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464 – Das Mansplaining

25. November 2018

12 Kommentare

  • Männer

Liebe Frauen,

lasst Euch mal was erklären.

Weil man muss Euch ja so einiges erklären.

Weil Ihr ja so vieles nicht versteht.

Weil Ihr Frauen seid.

464 - das MansplainingDie Besserwisser

So dürften sie denken, die Herren, die es sich nicht verkneifen können, sich dem Mansplaining hinzugeben, also Euch, liebe Frauen, die Welt zu erklären, weil sie sie besser kennen und verstehen, als Ihr das jemals könnt. Und dann schwafeln sie so vor sich hin und reden sich den Mund fusselig und Euch die Ohren ab. Und es ist ihnen vollkommen wurscht, ob das, was sie da von sich geben, in irgendeiner Weise interessant ist. Für Euch. Oder ob es auch nur stimmt. Denn sie haben recht. Immer. Und es hat Euch zu interessieren. Immer. Und es macht nichts, dass sie Euch gar nicht zu Wort kommen lassen, denn sie wissen es besser. Immer. Ihr dürft höchstens mal eine schnelle Nachfrage einwerfen. Aber sehr schnell, sonst bringt Ihr sie aus dem Konzept.

Ja, sagt Ihr jetzt, das sind halt Besserwisser, die hat es immer schon gegeben, wird es immer geben, daran geht die Welt nur selten zugrunde. Es vermiest einem die eine oder andere Party, ja, aber was soll’s.

Nun, liebe Frauen, lasst es mich Euch erklären, denn ich weiß es besser.

Die Macht

Es geht eben nicht nur um Besserwisser, es geht um männliche Besserwisser, die Frauen für Schlechterwisser halten. Weil? Weil es so ist. Männer und Frauen sind nunmal so. Die einen haben Zipfel, die anderen haben Loch. Zipfel heißt „weiß was“, Loch heißt „weiß nichts“.

Meistens tun sie das durchaus nicht bewusst, neinnein, sie halten sich wahrscheinlich für sehr joviale, offene Menschen, die überhaupt keine Probleme mit Frauen haben, im Gegenteil, denn sie sind ja wirklich gerne bereit den leider unwissenden Frauen etwas beizubringen, weil sie die Frauen so schätzen, jaja.

Doch was sie dabei übersehen, das ist, dass sie Euch übersehen. Nämlich Euch als gleichwertige Menschen, die es nicht nötig haben, sich alles und die Welt dreimal erklären zu lassen, wie wenn sie entweder ihr bisheriges Leben auf einer einsamen Insel ohne Wlan oder sonstige Kommunikationsmittel verbracht hätten, oder aber Kinder seien, die noch nichts wissen davon, wie der Hase so rennt. Der Grund, warum sie das trotzdem tun, obwohl sie es nicht böse meinen, ist, weil Wissen, wie wir wissen, Macht ist. Wissen sie mehr als Ihr, haben sie auch mehr Macht als Ihr. Und das müssen sie Euch so ausführlich wie möglich unter die Nase reiben. Weil es sie selbst aufwertet.

Mansplainer sind nichts als arme Würschtel, die keinen anderen Weg finden, sich über andere Menschen zu stellen, als ihr halbgares Pseudowissen jenen entgegenzuschleudern, die sie für dümmer als sie selbst halten.

Das Problem ist, dass die so den Dummen zugeordneten die Frauen sind.

Und damit zeugt das Mansplaining von einer tiefgreifenden Missachtung der Frau.

Und nun, da ich Euch das so schön und selbst für Euch, liebe Frauen, halbwegs verständlich erklärt habe, schließe ich meine Kolumne auf immer und ewig, denn irgendwie beschleicht mich das Gefühl, dass ich seit Jahren nichts anderes tu, als zu mansplainen.

Mist.

Euer Adam

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12 Kommentare zu "464 – Das Mansplaining"

  • Als Frau in einem Männerberuf verstehe ich, welche Männer gemeint sind, ich wusste bisher nur nicht, dass es einen Begriff dafür gibt. Danke für die Aufklärung 😉

  • Ich weiß jetzt nicht warum die Besserwisserei jetzt auch noch eingeenglischt werden muß, aber nun gut…das ist ein anderes Thema ! Mit solchen Leuten kann man nur ganz radikal verkehren. Ihnen klipp und klar, laut und deutlich erklären das es einen nicht interessiert basta !! Ich für meinen Teil erkläre nun dann etwas wenn jemand etwas von mir wissen will. Das muß jetzt nicht unbedingt eine Frau sein. Und von vorne herein Frau für dumm zu halten, davon habe ich mich schon lange distanziert. Wenn ich ohne meine Besserwisserei bei einer Frau nicht punkten kann dann ist das mein persönliches Problem. Da kann ich noch so viel auf sie einlabbern, wenn es sie nicht interessiert dann interessiert es sich nicht, und meine Chancen sind dahin. Ist es nicht schön sich ganz locker und normal zu unterhalten, ohne jeglichen Hintergedanken. Und wenn wir gerade auf Brautschau bin dann werden wir es schon merken ob sie Interesse an uns hat. Und wenn nicht dann ist es ja auch nicht weiter tragisch oder ? Jeder hat schließlich seinen eigenen Geschmack, und über denn braucht man glaube ich nicht lange diskutieren. Der ist gewachsen über Jahre und Jahrzehnte…und wenn ich in ihr Schema nicht reinpasse, wenn sie nur Stress hat mit mir, schon alleine beim Reden, dann ist das eben so !

  • Lieber Adam,
    in vielen Dingen stimme ich dir zu, auch wenn du oft übertreibst. Aber hier übertreibst du maßlos.
    Gestern wollte ich einen Wurzelstock ausgraben als eine Frau vorbei kam und mir den Rat gab, die Wurzel mit Folie und Erde abzudenken. Diesen Rat habe ich gerne befolgt. ICH habe nämlich keine Probleme damit. Fast alles Grundwissen habe ich von anderen übernommen !!! Auch ein „Macho“ hört zu!
    Wie bereits erwähnt, haben meine Frau und ich total verschiedene Interessen und Fähigkeiten. Aber wir ergänzen uns. Ich kann weder kochen noch backen. Ich würde nie einen Kuchen backen. Trotzdem hat mir meine Frau kürzlich die Tortenglasur erklärt. Na und?
    Meine Frau wird erheblich länger leben als ich. Folglich ist es meine PFLICHT sie über meine Arbeiten zu informieren, z. B. über die Finanzen. Obwohl meine Frau handwerklich nicht ungeschickt ist, erkläre ich ihr Verschiedenes. Da kannst auch sagen, ich würde sie belehren.
    Ich nenne das Austausch von Wissen und Erfahrung.

    Klaus Hugel, du schreibst „Ich für meinen Teil erkläre nun dann etwas wenn jemand etwas von mir wissen will.“ Die Frau, die mir diesen Tipp gegeben hat, habe ich nicht gefragt und bin trotzdem dankbar.
    Ich hatte unter Kollegen mal gesagt: „Wenn ich etwas plane und jemand weiß, dass es falsch ist und mir das nicht sagt, dann werde ich ernsthaft böse!“
    Man kann nur fragen, wenn man unsicher ist. Wenn man aber nichts weiß, kann man nicht fragen.

  • Adam hat nicht von einigen Männern geschrieben, sondern allgemein.
    Noch einmal: ich bin froh über jeden Tipp, egal ob ihn gebrauchen kann. Evtl. später.

    Wenn in Zukunft jemand sein Auto starten will und der Motor dreht und dreht und dreht, aber springt nicht an und die Frau sagt „die Batterie ist zu schwach“, dann halte ich den Mund und warte, bis die Batterie wirklich zu schwach ist.
    Sicherlich hat jeder schon mal einen Fahrradschlauch geflickt, am Hinterrad mit Kettenschaltung. Wenn in Zukunft jemand mit einem Platten liegen bleibt, dann grüße ich freundlich und fahre weiter. ICH bin ja kein Besserwisser.
    Natürlich gebe ich auch niemand mehr Werkzeug, wenn ich nicht gefragt werde.

    Ich wünsche allen viel Erfolg im Leben!

    • Lieber Macho, ich frage mich, warum du das alles so persönlich nehmen musst und dann gleich trotzig reagierst (na, wenn da so ist, dann mach ich gar nichts mehr, pff, soll die Welt doch ohne mich zurechtkommen, sie wird schon sehen, was sie davon hat). Eine Frau berichtet, dass es den Tatsachen entspricht, dass sie sich als Frau von Männern oft bevormundet fühlt. Du sagst, „ich bin froh über jeden Tipp, egal ob ihn gebrauchen kann“ – Vielleicht solltest du auch Berichte darüber, dass manche Männer anders wahrgenommen werden, als sie denken, als einen solchen Tipp nehmen. Und ich spreche jetzt (wieder einmal) nicht nur von dir, sondern von vielen (nicht allen) Männern da draußen: Auch wenn ihr es nicht so meint, könnte es anders wahrgenommen werden. Wollt ihr also (unabsichtlich oder absichtlich) Frauen (weiterhin) bevormunden?

      • Keine Bange Adam, der Macho wird auch in Zukunft ungefragt seinen Senf dazu geben und ich hoffe, dass ich auch weiterhin ungefragt Tipps bekomme.
        Der Dümmste aller Sprüche: Jeder muss aus seinen eigenen Fehlern lernen. Hat sogar mal ein Lehrer gesagt. Dann müsste ich auch 2000 Fehlversuche machen um eine einigermaßen funktionierende Leuchte zu bekommen. Jede Minute nehmen wir Dinge in Anspruch, die andere Leute sich ausgedacht haben. Von diesen Leuten möchte ich lernen.
        Ein Freund hat jeden Vorschlag als Vorschrift umgedeutet. Ein gemeinsamer Freund hat ihn treffend als beratungsresistent bezeichnet.
        Ich bin konsequent. Wenn jemand einen Vorschlag schon ablehnt BEVOR er überlegt hat, dann halte ich den Mund – lebenslänglich! Wenn er NACH der Überlegung abgelehnt wird, dann ist das OK!
        Wir sind alle dumm geboren. Manche lernen viel dazu, andere weniger und einige nur das Unvermeidliche. Und deshalb gibt es auch Arme und Reiche.

        Ich weiß, dass ich mittlerweile allergisch reagiere, weil an allen Problemen immer die Anderen schuld sind. Viele Deutsche fühlen benachteiligt und arm und den sog. Reichen ist das Geld vom Himmel auf die Füße gefallen. Politiker und Presse vergleichen nur das Vermögen, aber nicht die Leistung.
        Eckhart von Hirschhausen hat es mal so formuliert: Alle Menschen haben einen rechten und einen linken Gehirnlappen. Nur die Deutschen haben zusätzlich noch einen Jammerlappen.

  • Wie meine Oma schon immer sagte: „Wer sich den Schuh anzieht, dem passt er auch“. Adam schrieb von -Zitat- „…die Herren, die es sich nicht verkneifen können, sich dem Mansplaining hinzugeben…“. Das sind nicht alle, sondern eben nur die, die er beschreibt. Zwischen Klugscheissen und einem gut gemeinten Rat liegen Welten.

  • Hiermit hast du Recht: „Zwischen Klugscheissen und einem gut gemeinten Rat liegen Welten.“
    Leider können das viele nicht unterscheiden, denen man eine Rat gibt. Wie gesagt, da wird ein Vorschlag in Vorschrift umgedeutet. Weil wir wieder mal in einer Zeit sind, in der sich Frauen unterdrückt fühlen, trifft das besonders auf Frauen zu.

    • zu sagen, es liege daran, dass sich Frauen unterdrückt fühlen, könnte so verstanden werden, dass sie sich halt ganz einfach nicht mehr unterdrückt fühlen sollen, und alles ist gut. Ignoriert wird dabei aber leider, dass sie sehr wohl sehr gute Gründe haben, sich unterdrückt zu fühlen. Weil sie es sind.

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