mögliche Partnerin fürs Bett. Aber was hat es mit den Kätzchen und Euch Frauen auf sich? Warum ist da so? Ist es wirklich einfach nur der Mutterinstinkt, der bei Euch Alarm schlägt, wenn ein Tier mit Kindchenschemagesicht in die Kamera schaut? Wollt Ihr Kinder mit Fellohren? Seid Ihr, ich bitte um Entschuldigung, wirklich so simpel gestrickt? Das mutet ja fast schon männlich an. Und das ist ja nichts Neues, das mit den Katzen, vor facebook gab es Klebekatzen und Postkartenkatzen und irgendwann sogar echte, iiih.

Nein, ich habe wirklich nichts gegen Katzen, aber wenn ich mir vorstell, wofür die herhalten müssen … Dabei sind doch gerade Katzen selbständige, unabhängige Tiere, die wissen, was sie wollen, die sich nicht einfangen und dressieren lassen. Die nicht den Menschen gehören.

Aha, ist es das? Wollt Ihr, liebe Frauen, uns Männern eigentlich mit diesen verdammten süßen Kätzchen eigentlich sagen: Wir sind unabhängig, wir brauchen Euch nicht, aber Ihr merkt das nicht einmal, Ihr dummen Männer. Ist es das?

Das würde dann ntürlich auch eine mögliche Erklärung bieten, warum ein und dasselbe Wort dieses Tier bezeichnet und Euer Geschlecht. Abgesehen von der Behaarung desselben, als dies noch üblich war: Wir dürfen die Muschi streicheln, aber wenn die Muschi genug davon hat, dann fährt sie die Krallen aus. Und die Muschi tut ganz unschuldig, aber sie ist eine Raubkatze, sie fängt sich die Mäuse und spielt mit ihnen, bis sie sie mit Haut und Haaren frisst.

Und das arme Bauernmädchen war überhaupt nicht so naiv im 70er Jahren Softporno, die hatte es faustdick hinter den Ohren, weil die wollte ja den Bauern ins Heu kriegen, weil er doch der reiche Bauer war, und eine gute Party angelt man sich, indem man schnurrt und ihm um die Beine schwarwenzelt, bis er nicht mehr anders kann, als der Muschi eine Schale mit Milch hinzustellen, aus der sie leckt. Und ich werde jetzt nicht auf dieses Bild eingehen, von wegen Milch als weiße Flüssigkeit, die der Katze über die Lippen rinnt …

Euer Adam

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© Raoul Biltgen

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