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507 – Die Greta

22. September 2019

6 Kommentare

  • Männer

Liebe Frauen,

heute schreibe ich über Greta Thunberg. Und alle, die wissen wer sie ist, und das werden die meisten sein, fragen sich: Und was hat das mit Adam zu tun?

Mehr als Ihr denkt.

Das Klima

Nur ganz kurz für die, die es nicht wissen: Greta Thunberg ist eine 16jährige Schülerin aus Schweden, welche irgendwann mal gemerkt hat, dass die Menschheit den Klimawandel längst vollzogen hat und auf eine regelrechte Klimakrise zusteuert. Deshalb hat sie an einem Freitag eine Ein-Personen-Schuldemo gemacht. Daraus ist eine weltweite Bewegung geworden, die Fridays For Future, an denen nicht nur Schüler*innen in die Welt hinausrufen, dass es so nicht weitergeht.

Und wie es immer so ist: Wenn eine*r aufsteht und die Wahrheit spricht, springen gleich alle anderen Sesselhocker ebenfalls auf und finden Gründe dagegen. Die Klimakrise ist eine Lüge, der Klimawandel natürlich auch, die Kinder sollen gefälligst zur Schule gehen und was lernen und den Erwachsenen das Handeln überlassen, und überhaupt: Diese Greta Dings, die hat doch keine Ahnung. Und dann wird geschimpft. Und gehetzt. Dann wird es persönlich. Weil es immer dann persönlich wird, wenn die Argumente nicht greifen (da ganz einfach 99% aller Wissenschaftler weltweit absolut eindeutig sagen, was Sache ist). Dann wird gesagt, Greta Thunberg sei doch nur auf den Medienrummel aus, ihre Eltern auf das Geld, sie sei psychisch gestört und gehöre in eine Klapse … Und wenn gar nichts mehr geht, wird sich über ihr Aussehen mokiert. Es wird sich darüber lustig gemacht, dass sie Zöpfe trägt und ein „Mondgesicht“ habe. Nein, dass sagen keine pubertären Jungs, die ihre eigenen Pickel im Gesicht mit viel zu viel Schminke abzudecken versuchen, sondern erwachsene Menschen. Und zwar nicht nur im Netz.

Vor allem aber sind es die Männer, die sich über Greta Thunberg echauffieren.

Und damit sind wir an dem Punkt angelangt, an dem es auch für Adam interessant wird.

Die angegriffene Männlichkeit

Greta Thunberg ist eine heranwachsende Frau, die sagt, dass die Generationen vor ihr die Menschheit an jenen Abgrund geführt haben, an dem sie derzeit unzweifelhaft steht. Und von wem wurde die Menschheit an diesen Punkt geführt?

Richtig, von den Männern.

Ist so, nicht jetzt laut schnauben.

Es waren die Männer, die in den letzten Jahrhunderten bestimmt haben, wohin die Reise der Menschheit geht. Vor allem seit der Industrialisierung, – und die Klimakrise ist nunmal die direkte Folge davon, – waren sämtliche Firmenchefs und Politiker und Machthaber und so weiter Männer. Jene Männer, die auch jetzt noch an den Hebeln sitzen. Und die wollen sie sich nicht aus den Händen reißen lassen. Und schon gar nicht von einem jungen Mädchen. Nachdem es ihnen so gut gelungen ist, die Frauen so lange hinterm Herd zu halten. Deswegen werden sie persönlich. Weil sie sich persönlich angegriffen fühlen. Weil in ihren Ohren Greta Thunberg sagt: Ihr alten (weißen) Männer habt die Welt zugrunde gerichtet, ihr seid schuld.

Und was fällt den alten (weißen) Männern ein?

Sie benehmen sich wie sitzengelassene Teenager: Die ist doof, die mag ich nicht.

Wir Männer sind gefordert, ja. Und wenn wir Männer uns angegriffen fühlen, dann doch wohl zurecht. Und dann sollten wir endlich mal anfangen, nicht wie Männer zu reagieren. Sondern wie Menschen. Und da geht es längst nicht mehr nur um das Klima. Denn die männliche Reaktion auf Greta Thunberg ist symptomatisch für Männer und zeigt sich in so vielen anderen Lebensbereichen auch. Und dann sind wir plötzlich wieder in unseren eigenen vier klimatisierten Wänden, wo es nur uns und noch einen weiteren Menschen gibt, mit dem wir unser Leben verbringen wollen. Und das geht nunmal nicht, wenn wir auch weiterhin auf unsere männlichen Privilegien beharren.

Euer Adam

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