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475 – Das Manspreading

10. Februar 2019

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  • Körper
  • Männer

Liebe Frauen,

rücksichtslose Menschen gibt es viele. Viele davon sind Männer.

Viele davon zeigen ihre Rücksichtslosigkeit, indem sie sich in öffentlichen Verkehrsmitteln breitbeinig hinsetzen und so den Platz des Sitznachbarn derart einschränken, dass dieser seine Beine irgendwie verknoten muss, um sitzen zu können.

475 - Das Manspreading | Adam sprichtRücksichtslose Menschen

Natürlich gibt es auch rücksichtslose Frauen. Natürlich hat das eine mit dem anderen erstmal ganz einfach nichts zu tun. Aber eben nur erstmal.

Denn nicht umsonst erfindet irgendwer ein Wort wie „Manspreading“. Und nein, der Grund ist nicht, damit sich Männer darüber aufregen können, dass sie und sie alleine Opfer der bösen Frauen sind, die die armen Männer allesamt als böse darstellen wollen. Der Grund ist, dass diese ganz besondere Form der Rücksichtslosigkeit von Männern ausgeht. Und ich möchte fast sagen: ausschließlich. Aber ich sage es eben nur fast. Weil eh: Die Ausnahmen und so weiter.

Die Erklärungsversuche

Weil es sich also um ein Phänomen handelt, welches sich bei Männern zeigt, und weil die Bezeichnung dieses Phänomens „Manspreading“ eindeutig auf den Zusammenhang mit dem Geschlecht hinweist und also dies vor allem von Frauen angebracht wird und sich abermals also Männer angegriffen fühlen (und ungerecht behandelt), versuchen sie sich dagegen zu wehren. Leider können sie es nicht abstreiten. Weil: Ist so. Kann ich bestätigen. Mich nerven diese Typen nämlich auch. Deswegen wird argumentiert, warum das so ist. Und das liebste männliche Argument für alles und immer sind die dicken Eier.

Männer haben Hoden. Und die nehmen Platz weg. Die darf man doch nicht einfach so zusammenquetschen, das weiß man doch, weil die hängen ja nicht umsonst so da rum, außerhalb des Körpers, das ist, weil die nicht zu warm werden dürfen, weil sonst werden die Spermien unbrauchbar. Sind halt empfindlich, die Herren und ihre Hoden.

Und dann ist es ja auch so, dass Frauen viel breitere Hüften haben als Männer. Deswegen fällt es ihnen leichter, die Beine zu überschlagen. Männer aber haben schmalere Hüften, weswegen der Winkel zum Überschlagen der Beine ungünstig ist.

Und dann sind Männer ja auch meistens viel größer als Frauen. Was dazu führt, dass ihr Körperschwerpunkt höher liegt. Und das bedeutet wiederum, dass sie viel viel schwerer ihr Gleichgewicht halten können. In so einem ruckelnden Bus. Ist ja klar, dass die sich einen festen Stand sichern müssen, indem sie die Beine möglichst breit aufstellen. Ja, gilt auch im Sitzen.

Also. Männer müssen so sitzen, ist biologisch, die brauchen ganz einfach mehr Platz.

Die Konsequenz

Dann gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder ab sofort werden männergerechte Sitzgelegenheiten in öffentlichen Verkehrsmitteln geschaffen. Schließlich gibt es ja auch Platz für Kinderwagen und die Möglichkeiten mit einem Rollstuhl in den Bus zu gelangen.

Oder aber der Mann hört auf, ein Arschloch zu sein. Weil nein, seine Eier werden nicht zu Omelette, nur weil er seine Beine mal etwas enger hat. Wäre das so, sollten Männer nämlich Röcke tragen, denn nur damit ist gewährleistet, dass die Eier frei und luftig rumbaumeln. Und Unterhosen sind dann eh tabu. Und nein, auch Männerhüften sind nicht so eng, dass ihnen das Beineüberschlagen unmöglich wäre. Und nein, auch ein Mann fällt nicht gleich um, wenn er ganz normal da sitzt. Auch wenn er glaubt, er hat sich einen perfekten Körper wie eine auf der Spitze stehende Pyramide im Fitnesscenter antrainiert.

Wenn manspreadende Männer irgendwelche hirrngespinstigen Erklärungen anführen, warum sie manspreaden, dann beweisen sie damit nur, dass es sehr zurecht ein Wort namens „Manspreading“ gibt, und sie nicht einfach nur rücksichtslos sind.

Euer Adam

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