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520 – Der vegane Mann

22. Dezember 2019

3 Kommentare

  • Männer

Liebe Frauen,

wer ist vegan?

Wer isst vegan?

Ihr esst vegan. Ihr, liebe Frauen, seid diejenigen unter den Menschen, die nicht mehr nur vegetarisch unterwegs sind, sondern den nächsten Schritt eingeleitet haben und nun mal so richtig konsequent das Ding durchziehen.

Und die Männer schauen zu und schütteln den Kopf. Wenn sie grad gut gelaunt sind. Ansonsten lassen sie blöde Bemerkungen fallen. Aber mitmachen tun sie nur, wenn Ihr sie dazu zwingt.

Ja, ist ja gut, liebe mitlesenden männlichen Vegetarier und Veganer, Ihr macht das natürlich vollkommen freiwillig und eh schon immer und schnaubt nicht so, denn Tatsache bleibt, vegetarisch oder vegan Leben ist eine frauendominierte Angelegenheit.

Der Fleischesser

Weil Männer, so die richtigen meine ich, die essen Fleisch, so das richtige meine ich, fette Stücke, bluttriefend, am liebsten vom Griller, am liebsten selbst erlegt. Na gut, nicht ganz. Aber so gut wie. Der Mann, der alte Steinzeitler, der, wie ich doch schon vor Kurzem mal in anderem Zusammenhang erwähnt habe, seine behaarte Herkunft nicht ganz abgelegt hat, mag diese Vorstellung von Ursprünglichkeit, von Wildheit, von Rohheit. Er argumentiert mit: Der Mensch ist ein Allesfresser. Er verweist auf die Reißzähne und ignoriert, wie kümmerlich sie sind. Er schlägt sich mit der Faust auf die Brust und sagt sehr vernünftig, dass es doch bewiesen ist, dass der menschliche Körper nicht alle Nährstoffe durch rein pflanzliche Nahrung erhält, also ist das doch wider die Natur und so.

Und natürlich toleriert er unter Umständen noch, wenn eine Frau das tut, weil sie ja eine Frau ist, eine Beerensammlerin, eine Lauchzüchterin, eine Kartoffelschälerin, der Mann aber, der tagtäglich schwere körperliche Arbeit zu verrichten hat, der brauch das halt. Eiweiß und Proteine und ähnliches. Weil er ein Mann ist. Und weil ein Mann Fleisch isst.

Der Gesundheitsfanatiker

Ebenso wissen wir, dass Männer nach wie vor früher ins Gras beißen als Frauen. Vielleicht ja sogar auch deswegen, weil sie nicht schon zu Lebzeiten mehr weiden, statt Weidevieh zu verspeisen? Auf jeden Fall ist es immer noch so, dass Männer nicht ganz so gerne auf ihre Gesundheit achten. Auch da gibt es wieder die lustigen Steinzeiterklärungen: Weil der Mann muss ja jagen, da muss er auch bereit sein, ein Risiko einzugehen, das Mammut, erlegt sich nicht von selbst, und deswegen ist das auch jetzt noch so, dass er nunmal nicht so selbstfürsorgend ist, der Mann. Im Gegensatz zur lieben Steinzeitmama, die ja auf den Nachwuchs aufpassen muss.

Ja, und dabei ignorieren Männer eben einfach mal schnell die Evolution und dass sie es immer noch selbst sind, die entscheiden, ob sie das Risiko eines Herzinfarkts mit Mitte dreißig eingehen wollen, weil auch ein Fünfzehnstundenarbeitstag in einer Siebentagewoche noch zu kurz ist. Aber das Mammut erlegt sich nicht von selbst.

Wie dem auch sei, ich stelle lediglich fest: Der Mann denkt sich eher: Jaja, passt scho. Während die Frau sich denkt: Hm, aber was wenn …

Und dies könnte der Grund sein, warum die Frau eher auf die Idee kommt, ihre Ernährung zu hinterfragen. Und das Risiko einzugehen, etwas anderes auszuprobieren. Während der Mann nach dem Motto „Was der Bauer nicht kennt, frisst er nicht“ beim Althergebrachten bleibt.

Und wo wir gerade über Konservativismus reden: Bei einer Wahl in Österreich haben es vor Kurzem die Rechten mit dem Spruch „Jedes Kind soll in den Genuss eines Schnitzels kommen dürfen“ versucht. Am Foto war ein Fisch.

Euer Adam

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3 Kommentare zu "520 – Der vegane Mann"

  • Jeder soll nach seiner Fasson selig werden!
    Esst Fleisch oder lasst es. Jeder darf das für sich entscheiden, aber macht es nicht zur Religion. Mit der habe ich nichts am Hut.
    Wir essen zwar nicht viel, aber wir essen Fleisch.

    Wie lange wird es noch Lebewesen geben, wenn alle Tiere Vegetarier werden?

  • Ich selbst esse seit frühester Kindheit vegetarisch, wenn auch aus einem seltsamen Grund: Ich konnte noch nie auf Fleisch oder Fisch beißen, sofortiger Würgereiz (gilt auch für Pilze). Aber ich kann es kochen, braten usw. Mann und Kinder (als sie begannen, feste Nahrung zu sich zu nehmen, habe ich ihnen kleingeschnittenes Fleisch bzw. Geflügel/Fisch angeboten, sie mögen es) sind Fleischesser inklusive gesamter Rest der Familie. Also wird immer so gekocht, dass jeder bekommen etwas kann, was er mag. Funktioniert problemlos, ich sehe auch null Sinn darin, anderen meine Essgewohnheiten quasi “aufzuzwingen”. Jedoch gibt es fleischliche Kost nur in Maßen, muss nicht jeden Tag sein, und ich kaufe es nur bei einem Landwirt in der Nähe, da ich dann genau weiß, wie die Tiere gehalten werden.

    Ich wünsche wunderschöne Weihnachtstag mit hoffentlich reduziertem Stress, der Chance, sich etwas runterzufahren und zu erholen.

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