Adam spricht

über alles, was sich Frauen nicht zu fragen und Männer nicht zu sagen trauen

341 – Der Sex im Auto

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Liebe Frauen,

und? Schon mal in einem Auto gefickt?

Nicht umsonst ist mir wohl letzte Woche bezüglich Sex und Auto das Bild eines alten Wagens aus Großvaters Zeiten eingefallen, denn so verhält es sich auch mit dem sich darin abspielenden Vergnügens: lang lang ist’s her.

Und damit meine ich nicht: Mein letztes Mal Sex im Auto ist lange her (ist es), sondern überhaupt. Denn: Einerseits legen immer weniger Menschen Wert auf den Besitz eines Personenkraftfahrzeugs, andererseits können wir es auch woanders tun.

Ich bin fast am Land aufgewachsen, sprich: Am Rande einer Kleinstadt. Und damals (ja, es ist sehr lange her), war der Ausbau des öffentlichen Verkehrs höchstens gerade mal gezeugt, ausgebrütet und umgesetzt aber sicher nicht. Da empfahl es sich für junge Menschen, alsbald einen fahrbaren Untersatz ihr eigen zu nennen, so sie denn auch mal im Nachbardorf Kühe umscheißen oder die Landdisko unsicher machen wollten. Dafür war ich ein wahrer Spätzünder, habe ich doch den Führerschein erst mit neunzehn gemacht. Hui. Und an dieser Stelle müsste jetzt kommen: Aber heutzutage kommt man ja überall hin mit Bus und Bahn. Trotzdem scheint es recht in Mode zu sein, sich mit dem Auto zum nächsten Besäufnis zu begeben, wenn ich so die Zeitungen meiner alten Heimat aufschlage und lese, wie viele junge Menschen mit gerade mal dem Schein in der Tasche sich um einen Baum gewickelt haben. Allerdings lebe ich zwischenzeitlich in einer Stadt, die sich auch als solche bezeichnen darf, ohne rot zu werden, und da gibt es wirklich viele, die kein Auto besitzen, auch keines besitzen wollen, weil es eh keinen Parkplatz gibt, die Ubahn fährt die ganze Nacht und Taxis nennen sich Uber und sind günstiger als das verfahrene Benzin.

Andererseits trifft leider das ach so schöne Klischee der ach so schönen Filme aus den 50ern bis 70ern des letzten Jahrhunderts kaum noch zu, dass man sich zuhause aber sowas von nicht blicken lassen durfte, wenn man als junge Dame dem jungen Herrn gegenüber den Petticoat zu lüften bereit war. Sex im Kinderzimmer? No way.

Blasen im Auotkino? Schon eher.

Schnelle Nummer mit Schaltknuppel zwischen den Knien und Gelsen am Arsch, weil man unvorsichtgerweise das Fenster hat offen stehen lassen, weil die Grillen so romantisch gezirpt haben, nächtens am Waldesrand, ja, das hatte was, da geraten heute gesättigte Männer und Frauen gerne ins Schwärmen.

Und die jungen tun ihnen leid, weil sie das nicht mehr erleben können.

Nur: Sex im Auto war und ist und bleibt eines: Scheiße.

Ja, klar, das Abenteuer, das Ungewohnte, das Risiko, durch beschlagene Scheiben vom verschlagen spannenden Opi, der grad mit dem nicht existierenden Hund Gassi geht, erwischt zu werden, all das prickelt, ja. Aber der Sex an sich, eher naja. Denn Autos sind dazu konzipiert, nur in einer Art der Buntzung halbwegs gemütlich zu sein: aufrecht nach vorne blickend sitzend. Und um Lenkräder gewickelte Beine verursachen beim Entknoten Krämpfe und Autodächer sind immer niedriger als man sie braucht und Nackenstarre ist vorprogrammiert.

Und dewegen sage ich Euch, liebe junge Frauen, die Ihr Euch das PKW-Gerammel so toll vorstellt, weil Eure Muttis gerne mal hinter vorgehaltener Hand kichernd erzählen, Ihr seid auf der Rückbank eines roten VW Käfers gezeugt worden: Wirklich, es gibt Dinge, die man dringender im Leben nicht verpassen sollte. Auch in sexueller Hinsicht.

Euer Adam

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9 Kommentare

  1. Da ich meistens auf dem Tablet lese, hat meine Frau diesen Titel gesehen und gelacht.
    Sex im Auto war damals oft die einzige Möglichkeit. Da wir geil und geübt waren, haben wir die unbequeme Stellung nicht bemerkt – oder halt akzeptiert.

  2. Oh klasse. Dieser Blog ist Unterhaltung pur, von der Aufklärung mal abgesehen. Aber Sex im Auto kann ich dann ja getrost von meiner Häkchen-Liste streichen.

    • ganz ehrlich: ja, streich es. außer du brauchst noch unbedingt eine lustige, leicht schlüpfrige Anekdote aus dem fach “Erfahrungen, die man sich auch hätte esrparen können” ;-)

  3. Alkohol senkt jedenfalls die Hemmschwelle. Wäre ich nicht leicht angesäuselt, sondern stocknüchtern gewesen, hätte ich dieses Erlebnis niemals gehabt, weil: superarroganter Schnösel und die mag ich überhaupt nicht. Hatte aber anscheinend durch den leichten Schwips eine etwas rosarote Sichtweise. Und für die Koordination ist Alkohl ebenfalls nicht besonders hilfreich.

  4. Jugenderinnerung, ach je! Im Nachhinein betrachtet hätte ich dieses Erlebnis besser verpasst, denn es war höllisch unbequem. Nachtblauer M3, aber: mit Sportsitzen oder Schalensitzen, die haben es dann noch unbequemer werden lassen. Nee, muss wirklich nicht sein, war am Ende eher zu einem Gestochere im Trüben ausgeartet.

    • dein m3?, oder war die nachtbläue und die schalensitze der Grund, warum der Besitzer des m3 stochern durfte? :-P

      • Nein, nicht mein M3, ich habe bis heute nicht mal einen Führerschein. Und die hochgradig unbequemen Schalensitze waren sicher nicht der Grund, warum er stochern durfte. Ich fürchte, nicht nur die Nacht war blau, wir beide waren auch leicht angeheitert. Die Sache hatte sich auch sehr schnell erledigt, weder der Typ noch sein Gestochere waren eine Wiederholung wert.

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© Raoul Biltgen

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