Adam spricht

über alles, was sich Frauen nicht zu fragen und Männer nicht zu sagen trauen

324 – Der Ukuola

| Keine Kommentare

Liebe Frauen,

neues Wort, neues Glück?

Bild: Betty Grable by Frank Powolny

Müsste man wissen, was denn das ist, so ein Ukuola.

Oder ist es einE Ukuola, weil es eine auf Hawaii erfundene Mischung aus Ukulele und Viola ist.

Ist es nicht.

Dann kann es sich doch nur um eine Sextechnik handeln, bei welcher heißer Honig im Spiel ist. Heißer Honig wird von Nippeln geschleckt. Nein, das gibt es schon länger. Von Eicheln. Aus Vagninae. Etwa aus anderen Löchern? Den Nasenlöchern?

Nein.

Ukuola ist eine Frisur.

Ah, der neueste Trend der Schamhaarmode, klar.

Auch nicht.

Ukuola ist wohl besser bekannt als „Undercut“, als jene Frisur, bei der das Haar unten kurz rasiert ist, das Haar oben am Kopf aber lang bleibt. Siehe Miley, Scarlett, Rihanna und Konsortinnen. Die Frisur hat etwas leicht Punkiges, und nicht nur, weil das übriggebliebene Haar gerne mal eingefärbt wird, sondern auch, weil es im Grunde ein etwas zu breit geratener, umgefallener Irokesenschnitt ist. Und wir sind ja so rebellisch heutzutage, hach.

Obwohl die Frisur selber im Grunde das Gegenteil darstellt, so ist der Begriff Ukuola aber eben so zu erklären wie der 80er Jahre Horror-Schnitt Vokuhila. Damals hieß es VOrne KUrz HInten LAng. Heute eben Unten KUrz Oben LAng. Mit dem Unterschied, dass wir heute den Vokuhila sehr zurecht als gar gräuliche Geschmacksverirrung eines Jahrzehnts voller Geschmacksverirrungen ansehen (vor allem jene nämlich, die die Zeit der neongrünen Ballonhosen und pastellrosabarbenen Seideninnenfutter von an den Ärmeln hochgekrempelten himmelblauen Sakkos selbst er- und überleben durften). Vokuhila sieht man nur mehr bei Männern, die in eben jener Zeit ihre vermeintlich beste Zeit hatten, weil sie Anfang zwanzig waren, und sie sich seither zwar äußerlich, aber nicht innerlich verändert haben und deswegen denken, was einmal schön war, muss es bleiben. Alle anderen aber sind froh, dass es diese Frisuren ansonsten nur mehr auf schlimmen Führerscheinfotos gibt, die man besoffenen Zustands spätnächtens auf feuchtfröhlichen Partys zur allgemeinen Belustigung herzeigt. Vokuhila ist out. Outest. Und niemand bei Verstand kann sich noch erklären, weshalb, himmelherrgott, man das irgendwann tatsächlich mal gut gefunden haben soll.

Und der Ukuola? Ich mein, ja, klar, der Name ist ähnlich, aber Ukuola ist doch nicht vergleichbar, hallo, schaut sie Euch an, Miley und Scarlett und Rihanna und Konsortinnen, das sind Stilikonen, die wissen, was echt super sexy geil ist, und das ist es ja auch, hey.

Ja, und Dieter Bohlen und Michael Bolton waren damals auch das, was man gut fand.

Und heute nicht mehr.

Weswegen die Gefahr besteht, dass der Undercut, was ja tatsächlich sehr cool und hip klingt, am Ende nur als Ukuola in Erinnerung bleibt, wofür man sich schämt, in zwanzig Jahren, dass man nur so dumm sein konnte, so rumzulaufen, iiih.

Das heißt?

Das heißt: Na und? Wir leben heute, wir können heute gut finden, was wir heute gut finden wollen, und es kann uns vollkommen wurscht sein, was wir selber in zwanzig Jahren davon halten, so wie es uns wurscht sein sollte, wie wir in den 80ern ausgesehen haben, Hauptsache, wir haben uns damals gut gefühlt damit.

Und auch wenn ich mir jetzt ein Ei für mein zukünftiges Selbstbewusstsein lege: Ich steh auf Undercut. Selbst wenn ich ihn Ukuola nenn.

Euer Adam

Dir gefällt das? Dann sag's bitte weiter:

Hinterlasse eine Antwort

Pflichtfelder sind mit * markiert.

*

Captcha Captcha Reload


 

© Raoul Biltgen

Top